Die täglichen Dramen

Artikel aus 09.2006

30.09.2006, Basler Zeitung

EU-Mittelmeerstaaten: "Südgrenzen abschotten"

Madrid. SDA/baz. Die EU-Mittelmeerstaaten haben die EU aufgefordert, mit einer gemeinsamen Küstenwache dem Flüchtlingszustrom nach Südeuropa Einhalt zu gebieten. Die Aussen- und Innenminister von acht EU-Ländern hatten sich am Freitag in Madrid getroffen. Sie sprachen sich zudem dafür aus, die EU-Grenzschutzagentur Frontex auszubauen und ein gemeinschaftliches elektronisches Überwachungssystem an den südlichen Küsten der EU zu installieren.

29.09.2006, taz

"Hin und her geschubst"

"Europa darf Menschen, die Schutz suchen, nicht den Rücken kehren", fordern die Menschenrechtsorganisationen amnesty international (ai) und Pro Asyl anlässlich des heutigen Tages des Flüchtlings. "Die EU hat kein menschenrechtlich orientiertes Konzept, mit den Hilfesuchenden umzugehen", sagte ai-Experte Wolfgang Grenz. Die Organisationen kritisierten, dass die EU versuche, sich abzuschotten, anstatt den Flüchtlingen Schutz zu gewähren.

29.09.2006, Kanaren Nachrichten

118 Immigranten erreichen Lanzarote und Teneriffa

Die Ankunft von Flüchtlingsbooten auf den Kanaren Inseln reißt nicht ab. Fast zeigleich erreichten 118 Afrikaner die Inseln Lanzarote und Teneriffa. Während auf Teneriffa ein Cayuco mit 98 sogenannten 'sin papeles' unter Begleitung eines Patroulienbootes den Hafen von Los Cristianos erreichte, kam auf Lanzarote eine kleine Patera mit 20 afrikanischen Immigranten an.

29.09.2006, taz

Statt Ursachen werden Folgen bekämpft

Heute, am Tag des Flüchtlings, kann Europa sich eigentlich zufrieden zurücklehnen. Der Fernsehsessel ist der einzige Platz, von dem aus wir uns mit den Flüchtlingsdramen auf anderen Kontinenten befassen. Praktisch aber braucht es uns gar nicht weiter zu kümmern, wenn in Darfur, im Kongo oder in Afghanistan Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg sind. KOMMENTAR von Michael Braun

29.09.2006, Die Zeit

Migration: Die Welt in Bewegung

Menschen wandern: Seit Jahrtausenden begeben sie sich auf die Suche nach dem besseren Leben. Sie fliehen vor Hunger und Gewalt und hoffen auf neuen Wohlstand – wenn nicht für sich selbst, dann doch wenigstens für ihre Kinder. Dafür bringen sie enorme Opfer und nehmen in Kauf, dass ihnen von den Einheimischen in den Zielländern Ablehnung, mitunter gar Hass entgegenschlägt.

29.09.2006, tagesschau.de

Frontex: Schutzpatrouillen vor Afrikas Küsten

Die Europäische Union sucht seit Monaten nach einer einheitlichen Linie zu Fragen der Flüchtlingspolitik. Doch die ist in weiter Ferne. Staaten wie Griechenland, Italien und Spanien fordern eine Strategie zur legalen Einwanderung, doch das lehnen Deutschland und die Niederlande strikt ab. Solange es keine gemeinsame EU-Politik gibt, wird die EU versuchen, weiterhin die Flüchtlingen abzuwehren und gar nicht erst nach Europa zu lassen. Eine Schlüsselrolle hat dabei die EU-Agentur Frontex.

29.09.2006, taz

Mit Patrouillenbooten gegen Flüchtlinge

MADRID taz Die südlichen EU-Länder machen gemeinsam Front. Bei dem heute in Madrid stattfindenden Immigrationsgipfel wollen sieben Mittelmeerländer - Spanien, Frankreich, Zypern, Italien, Griechenland, Malta und Slowenien - sowie Portugal ihr Vorgehen innerhalb der EU abstimmen. So wollen die acht eine Verstärkung der "operativen Zusammenarbeit an der südlichen Meeresgrenze". Europas Agentur für Außengrenzen, Frontex, soll mehr Geld erhalten.

29.09.2006, Süddeutsche Zeitung

Griechenland: Mord auf dem Meer

Die griechische Regierung hat die schweren Vorwürfe von illegalen Migranten gegen ihre Küstenwache zurückgewiesen. Die Migranten waren am Dienstagmorgen an einem Küstenstreifen in der Nähe der türkischen Stadt Izmir aufgegriffen worden. Sie sagten aus, sie seien wenige Stunden zuvor auf der griechischen Insel Chios festgenommen und anschließend von einem Boot der griechischen Küstenwache 100 Meter vor der türkischen Küste ins Wasser geworfen worden.

28.09.2006, Die Presse, Wien

Griechenland: Flüchtlinge im Meer ausgesetzt

ISTANBUL. Die türkische Küstenwache fischte jüngst in der Nähe des Dorfes Denizgiren in der Provinz Izmir 31 Schwimmer und sechs Tote aus dem Wasser - arabische Emigranten, die versucht hatten, illegal auf eine griechische Insel zu gelangen. Dann die Überraschung: Die Überlebenden gaben an, dass sie von der griechischen Küstenwache ins Meer geworfen worden waren.

28.09.2006, Kurier, Wien

Illegale Migration: Ein Problem der EU

Der finnische Premier und derzeitige EU-Ratsvorsitzende, Matti Vanhanen, wird sich um weitere Maßnahmen zur Bewältigung der illegalen Einwanderung in die Union bemühen. In einem Brief an die Staats- und Regierungschefs aus acht EU-Staaten teilte Vanhanen mit, dass "illegale Migration im Mittelmeer-Raum und Süden Europas ein Problem ist, das die gesamte Europäische Union angeht".

28.09.2006, Basler Zeitung

Athen: 87 Flüchtlinge in Lagerhaus entdeckt

Athen/Saint-Louis. SDA/baz. Die griechische Polizei hat am Donnerstag 87 Flüchtlinge aus Bangladesch und Pakistan in einem Lagerhaus 30 Kilometer westlich von Athen entdeckt. Sie waren von Schleusern gefangengehalten worden. Die Flüchtlinge, die vor einer Woche über die türkische Grenze gebracht worden waren, hatten nur wenig Brot und Wasser, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei nahm sechs verdächtige Schleuser fest, nach dem siebten werde noch gefahndet.

28.09.2006, Der Standard, Wien

Europaparlament für Rückführung illegaler Flüchtlinge

Straßburg - Bootsflüchtlinge aus afrikanischen Ländern sollen nach dem Willen des Europaparlaments verstärkt in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Die EU-Kommission sollte einen entsprechenden Gesetzesvorschlag ausarbeiten, forderte die Volksvertretung am Donnerstag in Straßburg. Die Entschließung wurde mit knapper Mehrheit von 295 Ja- gegen 271 Nein-Stimmen verabschiedet.

28.09.2006, Österreichischer Rundfunk

UNO prüft Vorwürfe gegen Athen

Die Vereinten Nationen gehen derzeit einem Vorwurf nach, die griechische Küstenwache habe in der Ägäis rund 40 Flüchtlinge ins Meer geworfen und damit den Tod von mindestens sechs Menschen verschuldet.

28.09.2006, Süddeutsche Zeitung

Griechen warfen Flüchtlinge angeblich ins Meer

Illegale Migranten haben schwere Vorwürfe gegen die griechische Küstenwache erhoben: Aussagen von Überlebenden und Berichten türkischer Medien vom Mittwoch zufolge sollen griechische Sicherheitskräfte eine Gruppe von 40 Flüchtlingen in der Nacht von Montag auf Dienstag vor der türkischen Küste ins Meer geworfen haben. Sechs Menschen ertranken in dieser Nacht, drei weitere wurden noch vermisst.

27.09.2006, ZDF

Flüchtlinge angeblich über Bord geworfen

Griechische Sicherheitskräfte haben nach Aussage von Überlebenden eine Gruppe von 40 Flüchtlingen vor der türkischen Küste ins Meer geworfen. Sechs Migranten ertranken, drei weitere wurden vermisst. 31 Flüchtlinge wurden nach Angaben vom Mittwoch von der türkischen Küstenwache gerettet.

