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31.01.2007, MegaWelle Canarias
Die seit Sommer 2006 vor der afrikanischen Küste agierenden Frontex Einheiten sollen neue Unterstützung erhalten. Das hat EU-Kommissar Franco Frattini angekündigt. An der Operation mit dem Namen "HERA III" sollen insgesamt sieben Länder mit Schiffen und Flugzeugen teilnehmen, um die europäischen Grenzen vor illegaler Zuwanderung zu schützen. Seit Januar 2006 sind allein auf den Kanarischen Inseln mehr als 31.000 Immigranten mit Cayucos oder Pateras angekommen. Experten rechnen damit das von drei Booten nur zwei die Kanarischen Inseln erreichen.
31.01.2007, Spanien Bilder
Der spanische Meister und Champions League Titelverteidiger FC Barcelona, der in diesem Jahr für das Kinderhilfswerk UNICEF Werbung macht, hat sechzehn Flüchtlingskinder aus Uganda eingeladen heute beim Spiel Barcelona gegen Real Saragossa im Viertelfinale des spanischen Königspokals dabei zu sein. Die Reise der Flüchtlingskinder in das Camp Nou Stadion gehört zu dem Programm Sport und Entwicklung.
30.01.2007, Kurier, Burgenland
Zehn illegale Grenzgänger hat die Polizei am Montag in der Früh im Gemeindegebiet von Kittsee, Bezirk Neusiedl am See, im Burgenland aufgegriffen. Die vier Männer und sechs Frauen umgingen die Grenzkontrolle und stiegen danach in den Wagen eines 34-jährigen Israeli, der aus der Slowakei einreiste. Der mutmaßliche Schlepper wurde auf freiem Fuß angezeigt.
30.01.2007, St. Galler Tagblatt
«Die Integrationsprobleme der Italiener haben auch mit der Integrationspraxis zu tun»: Dies sagt Italiens Vize-Aussenminister Franco Danieli, der am Wochenende in St. Gallen weilte. Er befürwortet eine schnelle Einbürgerung.
30.01.2007, taz
61 begabte und sozial engagierte Kinder von Zuwanderern in Nordrhein-Westfalen sind in das "Start"-Schülerstipendium aufgenommen worden. Für das Projekt, das es in weiteren 13 Bundesländern gibt, hatten sich in NRW laut Integrationsministerium 500 Acht- bis ZwölftklässlerInnen beworben. Die Ausgesuchten - darunter zwei Drittel Mädchen - erhalten einen Computer mit Internetzugang und monatlich 100 Euro "Bildungsgeld". Ziel ist laut Landesregierung der Aufbau einer jungen Zuwandererelite.
30.01.2007, taz
Draußen ist es freier als drinnen: Warum Migranten und Nomaden nicht Flexibilisierung, sondern gelebte Ortlosigkeit verkörpern.
Am 10. März findet erneut im Theater Hau 2 ein "Schwarzmarkt des Wissens" statt. Diesmal reden die Experten dort über "Migranten". Was wissen wir bereits über sie? "Die Fackel der Befreiung" ist von den sesshaften Kulturen an "unbehauste, dezentrierte, exilische Energien" weitergereicht worden, "deren Inkarnation der Migrant" ist - meinte der Exilpalästinenser Edward Said. Für den Engländer Neal Ascherson sind es insbesondere "Flüchtlinge, Gastarbeiter, Asylsucher und Obdachlose", die nun zu Subjekten der Geschichte geworden sind.
30.01.2007, PR-inside
In einem Spitzentreffen unter anderen mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) war am Montag entschieden worden, die Verhandlungen über ein Bleiberecht parallel mit Änderungen zum Zuwanderungsrecht weiter zu führen. Bei den arbeitsrechtlichen Bestimmungen müssten noch Formulierungen abgestimmt werden. Strittig sei noch der Umgang mit geduldeten Jugendlichen, hieß es.
