Rom. Bei einem Flüchtlingsdrama vor der Küste Siziliens sind mindestens sechs illegale Einwanderer ums Leben gekommen. Die Küstenwache barg am Donnerstag nach eigenen Angaben sechs Leichen aus dem Wasser vor Ragusa, darunter die einer Frau; sechs weitere Flüchtlinge, bei denen es sich möglicherweise um Chinesen handelte, überlebten das Drama demnach.
Nun wird das menschliche Drama hinter der Visa-Affäre sichtbar: Hunderttausend Ukrainer landeten auf dem brutalen Arbeiterstrich - vor allem in Portugal.
Der Sog nach Europa und die gleichzeitige Zurückweisung der Flüchtlinge waren Thema der ersten Veranstaltung von "Culture Watch" in diesem Jahr. Diskutiert wurde darüber, wie der Zirkel aus Elend und zwangsläufiger Flucht durchbrochen werden kann.
Unter dem Motto "Und sie kamen des nachts" wird am Karfreitag der sechste Hamburger "Kreuzweg für die Rechte der Flüchtlinge" veranstaltet. Mit der christlichen Tradition in der Passionszeit wollen verschiedene kirchliche Gruppen an die Ängste und Nöte von Flüchtlingen erinnern, teilte die Nordelbische Flüchtlingsbeauftragte Fanny Dethloff am Montag mit.
Libyen hat eine Massenbefreiung der inhaftierten Migranten vorgenommen. Nicht nur die 205 inhaftierten Eritreer in Braq wurden entlassen, sondern auch 2800 weitere Flüchtlinge und Migranten. Alle haben eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate erhalten, um sich Arbeit in Libyen zu suchen.
Samstag, 11. September 2010, 20.00 Uhr Arthur, Chemnitz
"Menschenrechte in Seenot"
Vortrag und Diskussion mit Elias Bierdel. Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Sachsen. Ort: Arthur e.V., Hohe Straße 33, 09112 Chemnitz
Ukraine. Flüchtlinge auf dem Weg nach Westeuropa werden immer häufiger von der ukrainischen Grenzpolizei gefasst und inhaftiert. Die Fotografin Dörthe Hagenguth reiste mithilfe eines VG-Bilkunst-Stipendiums mehrfach in die ukrainischen Karpaten und dokumentiert die Situation mit Bildern und Interviews in einer Slideshow.
Dankesrede von Elias Bierdel zur Verleihung des Ute Bock-Preis für Zivilcourage
Elias Bierdel erhielt im Januar 2010 den Ute-Bock-Preis für seine Organisation Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen, mit der er auf das Massensterben an den europäischen Außengrenzen aufmerksam macht.
Mohammed Yussif war einer der 37 Geretteten von der "Cap Anamur". Im April 2006 starb er mit zwanzig weiteren Flüchtlingen bei einem erneuten Versuch nach Europa zu gelangen, als ihr Boot im Sturm vor Lampedusa kenterte.