27.09.2006, nachrichten.ch

Griechenland fängt Flüchtlinge ab

Athen - Die griechischen Behörden haben am Dienstag in der Ägäis ein Flüchtlingsschiff mit etwa 60 Menschen an Bord abgefangen. Ein U- Boot und zwei Schiffe begleiteten das Boot mit den Flüchtlingen zur Insel Syros. Dies sagte ein Mitarbeiter des griechischen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Herkunft und Nationalität der Menschen an Bord seien noch unklar.

26.09.2006, Megawelle Canarias

Spanien - Marine zur Abwehr von Immigranten?

Die spanische Regierung überlegt die Marine in die Gewässer vor Afrika zu entsenden um die illegale Immigration auf die kanarischen Inseln zu unterbinden. Das teilte der Präsident der CC Partei, Paulino Rivero, mit. Rivero fügte hinzu, daß der spanische Staat keine andere Möglichkeit sehe, da sich die europäischen Partner nicht sehr solidarisch gezeigt hätten.

26.09.2006, Der Spiegel

Griechenland: Flüchtlinge ins Meer geworfen?

Haarsträubende Vorwürfe gegen die griechische Küstenwache: Sie soll Flüchtlinge auf offenem Meer ins Wasser gestoßen haben. Sechs Menschen ertranken, die übrigen konnten sich nur mit letzter Kraft an die Küste retten. Die Behörden dementieren den Vorgang.

26.09.2006, Die Presse, Wien

Schweiz: Neues Asylrecht nicht EU-konform

Die von der Schweiz beschlossene Verschärfung des Ausländerrechts wäre nach Ansicht der EU-Kommission mit dem Recht der Europäischen Union nicht vereinbar. Nur weil Flüchtlinge keine Ausweispapiere hätten, könnten diese nach Gemeinschaftsrecht nicht abgewiesen werden, sagte der Sprecher von Justizkommissar Franco Frattini am Montag in Brüssel.

25.09.2006, Capital

Fiskus und Sozialkassen profitieren von Ausländern

Die sieben Millionen Ausländer in Deutschland stützen den Sozialstaat. Im Durchschnitt zahlen sie nach einer neuen Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) für das Wirtschaftsmagazin Capital pro Kopf 1.840 Euro mehr Steuern und Beiträge an die öffentlichen Kassen, als sie an Transferleistungen erhalten.

25.09.2006, Agence France Presse

EU-Länder: "Entschlossenheit" gegen Flüchtlinge

Paris (AFP) - Angesichts der stark gestiegenen Zahl von Armutsflüchtlingen an den Südküsten der Europäischen Union haben acht EU-Staats- und Regierungschefs in einem gemeinsamen Brief Alarm geschlagen. Das Flüchtlingsproblem sei dermaßen dringlich, dass es einer "starken Mobilisierung" aller EU-Länder bedürfe, heißt es in dem am Montagabend in Paris veröffentlichten Schreiben.

25.09.2006, Wiener Zeitung

FRONTEX: Operationen weit größer als bekannt

Interview mit dem Direktor der europäischen Grenzschutz-Agentur "Frontex", Illka Laittinen: "Natürlich wird der Immigrationsdruck aus Afrika weiter bestehen. Die längere Distanz und die Bedingungen auf dem Meer machen es extrem gefährlich. Und es ist alarmierend, dass wir immer weniger Boote sehen, aber die Immigranten mehr werden. Es sind immer mehr Menschen in den Booten."

25.09.2006, Märkische Allgemeine

Plädoyer für Zuwanderung und Bildung

"Toleranz für andere, die mit, zwischen und unter uns leben ist heute der Schlüssel zu einer erfolgreichen Existenz in unserer globalisierten Welt." Kaum einer kann dies mit solch einer Bestimmtheit sagen wie Michael Blumenthal. Der in Oranienburg geborene Amerikaner hat wahrlich die Welt kennen gelernt: als Flüchtling vor den Nationalsozialisten in Shanghai, Professor an der Eliteuniversität Princeton, amerikanischer Finanzminister und aktueller Direktor des jüdischen Museums in Berlin.

25.09.2006, Der Spiegel

Fluchtwege: Ampans unendliche Reise

17 Millionen Afrikaner sind auf der Flucht, die meisten von ihnen auf dem Weg nach Norden. Tausende sterben unterwegs. Auch John Ekow Ampan wurde inhaftiert, deportiert, in der Wüste ausgesetzt, aber nach fast fünf Jahren kam er an. Die Geschichte einer Reise.

25.09.2006, taz

Hoffnung für geduldete Flüchtlinge

Im Ringen um eine Bleiberechtsregelung für rund 200.000 geduldete Ausländer und langjährig hier lebende Asylbewerber rückt eine Einigung näher. Bei einem Treffen der maßgeblichen Innenpolitiker von Union und SPD wurden am Freitagabend nach Teilnehmerangaben deutliche Fortschritte erzielt. "Wir sind ein gutes Stück vorangekommen", sagte der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz.

24.09.2006, Schweizer Fernsehen

UNO bedauert Annahme des Asylgesetzes

Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) bedauert die Annahme des verschärften Asylgesetzes. Besonders besorgt ist es darüber, dass Asylbewerbende künftig einen gültigen Pass vorlegen müssen, wie ein UNHCR-Sprecher sagte. «Wir sind enttäuscht, um so mehr als die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren ist», sagte UNHCR-Sprecher William Spindler in Genf.

24.09.2006, Basler Zeitung

Flüchtlingsboot vor Lampedusa gekentert - zwei Tote

Rom. AP/baz. Ein Boot mit Flüchtlingen ist am Sonntag vor der italienischen Insel Lampedusa gekentert. Dabei sind nach Polizeiangaben zwei Personen ums Leben gekommen, 21 Flüchtlinge wurden von Fischern gerettet. Sprecher der Hafenbehörde von Palermo erklärten, bei den Toten handle es sich um eine Frau und ein Kind. Die Nationalität der Schiffbrüchigen sei noch nicht bekannt. Auch über den Verbleib der Schmuggler gebe es noch keine Erkenntnisse.

24.09.2006, Der Standard, Wien

Frankreich und Senegal gegen illegale Einwanderung

Dakar - Frankreich und der Senegal haben am Samstag ein Abkommen zur Eindämmung der illegalen Einwandererströme nach Europa unterzeichnet. Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy sprach bei seinem Besuch in Dakar von einer bisher beispiellosen Vereinbarung in der Geschichte der beiden Länder. Sein senegalesischer Kollege Ousmane Ngom erinnerte an die zahlreichen jungen Afrikaner, die sich kriminellen Banden anvertrauten, um nach Europa zu kommen.

24.09.2006, ZDF

Bald schärferes Ausländergesetz in der Schweiz?

In der Schweiz wird es wohl bald eines der schärfsten Asyl- und Ausländergesetze Europas geben. Die Eidgenossenschaft, die sich in den vergangenen Jahren vor allem Tamilen, aber auch Menschen aus Bosnien, Serbien und dem Kosovo geöffnet hat, will ihr Ausländer- und Asylrecht von 1931 der Gegenwart anpassen. Wer nicht als Asylbewerber anerkannt wird, soll schneller als bisher ausgewiesen werden.

23.09.2006, St. Galler Tagblatt

Wenn die grossen Fische . . .

Rund 27 000 afrikanische Flüchtlinge sind seit Anfang Jahr auf den Kanarischen Inseln gestrandet. Unter ihnen sind auch Fischer aus Senegal. Ohne ihre Boote wären die riskanten Fahrten nicht möglich. Sie suchen ihr Glück in der Fremde auch deshalb, weil ihre Fischgründe geplündert werden.

23.09.2006, taz

Deutschland kippt EU-Einigkeit

Am Ende wurde der finnische Innenminister sarkastisch: "Unsere Diskussion war offen und konkret - es ging allerdings hauptsächlich um das Thema Fahrradfahren", sagte er. EU-Innenkommissar Franco Frattini hatte beim Justiz- und Innenministertreffen im finnischen Tampere den Reigen eröffnet, als er die Europäische Union tiefsinnig mit einem Fahrrad verglich: "Entweder es fährt - oder es fällt um." Fast jedem der mehr als fünfzig anwesenden Minister fiel dazu etwas ein. Bei der Flüchtlingspolitik und der gemeinsamen Verbrechensbekämpfung kam man hingegen keinen Schritt weiter.