29.01.2007, Deutsche Welle
Die Flüchtlingsströme der vergangenen Jahre zeigen: verbessern sich die Lebensbedingungen in Afrika nicht, werden Afrikas Probleme bald zum Problem in Europa. Migration, Terrorismus, Energie-Sicherheit - keines der globalen Probleme lasse sich ohne den schwarzen Kontinent lösen, glaubt man bei der G8- und der EU-Ratspräsidentschaft. "Wir haben unterschiedliche Motivationen, gegenüber einem Kontinent wie Afrika die Partnerschaft zu suchen", sagt Entwicklungs-Hilfeministerin Wieczorek-Zeul. "Eine ist, dafür zu sorgen, dass kein Kontinent in absoluter Armut verbleiben darf. Die andere Motivation, die damit eng verbunden ist, ist es, Jugendlichen eine Perspektive zu geben."
29.01.2007, Südtirol Online
Das Thema Einwanderung steht auf der Agenda der Südtiroler Landesregierung für 2007 ganz oben. In den kommenden Monaten wird die Landesregierung dem Landtag einen Gesetzentwurf vorlegen, mit dem das Thema Immigration umfassend geregelt werden soll. Nachdem am vergangenen Montag die in Südtirol lebenden Ausländer erfasst wurden, ging es am heutigen Montag darum, wie das Land die Zuwanderung von Arbeitskräften künftig regelt.
29.01.2007, innovations-report
Globaler Wandel verursacht Migration, und Migration verursacht Globalen Wandel. Dabei bilden sich neben dem klassischen Migrations-Muster der Aus- bzw. Ein- und Rückkehrwanderung neue Wanderungsdynamiken heraus. So lassen etwa grenzüberschreitende Wanderungen bei zehn bis zwanzig Prozent mexikanischer Migrantinnen und Migranten auch in den Folgegenerationen nicht nach.
29.01.2007, Wochenblatt.online
Die spanische Minsterin für Infrastruktur, Magdalena Álvarez, hat auf Teneriffa angekündigt, dass ab Mai ein neues Rettungsflugzeug den Seenotrettungsdienst auf den Inseln verbessern wird. Die Ministerin berichtete, dass der Seenotrettungsdienst im vergangenen Jahr allein 605 Mal im Einsatz war und dadurch 30.515 Bootsflüchtlinge gerettet werden konnten. Sie unterstrich die Verpflichtung der Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero, auch weiterhin für eine Verbesserung der Mittel für die Seenotrettung auf den Kanarischen Inseln zu sorgen.
28.01.2007, Der Tagesspiegel
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat ein „sensationell verändertes“ Zuwanderungsrecht gefordert, um dem Bevölkerungsrückgang in Deutschland entgegenzuwirken. „Wir dürfen uns nicht abschotten, sondern müssen die Zuwanderung attraktiver machen“, sagte Körting gestern auf einer Klausurtagung der SPD- Fraktion in Rostock. Das Angebot müsse sich aber zuerst an „arbeitswillige und gebildete“ Ausländer richten. In den SPD-Fraktionspapieren war zu lesen: Aus anderen Bundesländern und dem Ausland müssten gezielt „junge, qualifizierte Talente“ angeworben werden.
27.01.2007, Österreichischer Rundfunk
Menschen, die wegen Gewalt, Krieg oder Unterdrückung aus ihrer Heimat geflohen sind haben meist alles verloren. Flüchtlingslager sind ihre einzige Zuflucht. Die Ausstellung "Menschen auf der Flucht" im Kindermuseum Zoom in Wien zeigt den Alltag in einem Flüchtlingslager. Veranstaltet wird diese Ausstellung gemeinsam mit "Ärzten ohne Grenzen".