22.09.2006, Tagblatt, St. Gallen

Wenn die grossen Fische . . .

Rund 27 000 afrikanische Flüchtlinge sind seit Anfang Jahr auf den Kanarischen Inseln gestrandet. Unter ihnen sind auch Fischer aus Senegal. Ohne ihre Boote wären die riskanten Fahrten nicht möglich. Sie suchen ihr Glück in der Fremde auch deshalb, weil ihre Fischgründe geplündert werden.

22.09.2006, taz

Gambia: Transitland Richtung Kanaren

Seit Senegal auf Drängen der EU immer schärfer die eigenen Küsten kontrolliert, damit weniger Fischerboote mit Auswanderern in See stechen, ist Gambia ein attraktiver Ausgangspunkt für Migranten geworden. Dies gilt um so mehr, als in der südsenegalesischen Casamance seit Jahrzehnten Bürgerkrieg herrscht: Bewaffnete Rebellen kämpfen dort für die Unabhängigkeit. Erst im August flammten die Kämpfe neu auf, über 5.000 Menschen flohen seitdem nach Gambia - und viele davon suchen nun nach Möglichkeiten zur Weiterreise.

22.09.2006, Österreich24

USA planen "unsichtbaren Zaun"

Die USA wollen ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada mit einem völlig neuartigen System von 1.800 Türmen, Kameras und Bewegungsmessern überwachen. Wie das Ministerium für Innere Sicherheit mitteilte, wurde der entsprechende Großauftrag an den Boeing-Konzern vergeben. Das Ministerium erklärte, es handle sich um einen "unsichtbaren Zaun". Laut Presseberichten hat der Auftrag einen Gesamtwert von 2,5 Milliarden Dollar (knapp zwei Milliarden Euro).

22.09.2006, Megawelle Canarias

Kanaren - Staatsanwälte untersuchen Lager

Auf den Kanaren werden diese Woche Staatsanwälte die Einwanderzentren der Inseln inspizieren. Nach kritischen Medienberichten in den letzten Tagen über den schlechten Zustand der Lager prüfen sie nun die Situation. Die Gesetzeshüter werden prüfen, ob die Lager zu voll sind, ob die Einwanderer medizinisch versorgt werden und ob ihnen genügend Lebensmittel zur Verfügung stehen. Auch die hygienische Situation soll beeurteilt werden. Ziel ist es nach der Untersuchung eine gemeinsame humanitäre Lösung zu finden.

22.09.2006, Oberösterreichische Nachrichten

Flüchtlingswelle ohne Ende auf Lampedusa

Rom (APA) - Die Flüchtlingswelle, von der seit Monaten die sizilianische Insel Lampedusa betroffen ist, nimmt kein Ende. Am Freitag wurde ein Boot mit 230 Immigranten an Bord von der Küstenwache nach Lampedusa eskortiert. Die Flüchtlinge wurden in das Aufnahmezentrum der Insel zur Identifikation gebracht. Am Donnerstag war ein weiteres Boot mit 160 Menschen aufgegriffen worden.

22.09.2006, Wiesbadener Kurier

Im selben Boot, aber nicht einig

Zwei Boote in verzweifelter Lage trieben am Donnerstag auf hoher See. Das eine hatte 180 Menschen an Bord und steuerte von Afrika kommend zielstrebig Europa - genauer: die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa - an. Seine Insassen wurden gerettet. Das andere hatte 50 Minister an Bord und dümpelte steuerlos im finnischen Tampere. Sein Ziel ist ungewiss.

22.09.2006, taz

Eine Zukunft für Flüchtlinge in Deutschland

Erstmals seit sieben Jahren wollen sich die Innenminister von Bund und Ländern auf eine Altfallregelung für langjährig hier lebende abgelehnte Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge einigen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat heute Landesinnenminister und Koalitionspolitiker zu einem Arbeitstreffen nach Berlin geladen.

22.09.2006, Der Tagesspiegel

Flüchtlinge auf den Kanaren: Alltag im Elend

Sie schlafen auf dem nackten Boden, auf Pappkartons oder Plastikplanen. Eine Matratze oder ein Bett zu ergattern, ist schon ziemlicher Luxus. Es riecht nach menschlichen Ausscheidungen; Toiletten und Duschen sind verstopft. Nachts suchen Ratten zwischen den afrikanischen Flüchtlingen, die wie Sardinen zusammengedrängt die Nacht verbringen, nach Essbarem: Alltag in den Auffanglagern auf den Kanarischen Inseln, in denen derzeit rund 10 000 illegale Einwanderer festgehalten werden.

21.09.2006, Der Standard, Wien

Spanien: Wirtschaft braucht Zuwanderer

Bis zu 1,2 Millionen illegal in Spanien lebende Immigranten wurden in den vergangenen Jahren von sozialistischen wie von konservativen Regierungen in Massenamnestien mit Papieren ausgestattet. Der Grund: Spanien braucht die Immigranten, um wirtschaftlich weiter zu wachsen. Und noch wertvoller sind diese Einwanderer, wenn sie legal sind und in die Staatskassen einzahlen.

21.09.2006, ZDF

Tampere-Gipfel: Migration spaltet EU

Der Vorsitzende des EU-Parlamentsausschusses für Justiz und Inneres hat die Mitgliedstaaten am Donnerstag zur Aufgabe des nationalen Vetorechts aufgerufen. Bei Beratungen der EU-Justiz- und Innenminister in Finnland sagte Jean-Marie Cavada, der Zwang einstimmiger Entscheidungen behindere eine rasche Antwort in Einwanderungsfragen.

21.09.2006, Associated Press

Frontex-Direktor wirft EU mangelhafte Kooperation vor

Tampere (AP) Der Direktor der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Ilkka Laitinen, fühlt sich von den EU-Staaten offenbar im Stich gelassen. Beim Treffen der EU-Justiz- und Innenminister im finnischen Tampere warf Laitinen den Ressortchefs mangelnde Unterstützung seiner oft kritisierten Behörde vor.

21.09.2006, Yahoo!Nachrichten

Italien: 160 afrikanische Flüchtlinge gerettet

Ein Flüchtlingsboot mit 160 afrikanischen Flüchtlingen an Bord ist am frühen Donnerstagmorgen vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa aufgegriffen worden. Die italienische Küstenwache habe die Flüchtlinge in ein Auffanglager auf der Insel geleitet, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

21.09.2006, Die Welt

EU-Fondsmittel für Flüchtlings-Katastrophe?

Tampere (dpa) - EU-Justizkommissar Franco Frattini will den europäischen Katastrophenfonds zur Bewältigung des Flüchtlingsproblems im Süden der Europäischen Union heranziehen. Bisher sei der so genannte Solidaritätsfonds nur nach Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Waldbränden eingesetzt worden. «Diese tausenden Leute, die da ertrinken, das ist doch auch eine Katastrophe», sagte der EU-Kommissar.

21.09.2006, tagesschau.de

Madrid und Berlin streiten über Flüchtlingshilfen

Das Problem des Flüchtlingstroms übers Mittelmeer nach Südeuropa entzweit die EU-Innenminister. Vor allem Deutschland und Spanien streiten über eine stärkere europäische Finanzierung des Kampfes gegen illegale Einwanderung. Während der spanische Justizminister Juan Fernando Lopez Aguilar beim Treffen mit seinen Ressortkollegen Hilfe der EU-Partner einforderte, sagte Bundesinnenminister Schäuble, der Ruf nach dem Geld anderer sei immer der bequemste.

21.09.2006, Der Standard, Wien

Legalisierung illegaler Flüchtlinge "falsches Signal"

Tampere - Spanien hat vor einem Jahr mit der Legalisierung illegal ins Land gelangter Flüchtlinge nach Meinung von Justizministerin Karin Gastinger (B) ein falsches Signal gesetzt. Gastinger sagte vor dem Beginn der Diskussionen über eine solidarische Vorgangsweise der EU in Flüchtlingsfragen beim informellen Rat der Justiz- und Innenminister der EU in Tampere, eine derartige Maßnahme sei aus österreichischer Sicht keine Lösung.

21.09.2006, Die Neue Epoche

Beckstein: Klagen Spaniens "übertrieben"

Tampere - Der bayerische Innenminister Günther Beckstein hat die Klagen Spaniens und Italiens über den Flüchtlingsansturm aus Afrika für übertrieben erklärt. «Das 20.000 oder 25.000 Menschen auf die Kanarischen Inseln kommen, daran wird Spanien nicht zu Grunde gehen», sagte Beckstein vor Beratungen der EU-Justiz- und Innenminister in Finnland. In Deutschland seien einmal in einem einzigen Jahr 448.000 Flüchtlinge eingetroffen, und «wir haben das damals allein bewältigt», erklärte Beckstein.

21.09.2006, Megawelle Canarias

EU-Komission reagiert auf Flüchtlingswelle

Die Europäische Komission hat rund 3,3 Millionen Euro Soforthilfe für Italien, Malta und Spanien bereitgestellt um die Situation in den überfüllten Auffanglagern zu verbessern. Knapp 8.000 illegale Immigranten aus Afrika sind in vorläufigen Camps allein auf den kanarischen Inseln untergebracht. Laut spanischen Zeitungsberichten herrschen in den Lagern menschenunwürdige Bedingungen.

21.09.2006, Der Tagesspiegel

Flüchtlinge – EU sucht ihre Linie

Brüssel - Den Vorwurf der Untätigkeit kann man der Brüsseler EU-Kommission jetzt wohl nicht mehr machen. Am Mittwoch beschloss sie, die Zusammenarbeit mit Nicht EU-Staaten bei der Asyl- und Migrationspolitik mit 45 Millionen Euro zu unterstützen. Herkunfts- und Transitländer sollten damit die Ursachen für illegale Einwanderung in die EU angehen. Außerdem unterstützt die Kommission Spanien, Italien und Malta bereits mit rund 3,3 Millionen Euro bei der Aufnahme der zahlreichen Bootsflüchtlinge.

21.09.2006, Nachrichten.ch

Frontex: 137 Flüchtlinge entdeckt

Dakar - Eine gemeinsame Grenzschutzpatrouille der EU und des Senegal hat vor der westafrikanischen Küste ein Boot mit mehr als 130 illegalen Einwanderern aufgetrieben.

20.09.2006, Bundesministerium des Innern

Europäische Staaten gegen illegale Migration

Am Morgen des 20. September 2006 endete in Benin eine am 18. September 2006 begonnene gemeinsame Sammelrückführung. Die Maßnahme fand unter der Federführung Deutschlands und mit Beteiligung der Niederlande, Frankreichs, der Schweiz und Maltas statt. Insgesamt konnten 9 guineische, 14 togoische und 8 beninische Staatsangehörige von Hamburg aus mit Sicherheitskräften in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.

20.09.2006, Die Presse, Wien

EU: Hilfe für jeden Zuwanderer

Wien/Helsinki. Die EU startete eine Offensive zur Bewältigung der Fluchtwelle aus Afrika. Nach einem Hilferuf der betroffenen Länder Italien, Malta und Spanien wird die finnische Präsidentschaft bei dem heute, Mittwoch, beginnenden Treffen der EU-Innenminister in Tampere, einen Vorschlag vorlegen, wie künftige Migrationswellen gemeinsam abgefedert werden können. Kernpunkt des Vorschlags ist eine finanzielle Abgeltung für das Zielland.

20.09.2006, Tagesanzeiger, Zürich

Spanien fliegt Flüchtlinge zurück

Mehr als 420 illegale Einwanderer aus dem Senegal sind seit vergangener Woche von den Kanarischen Inseln in ihre Heimat zurückgebracht worden.

19.09.2006, Wochenblatt Kanaren

"15 bis 17 Tote bei der Überfahrt"

Kanarische Inseln - Bei der Vernehmung der 56 Immigranten, die letzten Freitag in sehr schlechtem Zustand in Teneriffa-Süd ankamen, wurden schreckliche Einzelheiten der Überfahrt bekannt. Laut den Aussagen mehrerer Afrikaner mussten sie unterwegs die Leichen von "etwa 15 bis 17 Kollegen" über Bord werfen, die aufgrund der harten Bedingungen an Bord ums Leben gekommen waren.

19.09.2006, Basler Zeitung

Illegale Einwanderer in griechischem Minenfeld getötet

Athen. SDA/baz. Zwei illegale Einwanderer sind an der griechisch-türkischen Grenze in ein Minenfeld geraten und bei einer Explosion ums Leben gekommen. Sieben andere Zuwanderer konnten unverletzt aus dem Minenfeld entkommen.

19.09.2006, Basler Zeitung

"Verheerende Umstände" in Flüchtlingscamps auf Kanaren

Madrid. DPA/baz. In den Aufnahmelagern für afrikanische Flüchtlingen auf den Kanarischen Inseln herrschen nach Presseberichten menschenunwürdige Bedingungen. Einige Camps seien so überfüllt, dass zahlreiche Afrikaner unter freiem Himmel schlafen müssten, berichtete die spanische Zeitung "El Mundo" am Dienstag.

19.09.2006, Megawelle Canarias

Kanaren - Mehr Polizeibeamte für die Flüchtlingslager

Für die Sicherheit der kanarischen Auffanglager werden knapp 500 zusätzliche Polizeibeamte bereitgestellt. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen kanarischen und spanischen Politikern an dem auch Antonio Camacho, Staatssekretär für Sicherheit, teilnahm.

19.09.2006, taz

Migration und das Geschäft mit der Armut

Armut und Perspektivlosigkeit sind die wichtigsten, wenn auch nicht die einzigen Gründe für die Migration aus den Ländern des Südens in den Norden. Mehr oder weniger legale Netzwerke von Vermittlern und Schlepperbanden schöpfen dabei erhebliche Gewinne ab. Denn das Geschäft mit billigen Arbeitskräften und vor allem mit Prostituierten blüht weltweit

18.09.2006, Kanaren Nachrichten

145 Afrikaner erreichten in 3 Booten Teneriffa und Gran Canaria

Canaria / Teneriffa - 145 afrikanische Immigranten erreichten in 3 Booten die Kanaren Inseln Teneriffa und Gran Canaria, einer der Flüchtlinge starb kurz nach der Ankunft.

18.09.2006, Megawelle Canarias

Teneriffa - Asiatische Flüchtlinge werden abgeschoben

Gemeinsam mit verschiedenen diplomatischen Vertretungen versucht die spanische Regierung zurzeit die Identität der 160 asiatischen Immigranten zu klären, die am Freitag auf einem Kutter vor der Küste Teneriffas aufgegriffen wurden. Noch in dieser Woche sollen die Immigranten nach Angaben der spanischen Behörden abgeschoben werden.

18.09.2006, Neues Deutschland

Die Bundespolizei rät: Aufgreifen und abschieben

Die EU-Anti-Flüchtlingspolitik wird immer rigider – Deutschland hilft mit Experten. Zum ersten Mal haben spanische Behörden am Freitag vergangener Woche afrikanische »Boat-People« nach Senegal zurückgeflogen. Eine hilflose Aktion, denn fast zeitgleich kamen 200 pakistanische Flüchtlinge mit dem Boot auf die Kanarischen Inseln.

17.09.2006, Agence France Presse

41 Flüchtlinge vor griechischer Insel aufgegriffen

Die griechische Küstenwache hat am Sonntag auf einer kleinen unbewohnten Insel vor Chios in der östlichen Ägäis 41 Flüchtlinge aufgegriffen. Auch zwei mutmaßliche Menschenschmuggler wurden festgenommen, wie das Ministerium für die Handelsmarine in Athen bekannt gab.

17.09.2006, Basler Zeitung

Flüchtlingsboot gesunken - Vermutlich mehrere Tote

Rom. DPA/baz. Beim Untergang eines Flüchtlingsboots mit rund 25 Passagieren auf dem Fahrt von Nordafrika nach Italien sind am Sonntag vermutliche mehrere Menschen ertrunken. Nach Informationen des italienischen Fernsehens konnten tunesische Schiffe rund ein Dutzend Migranten retten.

17.09.2006, NetZeitung

Verzweifelte Odyssee: Von Asien zu den Kanaren

Nahezu täglich treffen auf den Kanaren neue Flüchtlinge ein, die eine lebensgefährliche Bootstour von Afrika hinter sich haben. Jetzt kamen erstmals sogar Flüchtlinge aus Asien auf den spanischen Inseln an.

17.09.2006, 20minuten

Afrikanische Flüchtlinge: Köpfe abgetrennt

Welche Dramen sich auf den afrikanischen Flüchtlingsbooten abspielen, kann nur erahnt werden. Fischer fanden gestern vor der marokkanischen Küste in ihren Netzen die abgetrennten Köpfe zweier mutmasslicher Boatpeople.