27.01.2007, NEWS Blaze, Kalifornien
Die Unterstützung von Flüchtlingen aus West-Sahara in Algerien durch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist gefährdet: dem Programm fehlen rund 30 Prozent der nötigen Mittel. Die Menschen, die 1975 vor den Kämpfen in ihrer Heimat ins Nachbarland Algerien geflohen waren, hängen vollständig von ausländischer Hilfe ab. Sie leben in einem Lager der Wüstenstadt Tindouf ohne jede Möglichkeit, sich selbst zu ernähren. "Diese Menschen drohen vergessen zu werden", sagte der algerische WFP-Direktor Marius de Gaay Fortman. (Meldung in englischer Sprache)
27.01.2007, Wiebadener Kurier
Die Aufenthaltsgenehmigung hatte eine ivorische Staatsbürgerin nur für Belgien. Das hielt die Frau von der Elfenbeinküste aber nicht davon ab, nach Deutschland zu kommen, um in Mainz und Bonn als Prostituierte zu arbeiten. Bei Kontrollen legte sie gefälschte Reisepässe vor - doch der Schwindel fiel auf. Ende 2001 vollstreckte die Stadt Bonn die bereits im März 2001 von Mainz verfügte Ausweisung. Jetzt trafen sich Vertreter der Stadt Mainz und die inzwischen mit einem Deutschen verheiratete Frau vor dem Verwaltungsgericht wieder. Die Afrikanerin hatte Klage eingereicht, nachdem sie zur Rückzahlung der Flugkosten für sich und Begleitpersonal von 7000 Euro aufgefordert worden war.
26.01.2007, Burgenländische Volkszeitung
Bei einer Kontrolle im Gemeindegebiet von Mönchhof entdeckten Beamte kurz nach 17.00 Uhr in einem Pkw zwei Männer, eine Frau und ein Kind aus der Ukraine. Der ungarische Fahrzeuglenker und sein Beifahrer im Alter von 29 und 33 Jahren wurden festgenommen. Die vier Ukrainer wurden nach Ungarn zurückgewiesen.
26.01.2007, NZZ Online
Die Behörden in Südafrika und Botswana haben im vergangenen Jahr mehr als 140'000 illegale Einwanderer aus dem Nachbarland Simbabwe abgeschoben. Simbabwe will die Grenzpatrouillen und Aufklärungskampagnen verdoppeln.
Mit diesen Massnahmen solle die illegale Migration beendet werden, sagte ein simbabwischer Polizeisprecher am Freitag der Zeitung «The Herald». Die illegalen Immigranten würden auf ihren Routen Verfolgung und selbst den Tod riskieren.
26.01.2007, Radio Megawelle
Der berühmte Naturstrand von La Tejita zwischen Los Abrigos und El Médano im Süden Teneriffas ist gestern wieder ein Beweis dafür gewesen, daß die Flüchtlingswelle auf den Kanarischen Inseln nicht abreißt. Erneut haben 59 afrikanische Immigranten den Strand gegen 14 Uhr gestern Nachmittag erreicht. Ein Fischer hatte das Cayuco ausgemacht und die Küstenwache verständigt. Unter den Immigranten waren viele Frauen und Kinder, aber alle waren in einem guten gesundheitlichen Zustand.
26.01.2007, taz
Slavisa Mustafic hat es eilig. Er muss eine Arbeit finden. Der Enddreißiger will etwas "mit den Händen tun, auf keinen Fall mit Kugelschreiber". Er spricht nicht fehlerlos, aber ohne Hemmungen Deutsch. Noch lacht er, wenn er über seine Jobsuche redet. Noch hat er gut acht Monate Zeit.
26.01.2007, Kanaren Nachrichten
Das Problem der illegalen Einwanderer ist allgegenwärtig, täglich neue Flüchtlingsboote (Pateras und Cayucos) auf den Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, El Hierro oder La Gomera. Die Reaktionen der Einheimischen auf die afrikanischen Flüchtlinge ist sehr unterschiedlich, während die Einen Mitleid mit den Immigranten empfinden und bei Ankünften von Flüchtlingsbooten spontan bei der Erstversorgung helfen, sind andere Bürger der Meinung, man solle die Flüchtlinge am besten noch am Ankunftstag wieder zurück in die Heimatländer schicken- Unterschiedlicher können die Reaktionen wohl kaum sein. Dann gibt es jedoch auch noch Menschen, welche sich auf Kosten von illegal auf die Kanaren eingereisten Immigranten bereichern.