16.09.2006, Die Presse, Wien

EU will eigene Schiffe für Grenzschutz

Brüssel (ki). Mangelndes Geld und mangelnde Solidarität durch die EU-Mitgliedstaaten verhindern, dass die Anfang August begonnenen Küstenpatrouillen durch die EU-Grenzagentur Frontex wirklich greifen. EU-Justizkommissar Franco Frattini sagte, es fehle an Schiffen, Flugzeugen und Personal.

16.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

Wende in Spaniens Immigrationspolitik

Unter dem Eindruck der Flut von Einwanderern auf den Kanarischen Inseln hat die spanische Regierung eine Wende in der Einwanderungspolitik vollzogen. Legalisierungsaktionen wie im letzten Jahr sollen in Zukunft unterbleiben, alle «Illegalen» repatriiert werden.

16.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

Kommentar: Europäische Mühen mit Migranten

Unverwüstliche Optimisten vermögen im anschwellenden Treck afrikanischer Migranten nach Europa nur Gutes zu entdecken. Er beweist ihnen, dass Europa ein Leitstern für Afrika geblieben ist, ein Hort der Zuflucht vor Hoffnungslosigkeit und Langeweile. Wenn der alte Kontinent für Hunderttausende von afrikanischen Auswanderern zum Fluchtpunkt ihrer Träume von einem besseren Leben wird - beweist dies etwa nicht, dass er ein attraktiver Arbeits- und Lebensraum geblieben ist?

15.09.2006, Megawelle Canarias

Kanaren - Flüchtlingskinder werden ausgeflogen

500 der mehr als 850 afrikanischen Kinder und Jugendlichen die sich im Moment in den Auffanglagern auf Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura befinden, sollen in der kommenden Woche aufs spanische Festland geflogen werden. Die Höchstzahl von Flüchtlingen unter 18 Jahren wurde gestern vom kanarischen Parlament auf 300 festgelegt.

15.09.2006, no-racism.net

Kanaren - Migration - Unruhen

Während die Medien seit Monaten über eine "Flut von MigrantInnen" berichten, die über die Küsten der Kanarischen Inseln die Festung Europa erreicht, eskaliert in den dortigen Auffanglagern die Situation. Es kam zu mehreren Aufständen der Internierten.

15.09.2006, Basler Zeitung

Annan: Einwanderung bietet Staaten auch Chancen

New York. SDA/Reuters/baz. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die Staatengemeinschaft aufgefordert, Migration auch als Chance und nicht nur als Gefahr anzusehen. Im vergangenen Jahr hätten Auswanderer rund 130 Mrd. Euro an ihre Familien geschickt, die zumeist in armen und unterentwickelten Ländern lebten, sagte Annan. Im Gegenzug brächten die Emigranten ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in ihren Gastgeberländern ein.

15.09.2006, Kanaren Nachrichten

Kanaren - "Patera" aus Marokko erreicht Gran Canaria

Die kleinen Boote der Immigranten sind nicht einfach "kleine Boote", es sind "Pateras". Patera ist lateinisch und heisst auf Deutsch: "Opferschale", so wie die Opferschale, die der Priester während der Wandlungszeremonie in der katholische Messe mit der darinliegenden Hostie über seinen Kopf hebt. Und in Marokko nennen die Betroffenen diese Nussschalen "patera de la muerte" = Opferschalen des Todes.

15.09.2006, EuroNews

Frontex: "Mission vor Kanaren erfolgreich"

VIDEO - Europa auf der Jagd nach illegalen Einwanderern: Seit der Flut von Flüchtlingsbooten auf die Kanarischen Inseln und seit Spaniens Hilferuf nach Solidarität patrouillieren EU-Schiffe und -Flugzeuge zwischen Spanien und Afrika. Die Mission sei erfolgreich, ließ Frontex, die zuständige noch junge EU-Agentur für Grenzschutz jetzt in einer Pressemitteilung wissen.

15.09.2006, Die Welt

Schiff mit 216 asiatischen Flüchtlingen vor Teneriffa

Santa Cruz (dpa) - Vor der Kanaren-Insel Teneriffa ist ein Schiff mit 216 illegalen asiatischen Einwanderern angekommen. Nach Behördenangaben vom frühen Freitagmorgen wurden 18 gesundheitlich angeschlagene Migranten in den Hafen von Los Cristianos gebracht.

15.09.2006, Schweizer Fernsehen

Spanien beginnt mit Abschiebungen

Nach langem Ringen mit den senegalesischen Behörden sind afrikanische Flüchtlinge von den Kanaren in den Senegal zurückgeflogen worden. Eine Maschine mit rund 60 Menschen landete am Donnerstagabend in Saint-Louis im Nordwesten des Senegal.

15.09.2006, Die Zeit

Kanaren: Erste pakistanische Flüchtlinge angekommen

Erstmals sind auch Bootsflüchtlinge aus Asien auf den Kanaren angekommen. Gleichzeitig wurden Flüchtlinge aus dem Senegal per Flugzeug wieder zurückgeflogen.

15.09.2006, Die Presse, Wien

Flüchtlinge: Senegal verhindert Rückführung

MADRID/DAKAR. Die beiden spanischen Charter-Maschinen standen in der Nacht schon auf dem Rollfeld des Flughafens der Urlaubsinsel Fuerteventura: Doch dann hoben die beiden Passagierflugzeuge doch nicht ab. An Bord waren etwa 100 senegalesische Flüchtlinge, begleitet von 80 Polizisten. Sie sollten in ihre Heimat abgeschoben werden.

14.09.2006, Associated Press

Schäuble fordert Stärkung von Frontex

Brüssel (AP) Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sieht eine bessere Ausstattung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und eine Stärkung der Polizeibehörde Europol als Prioritäten der gemeinsamen EU-Sicherheitspolitik. Bislang sei Frontex unzureichend ausgestattet, erklärte der CDU-Politiker. Dies zeige sich daran, dass etwa Italien ihn bilateral um Bundespolizisten für die Bewältigung des Flüchtlingsstroms auf der Insel Lampedusa ersucht habe.

14.09.2006, Neues Deutschland

Migration: »Win-Win-Situation« für alle

Bei den Vereinten Nationen (UN) in New York beginnt heute eine Konferenz, bei der der Zusammenhang von internationaler Migration und Entwicklungspolitik im Mittelpunkt steht.

14.09.2006, taz

Spanien schickt Afrikaner zurück

Die spanische Regierung vereinbart mit Senegal Massenabschiebungen von Flüchtlingen und schärfere Überwachung. Neue Rechtshilfeabkommen mit Mauretanien sollen weiter dafür sorgen, dass weniger Menschen auf den Kanaren ankommen.

13.09.2006, Österreich24

Verschollen in Transkarpatien

Nicht nur aus Afrika drängen viele Menschen nach Europa: In ukrainischen Lagern an der EU-Außengrenze fristen Tausende Asiaten ein trauriges Dasein.

13.09.2006, Kanaren Nachrichten

Kanaren - Bereits 24.467 afrikanische Immigranten

Eine Zwischenbilanz der kanarischen Regierung gab Anfang der Woche bekannt, daß im aktuellen Jahr bereits knapp 25.000 sogenannte 'sin papeles' auf den Kanaren erfasst wurden, 502 von ihnen waren Jugendliche unter 18 Jahren.

13.09.2006, Evangelische Zeitung

EKD fordert humanitäre Standards für Flüchtlinge

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat gefordert, dass für in Deutschland lebende Menschen ohne Aufenthaltsrecht grundlegende sozial- und menschenrechtliche Standards gelten. "Auch Menschen ohne Aufenthaltspapiere stehen unter dem Schutz des Grundgesetzes", erklärte die EKD in einem am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Text.

13.09.2006, Die Presse, Wien

Spanien: Tausend Flüchtlinge werden abgeschoben

Kurswechsel im Umgang mit illegalen Einwanderern in Spanien: Nachdem vor zwei Jahren 750.000 Personen legalisiert wurden, startet in der Nacht auf Donnerstag die Rückführung senegalesischer Flüchtlinge.

13.09.2006, Die Welt

Kursänderung bei illegaler Einwanderung

Spaniens Regierung und die Opposition, normalerweise heillos zerstritten, sind sich zumindest in einem Punkt einig geworden: Die Flut von illegalen Einwanderern muss gestoppt werden, und zwar schnell.

13.09.2006, Die Welt

Kommentar: Zapateros Botschaft

Viel zu lange hat die spanische Regierung zugesehen, wie die Kanarischen Inseln von Schleuserbanden als Drehscheibe des organisierten Menschenhandels benutzt worden sind. Von Manfred Pantförder

12.09.2006, Neue Rheinische Zeitung

Zur Kriminalisierung der "Illegalen"

Die extreme globale Ungleichverteilung materieller und sozialer Ressourcen hat Menschen in Bewegung gesetzt, die selbst die Todesgefahr nicht scheuen, um in einem der reichen Staaten Arbeit und Einkommen zu finden. Diese Staaten reagieren in der Regel mehr mit Repression als mit Integration. Wer die Auseinandersetzung mit dieser Repression nicht scheut, kann lernen, wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geschürt werden.

12.09.2006, Europäisches Parlament

Musikalisches Plädoyer für Einwanderungspolitik

Tausende Menschen versuchen jedes Jahr illegal nach Europa einzuwandern und nehmen dabei oft hohe Risiken in Kauf. Schlepper ziehen Profit aus den Träumen vom besseren Leben in Europa. Die EU muss dringend wirksame Antworten auf diese Problematik finden – darauf soll ein Konzert des italienischen Künstlers Claudio Baglioni aufmerksam machen, das am Mittwochabend (13. September) im Plenarsaal des Europaparlaments stattfindet und auf EP-Live übertragen wird.

12.09.2006, Yahoo!Nachrichten

Merkel: Solidarität bei Flüchtlingsproblematik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Spanien bei der Flüchtlingsproblematik die Solidarität Deutschlands zugesichert. Die Flüchtlinge aus Afrika seien "ein gesamteuropäisches Problem", sagte Merkel bei ihrem Treffen mit dem spanischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero am Bodensee. An dieser Stelle werde sich zeigen, "ob Europa auch gemeinsam Hilfe leisten kann".

12.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

Die kanarischen Behörden verlieren die Geduld

Die Regionalbehörden der Kanarischen Inseln sehen sich vom Zustrom der Armutsmigranten aus Afrika zunehmend überfordert. Die Aufnahmelager sind überfüllt, die Überführung auf das Festland hält mit den Ankünften nicht Schritt. Eine Erleichterung erhofft man sich vor allem durch eine bessere Zusammenarbeit mit Senegal.

12.09.2006, stern

UN will Puzzle zusammensetzen

Migration als Bedrohung oder Nutzen? Dem Ansturm illegaler Einwanderer und der Angst vor Terrorismus steht das Recht auf Bewegungsfreiheit gegenüber. Nun will die UN die Teile des "Migrations-Puzzles" auf einer Konferenz zusammenfügen.

12.09.2006, Megawelle Canarias

Kanaren - Flüchtlingslager werden vergrößert

Die bestehenden Auffanglager für Flüchtlinge auf den kanarischen Inseln werden vergrößert. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung im Parlament der Autonomieregierung. Unklar ist um wieviel Plätze die Lager erweitert werden sollen. Froilán Rodríguez, Sozialminister auf den Kanaren, drängte gestern auf eine Änderung der 40 Tage Regelung - diese muß seiner Meinung nach spanienweit sofort verlängert werden.

12.09.2006, Der Standard, Wien

UNHCR fordert legale Wege für EU-Einwanderer

Brüssel/Madrid - Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, hat legale Wege für Einwanderer in die Europäische Union gefordert. Wenn der Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften nicht legal ausgeglichen werden, setzten sich illegale Mittel durch, sagte Guterres am Dienstag nach Gesprächen bei der Brüsseler EU-Kommission. Die EU sollte deshalb eine "Strategie für die rechtmäßige Einwanderung entwickeln", sagte der UN-Hochkommissar.

12.09.2006, Deutschlandfunk

Spanien und die Einwanderer

Mehr als 25.000 afrikanische Flüchtlinge sind in diesem Jahr schon auf die Kanarischen Inseln gekommen. Inzwischen haben Deutschlands Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wie auch sein französischer Amtskollege Nicolas Sarkozy Spaniens tolerante Einwanderungspolitik kritisiert. So wird vor allem über dieses Thema geredet werden bei den deutsch-spanischen Konsultationen von Angela Merkel und Jose Luis Rodriguez Zapatero, die heute am Bodensee beginnen.

12.09.2006, tagesschau.de

Der Traum von Europa - und die harte Realität

Heute trifft Bundeskanzlerin Merkel ihren spanischen Kollegen Zapatero zu Konsultationen. Dabei dürfte der auch den Strom afrikanischer Flüchtlinge nach Spanien ansprechen. Seit Januar sind rund 24.000 Immigranten auf den Kanaren gelandet. Sie träumen von einer goldenen Zukunft in Europa - doch meist kommt es ganz anders.

12.09.2006, nachrichten.at

Kanaren: Flüchtlinge vor Abschiebung

SANTA CRUZ. Der Zustrom afrikanischer Bootsflüchtlinge auf die Kanarischen Inseln hält unvermindert an. Mehreren Tausend auf die Inselgruppe gelangten Senegalesen droht inzwischen die Abschiebung in ihre Heimat. Die Flüchtlinge wurden von Polizeiexperten des westafrikanischen Landes identifiziert, die sich seit vergangener Woche auf den Kanaren befinden.

11.09.2006, Kanaren Nachrichten

FRONTEX stoppt Flüchtlingsboot vor Mauretanien

Auch am vergangenen Wochenende setzte sich die Ankunft von Flüchtlingsbooten auf den Kanaren Inseln unvermindert fort. Auch wenn ein Patroulienboot der FRONTEX das erste Cayuco vor der Küste Mauretaniens aufbrachte, kamen insgesamt 10 Boote mit insgesamt 736 Flüchtlingen auf den Kanaren an. Das letzte der Boote erreichte die Kanaren Insel Teneriffa in der vergangenen Nacht um 00:15 Uhr.

11.09.2006, 20min, Zürich

Neues Asylgesetz spaltet Schweiz

Am 24. September stimmen die Schweizer über das neue Asylgesetz ab. Kernpunkt der Vorlage ist es, dass Gesuche von Personen, die ohne glaubhafte Begründung keine Identitätspapiere abgeben, kein Asyl erhalten. Abgewiesene Personen, welche die Schweiz nicht verlassen, sollen keine Sozialhilfe mehr erhalten und zudem bis zu 2 Jahre in Abschiebehaft genommen werden können.

11.09.2006, Belgischer Rundfunk

Hunderte Flüchtlinge auf den Kanaren

Der Zustrom afrikanischer Bootsflüchtlinge auf die Kanarischen Inseln reißt nicht ab. Wie die spanischen Behörden heute mitteilten, sind am Wochenende erneut mehr als 700 illegale Zuwanderer auf den Kanaren gelandet. Damit sind seit Jahresbeginn bereits etwa 24.000 Immigranten auf der spanischen Inselgruppe gelandet.

11.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

Nächtliche Ankunft im Hafen von Teneriffa

Auf den Kanarischen Inseln landen zurzeit neben Tausenden von Touristen tagtäglich auch Hunderte von Armutsmigranten aus Afrika. Sie werden von der Küstenwache, dem Roten Kreuz, dem Zivilschutz und der Polizei empfangen. Zurückgeschickt werden können sie selten.

11.09.2006, Bieler Tagblatt

Flüchtlingskrise: Ghaddafi schlägt Europa Handel vor

Nach Auffassung von Libyen sollten die europäischen Staaten zehn Mrd. Euro jährlich nach Afrika überweisen, um so die illegale Einwanderung nach Europa zu bekämpfen. Die afrikanischen Staats- und Regierungschefs wollten diese Bitte zum Abschluss ihres Treffens im libyschen Sirte formulieren, sagte der Machthaber des Landes, Muammar Gaddafi.

10.09.2006, Nachrichten.ch

Lage auf den Kanaren spitzt sich zu

Lampedusa - Am Wochenende haben nach Behördenangaben erneut fast 1000 afrikanische Bootsflüchtlinge die Kanaren und die italienische Insel Lampedusa erreicht.