25.01.2007, Teneriffa Nachrichten
Mehr als 1.100 Afrikaner sind im vorigen Jahr beim Versuch ums Leben gekommen, mit Booten von der westafrikanischen Küste auf die Kanarischen Inseln oder das spanische Festland zu gelangen. Dies geht aus dem Jahresbericht der spanischen Menschenrechtsorganisation APDHA (Andalusische Vereinigung für Menschenrechte) hervor, der in Cádiz veröffentlicht wurde.
25.01.2007, Teneriffa Nachrichten
Zum zweiten Mal in nurvier Monaten hat ein Flüchtlingsschiff mit rund 170 asiatischen Immigranten an Bord die Kanarischen Inseln erreicht. Der marode und nur 30 Meter lange Fischkutter traf nachts im Hafen La Restinga auf El Hierro ein, wie die spanischen Behörden mitteilten. Die vermutlich überwiegend aus Pakistan stammenden Bootsinsassen seien wohlauf. Die meisten von ihnen, darunter auch zwei Kinder, mußten jedoch wegen Erschöpfung behandelt werden. Bei der Ankunft sprangen mehrere der Immigranten über Bord und konnten zunächst flüchten. Die Polizei griff sie aber auf und brachte sie in einer Sporthalle unter.
25.01.2007, Teneriffa Nachrichten
Die Gruppierung "Queda la Palabra", eine Menschenrechtsorganisation hat letzte Woche in Madrid ihren Bericht über Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in Spanien heraus- gegeben und die Tageszeitung “El Día” sticht dort besonders in der Berichterstattung über die Flüchtlinge aus Westafrika hervor. Da werden einige ziemlich heftige Sätze genannt, die auch mit viel Schulterzucken oder der Möglichkeit eines Mißverständnisses nicht mehr zu erklären sind. - Da wird von der Übernahme der Fracht auf hoher See gesprochen, wenn Flüchtlinge von einem lecken Schiffchen auf ein Patrouillenboot gebracht werden.
25.01.2007, Teneriffas Neue Presse
Algerische Rettungskräfte haben gestern fünf Überlebende einer schiffbrüchigen „Patera“ gerettet. Wie der internationale Fernsehsender aus Marokko berichtete, waren zehn illegale Flüchtlinge von Algerien aus in Richtung andalusischer Küste aufgebrochen. Die Immigranten kenterten in dem Gebiet Mustaganem vor der algerischen Westküste. Die algerische Küstenwache konnte fünf der Schiffbrüchigen in letzter Minute bergen. Für fünf weitere Verunglückte kam jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur noch tot aus dem Wasser gezogen werden.
25.01.2007, The Malta Independent
Eine Gruppe von 22 Flüchtlingen aus Eritrea und Somalia ist gestern von Malta ausgeflogen worden, um in den USA ein neues Leben zu beginnen. Die Flüchtlinge - es sind die ersten, die von Malta aus in die USA geschickt werden - waren ganz aus dem Häuschen über die neue Chance, die sie in Amerika erwartet. Fathi Ahi Dualeh, ein 27jähriger Mann aus Somalia sagte, er habe sich seit 2004 auf Malta aufgehalten. (Meldung in englischer Sprache)
25.01.2007, taz
Die Diskussion um das Schicksal der afghanischen Familien, die nach dem Willen der Innenbehörde in ihre Heimat abgeschoben werden sollen, geht weiter. In einem "Hamburger Appell" haben jetzt Bundestagsabgeordnete, die Gewerkschaft ver.di Hamburg und die Vorsitzende des Arbeitskreises Asyl der Nordelbischen Kirche, Pastorin Fanny Dethloff, einen Abschiebestopp gefordert: "Abschiebungen von Familien nach Afghanistan bedeuten zur Zeit Abschiebungen in ein Leben ohne Zukunft, für viele sogar den Tod!"