10.09.2006, Der Standard, Wien

Spanien befürchtet Anstieg der Flüchtlingszahlen

Santa Cruz de Tenerife - Die Polizeihubschrauber der Europäischen Union auf den Kanaren und in Afrika sind wegen des ruhigen Wetters auf dem Atlantik in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, wie ein Sprecher der spanischen Küstenwacht am Samstag mitteilte. Es sei zu befürchten, dass noch mehr Menschen in Afrika versuchten, illegal nach Spanien einzureisen.

09.09.2006, Basler Zeitung

Mehr als 380 Afrikaner auf Lampedusa gelandet

Rom. AP/baz. Auf der vor Sizilien gelegenen Fischerinsel Lampedusa sind am Freitag mehr als 380 Flüchtlinge aus Nordafrika gelandet. In einem 20 Meter langen Holzboot trafen 345 Flüchtlinge ein, wie die Hafenbehörde in Palermo mitteilte. Danach erreichte ein Schlauchboot mit 39 Personen die Insel.

08.09.2006, RBB inforadio

Flüchtlinge auf den Kanaren - "Die Welle wird stärker"

Interview mit Stefanie Matthiesen. Sie ist Chefredakteurin von SUN RADIO, einem Radio für Urlauber und Deutsche, die dauerhaft auf den Kanaren leben, ein Programm, das mit Musik und Informationen versucht, gute Laune zu verbreiten. Die Redaktion hat ihre Büros auf Gran Canaria. (AUDIO)

08.09.2006, Der Tagesspiegel

Senegal: „Auch wir sind gegen illegale Einwanderung“

Interview mit Abdoulaye Wade, Präsident des Senegal, über den Flüchtlingsstrom auf die Kanarischen Inseln: "Ich will nicht, dass die Senegalesen ihr Land Richtung Spanien, nach Europa oder Richtung Amerika verlassen. Ich will den Senegal nicht ohne seine Jugend weiter aufbauen."

08.09.2006, taz

Pro Asyl: "Jeder Flüchtling braucht illegale Hilfe"

Interview mit Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl: "Die EU sollte legale Einwanderungsmöglichkeiten schaffen und sich um die Ursachen von Migration und Flucht kümmern. Sie schottet ihre Märkte ab und lässt viel zu wenig afrikanische Waren nach Europa. Ihre aggressive Fischereipolitik vernichtet viele Existenzen in Afrika, weil Fanggründe industriell leergefischt werden."

07.09.2006, Münchner Merkur

Barroso ruft EU-Staaten zu Hilfe in Flüchtlingskrise auf

Angesichts des Flüchtlingszustroms nach Südeuropa erhöht die Europäische Kommission den Druck auf die Mitgliedstaaten. Kommissionspräsident José Manuel Barroso forderte die Staats- und Regierungschefs schriftlich zur Unterstützung der besonders betroffenen Länder Spanien, Italien und Malta auf.

07.09.2006, Basler Zeitung

Verletzte bei Aufstand in Flüchtlingslager auf Kanaren

Puerto del Rosario. DPA/baz. Bei einer Revolte in einem Aufnahmelager für afrikanische Bootsflüchtlinge auf der Kanaren-Insel Fuerteventura sind fünf Polizisten und mehrere Immigranten leicht verletzt worden. Auslöser sei der Versuch eines der 1400 dort untergebrachten Zuwanderer gewesen, ein zusätzliches Abendessen zu bekommen, teilten die Behörden am Donnerstag mit.

07.09.2006, Kanaren Nachrichten

Kanaren vor "Flüchtlingskollaps" - Hilferuf an die EU

Knapp 1.000 Immigranten innerhalb von nur 24 Stunden - Die Regionalregierung macht die EU erneut auf die Dringlichkeit des Flüchtlingsproblems aufmerksam, doch die Hilferufe verhallen in Brüssel genauso, wie bei der europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX. Der Präsident der Regionalregierung auf den Kanaren, Adan Martin, sagte über die Flüchtlingswelle: "Das ist Spaniens schlimmste humanitäre Krise seit dem Bürgerkrieg".

07.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

UNO: Migranten leisten die meiste Entwicklungshilfe

Fast die Hälfte der auf 191 Millionen geschätzten Migranten weltweit sind Frauen. Der Uno-Bevölkerungsfonds fordert die Anerkennung ihres Beitrages zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer. Die öffentliche Debatte müsse wegkommen von reaktionärem Sensationalismus und der Betonung des «Fremdseins». Stattdessen müsse anerkannt werden, «dass wir einer gemeinsamen Menschheit angehören, die uns in einer zunehmend grenzenlosen Welt verbindet».

07.09.2006, Tagesanzeiger, Zürich

Spanien: "Härtere Gangart" gegen Flüchtlinge

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero will gegen illegal Eingewanderte vorgehen. Dies erklärte er mit Blick auf den stetigen Flüchtlingsstrom aus Afrika auf die Kanaren. «Spanien akzeptiert versteckte oder illegale Einwanderung nicht und wird sie auch niemals akzeptieren», sagte der spanische Premier Zapatero dem Radiosender Cadena Ser.

06.09.2006, ZDF

UNO: Mehr Flüchtlinge als je zuvor

Die Zahl der Migranten hat weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Inzwischen leben bereits mehr als 191 Millionen Menschen fern ihrer Heimat, weil sie bewaffneten Konflikten, Armut oder Hoffnungslosigkeit entrinnen wollen. Hinzu kommen etwa 30 bis 40 Millionen, die illegal in einem anderem Land leben.

06.09.2006, Basler Zeitung

Neuer Rekord: 900 Bootsflüchtlinge an einem Tag

Santa Cruz. SDA/baz. Der Zustrom afrikanischer Bootsflüchtlinge auf die Kanarischen Inseln schwillt weiter an. Innerhalb von nur 24 Stunden landeten knapp 900 illegale Zuwanderer auf der spanischen Inselgruppe.

06.09.2006, Deutschlandradio Kultur

"Viel zu zögerlich und zu national"

Angesichts der Flüchtlingsströme auf den Kanaren hat der Migrationsexperte der SPD im Europäischen Parlament, Wolfgang Kreissl-Dörfler, die EU-Länder kritisiert. Die Mitgliedsstaaten seien "viel zu zögerlich und zu national", sagte Kreissl-Dörfler im Deutschlandradio Kultur.

06.09.2006, tagesschau.de

Kanaren können Flüchtlingsansturm kaum bewältigen

Die Regionalregierung der Kanaren hat angesichts der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen einen dringenden dringenden Hilfsappell an die Regierung in Madrid und an die EU gerichtet. "Wie viele Leichen und wie viele Bilder entkräfteter Menschen sind noch notwendig, damit Spanien und Europa begreifen, dass es sich um ein gemeinsames Problem handelt?", fragte der Präsident der Kanarischen Inseln, Adan Martin, bei einer Dringlichkeitssitzung des Regionalparlaments.

06.09.2006, Die Presse, Wien

EU: Neuer Kommissar für Einwanderung

Brüssel. Die EU richtet sich offenbar darauf ein, dass Flüchtlingskrisen keine Ausnahme, sondern Teil des europäischen Alltags darstellen. Laut Nachrichtenagentur Reuters erwägt die EU-Kommission bereits für Januar 2007 die Schaffung eines neuen Ressorts für Einwanderungsfragen.

05.09.2006, Der Standard, Österreich

"Wie viele Tote muss es noch geben?"

Der kanarische Regierungschef Adán Martín hat der spanischen Regierung und der Europäischen Union angesichts der Flüchtlingskrise auf der Inselgruppe Untätigkeit vorgeworfen. "Wie viele Tote muss es noch geben, damit endlich etwas unternommen wird?", beklagte er am Dienstag in einer Rede im Regionalparlament in Santa Cruz auf Teneriffa.

05.09.2006, Megawelle Canarias

Kanaren: Auffanglager völlig überfüllt

Die Situation in den kanarischen Flüchtlingslagern spitzt sich zu. Nach der Massenankunft von knapp 1.500 Flüchtlingen am Wochenende, sind gestern im Laufe des Tages rund 400 Flüchtlinge auf Teneriffa, Gran Canaria und El Hierro angekommen. Damit sind die Kapazitäten in den Auffanglagern mehr als ausgeschöpft.

05.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

Mehr Migranten denn je auf den Kanarischen Inseln

Über 600 Ankömmlinge pro Tag - Die Flut von Armutsmigranten aus Afrika, die auf überfüllten Booten die Kanarischen Inseln erreichen oder in deren Gewässern von der Küstenwache aufgefischt werden, hat in den letzten Tagen neue Rekordhöhen erreicht. Am Sonntag allein wurden 876 «Illegale» gezählt, zwischen Donnerstag und Montagmittag insgesamt fast 2800. Dieses Jahr beträgt die Zahl der Ankömmlinge bereits rund 22 000; das ganze letzte Jahr waren es weniger als 5000 gewesen.

05.09.2006, Lausitzer Rundschau

Hilfloses Europa

Immer mehr afrikanische Wirtschaftsflüchtlinge landen auf den Kanaren. Täglich kommen derzeit hunderte arme Seelen in Holzbooten auf den Urlaubsinseln in. Weder die elektronische Radarmauer auf dem Atlantik noch die verstärkten Patrouillenfahrten der Küstenwacht können die Flüchtlinge aufhalten. Auch die Drohungen von massenhaften Abschiebungen haben sich als wirkungslos erwiesen, weil das Herkunftsland der Ankömmlinge meist nicht klar festgestellt werden und die Zwangsrückführung damit nicht erfolgen kann.

04.09.2006, Der Standard, Österreich

Spanien will gegen illegale Zuwanderung "durchgreifen"

Angesichts des Rekordzustroms afrikanischer Bootsflüchtlinge auf den Kanarischen Inseln hat die spanische Regierung ein härteres Vorgehen angekündigt. Madrid werde nicht dulden, dass der Ansturm illegaler Immigranten weiter anhalte und die Ursprungsländer die ausgehandelten Rückführungsabkommen weiter ignorierten, warnte Vize-Regierungschefin Maria Teresa Fernandez de la Vega am Montag. "Wir werden hart durchgreifen."

04.09.2006, tagesschau

Spanien wird überrollt

Am vergangenen Wochenende hat der Flüchtlingsstrom auf die Kanaren einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht. In Spanien ist man sich bei der Analyse des Problems einig: Versäumnisse der Vergangenheit haben zur momentanen Situation geführt. Praktikable Konzepte aber fehlen. Madrid hofft auf Hilfe von Seiten der Europäischen Union.

04.09.2006, ORF

Libyen will an Seepatrouillen der EU teilnehmen

Libyen erwägt nach maltesischen Angaben eine Beteiligung an internationalen Seepatrouillen, mit denen die EU den wachsenden Zustrom afrikanischer Flüchtlinge nach Europa eindämmen will. Das nordafrikanische Land erwarte im Gegenzug Unterstützung der EU bei der Überwachung seiner Grenzen in der Wüste.

04.09.2006, Kanaren Nachrichten

In nur 4 Tagen erreichten 1.423 Flüchtlinge die Kanaren

In den letzten 4 Tagen erreichten 1.423 afrikanische Einwanderer in 13 Flüchtlingsbooten die Kanaren Inseln Teneriffa, Gran Canaria, La Gomera und El Hierro. Allein am 01/02 September erreichten 674 Afrikaner in 6 Booten innerhalb von 24 Stunden die Inseln. Des weiteren wurde an der Küste der Kanaren Insel Lanzarote die Leiche eines Afrikaners angetrieben- von dem Flüchtlingsboot, mit dem der Mann zu den Kanaren gelangte, fehlt bislang jede Spur.

04.09.2006, St. Galler Tagblatt

Trauriger Rekord auf den Kanaren

Der Flüchtlingsstrom auf die Kanaren hat an diesem Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht. Ein Dutzend Boote mit fast 1200 Afrikanern an Bord wurden innerhalb von 36 Stunden vor den zu Spanien gehörenden Inseln abgefangen, wie die Behörden gestern mitteilten. Dies sei die bislang höchste Zahl an einem einzelnen Wochenende.

03.09.2006, tagesschau

Mehr als 1100 Afrikaner vor den Kanaren aufgegriffen

Die Zahl der Flüchtlinge, die per Boot die Kanaren erreichen, hat einen neuen Höchtstand erreicht: Innerhalb von nur 36 Stunden landeten mehr als 1100 illegale afrikanische Immigranten auf der spanischen Inselgruppe, wie die Behörden mitteilten. Nie zuvor waren in einem solch kurzen Zeitraum so viele Zuwanderer aufgegriffen worden.

02.09.2006, Neue Züricher Zeitung

Bootsflüchtlinge vor Sizilien ums Leben gekommen

Auf der Überfahrt von Libyen nach Sizilien sind acht afrikanische Flüchtlinge ums Leben gekommen. 19 weitere Afrikaner, alle aus Eritrea, wurden von der italienischen Küstenwacht aufgegriffen und in ein Krankenhaus der sizilianischen Hafenstadt Porto Palo gebracht.

02.09.2006, Baseler Zeitung

Spanien organisiert Konferenz zur Flüchtlingskrise

Angesichts des Flüchtlingsdramas vor den Kanarischen Inseln soll noch in diesem Monat in Madrid eine Konferenz der Mittelmeer-Anrainerstaaten der EU sowie anderer EU-Staaten stattfinden. Zu dem Treffen werden die Innen- und Verteidigungsminister von Frankreich, Italien, Griechenland, Zypern, Malta, Slowenien sowie auch Portugal erwartet, teilte die spanische Regierung am Freitag mit. Ziel sei eine stärkere Kooperation bei der Überwachung der Seegrenzen und der Rückführung illegaler Zuwanderer, hiess es.

02.09.2006, News Networld

Endloses Flüchtlings-Drama auf Kanaren

Der Flüchtlingsstrom auf den Kanarischen Inseln reißt nicht ab. Seit Anfang des Jahres sind bereits 18.474 afrikanische Flüchtlinge auf den spanischen Ferieninseln gelandet und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. "Wir schätzen, dass derzeit rund 100.000 abfahrbereite Menschen an der westafrikanischen Küste auf eine Gelegenheit warten, mit einem Boot die Kanarischen Inseln und damit Europa zu erreichen", erklärt Froilán Rodríguez, Immigrationsbeauftragter der kanarischen Regierung, im Gespräch mit der APA.

01.09.2006, Kanaren Nachrichten

Flüchtlingsboot mit 4 Leichen an Bord entdeckt

Vier weitere Afrikaner verloren bei dem Versuch ihr Leben, die Kanarischen Inseln per Boot zu erreichen. Die 4 toten Afrikaner wurden in der Nacht zu heutigen Freitag ca. 49 Seemeilen vor El Hierro, der westlichsten und kleinsten der Kanaren Inseln, in einem Cayuco, welches mit insgesamt 87 afrikanischen Immigranten besetzt war entdeckt.

01.09.2006, Megawelle Canarias

Spanien - Frontex Mission bis Dezember verlängert

Die Frontex Mission wird bis Ende dieses Jahres verlängert. Das kündigte Franco Frattini, EU-Justizkommissar in Brüssel, nach einem Treffen mit der spanischen Vize-Regierungschefin de la Vega mit. Auf den kanarischen Inseln sind seit Januar 2006 rund 18.000 illegale Einwanderer angekommen. Die Behörden sprechen von gut 500 Menschen, die die gefährliche Überfahrt nicht überlebten. Von vielen anderen fehlt jede Spur. Hilfsorganisationen dagegen schätzen die Zahl der Toten auf mehr als 3000. "Eine für Europa inakzeptable Tragödie", so Franco Frattini wörtlich.

01.09.2006, St. Galler Tagblatt

Flüchtlingselend ohne Ende

In einer erneuten Flüchtlingstragödie vor der westafrikanischen Küste sind wahrscheinlich über 100 Menschen ums Leben gekommen.

01.09.2006, Neue Zürcher Zeitung

Wachsender Migrantenstrom auf den Kanaren

Die Flut von illegalen Migranten aus Afrika auf den Kanarischen Inseln ist in den Sommermonaten auf neue Höchstwerte gestiegen. Die Bemühungen zu ihrer Eindämmung haben bisher nur teilweise Erfolg gezeigt. Das Projekt der EU-Küstenwache verzögert sich.

01.09.2006, FAZ

Kommentar: Die Gewinner der Migration

Den Zustrom der Immigranten auszutrocknen wäre aus ökonomischer Sicht ein Fehler. Gilt das für die EU ebenso wie für die USA? Wirtschafts-Leitartikel von Claus Tigges, Washington.