25.01.2007, Junge Welt
Daß jemand bei Rückkehr in sein Herkunftsland dort von Folter und langjähriger Haft bedroht ist – für deutsche Behörden kein Grund, ihm Asyl zu gewähren. Kürzlich ist der kurdische Künstler Engin Celik Opfer dieser Politik geworden. Am 7. Januar wurde er während einer Zugfahrt von Frankfurt am Main nach Düsseldorf von Polizisten festgenommen. Man teilte dem 27jährigen mit, sein Asylverfahren sei abgelehnt, weshalb man ihn abschieben werde. Bereits am 15. Januar ist er in den Hungerstreik getreten, um gegen seine drohende Abschiebung in die Türkei zu protestieren.
24.01.2007, Radio MegaWelle
Die Gewerkschaft der Polizei SUP appelliert an die kanarische Regierung die Installation des S.I.V.E-Radarsystems endlich auf allen Inseln zu realisieren. Bislang arbeitet das Frühwarn-System nur auf der Kanaren-Insel Fuerteventura, während die anderen betroffenen Insel, wie Gran Canaria und Lanzarote mit mobilen Radarsystemen arbeiten. Diese mobilen Systeme sind sehr störanfällig und arbeiten nicht zuverlässig.
24.01.2007, Jungle World
Die militärische Aufrüstung der so genannten EU-Grenzagentur Frontex gilt als Allheilmittel zur Abwehr von Flüchtlingen. Die »EU-Grenzagentur« müsse so schnell wie möglich unterstützt werden, um die Menschen abzuwehren, die nach Europa gelangen wollen, verlangte Franco Frattini. Der Justizkommissar forderte daher, für Frontex mehr Helikopter und Schiffe bereitzustellen, da sonst »die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen nicht mit der Massenankunft von Immigranten an den Südküsten der EU« schritthalte.
23.01.2007, Kleine Zeitung, Graz
Bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen in der Madrider Vorstadt Alcorcon haben junge Spanier Jagd auf Zuwanderer aus Lateinamerika gemacht. Etwa 1.000 junge Leute hatten sich nach Presseberichten vom Montag am Vorabend zu einer spontanen Kundgebung im Zentrum der Stadt versammelt und sich in den Straßen auf die Suche nach Ausländern gemacht. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.
23.01.2007, Leipziger Internet Zeitung
27.057 Ausländer lebten per 31. Dezember 2005 in Leipzig, 1.000 mehr als im Vorjahr. Sie stellten 5,1 Prozent der Bevölkerung. Im einen Stadtteil mehr, im anderen weniger. Manche erkennt man am Habitus, andere schon längst nicht mehr. Und eines ist völlig falsch: die Bezeichnung Ausländer. Sojan Gugutschkow, Ausländerbeauftragter der Stadt Leipzig, spricht - wenn er amtlich wird - nur von Migranten. Übersetzt heißt das "Wanderer".
23.01.2007, taz
Henning Mankell, schwedischer Krimiautor, geißelt bei seinem Auftritt bei den "Berliner Lektionen" die europäische Ignoranz gegenüber Afrika: Die Hauptstadt von Europa, findet Henning Mankell, ist Lampedusa. Auf der kleinen Insel im Mittelmeer südlich von Sizilien, "wo jeden Morgen tote afrikanische Flüchtlinge an Land treiben", sieht der in Mosambik lebende schwedische Schriftsteller das wahre, unmenschliche Gesicht dieses privilegierten Kontinents. "Ich hasse dieses Europa!", ruft Mankell.
22.01.2007, Financial Times Deutschland
"Wir brauchen mehr qualifizierte Zuwanderung", sagte der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) der Financial Times Deutschland. Damit seien nicht nur Spitzenverdiener gemeint. "Wir brauchen auch Zuwanderung in niedrigeren Einkommensbereichen. Ein Beispiel ist die häusliche Pflege. Da gibt es jetzt schon einen großen Schwarzmarkt. Man wird dort auch legale Wege finden müssen!"
22.01.2007, Kanaren Nachrichten
Gegen 04:00 Uhr am Morgen des heutigen Montags entdeckten Beamte der Guardia Civil auf dem Monitor des SIVE-Radarsystems ein Flüchtlingsboot, welches sich etwa 5 Seemeilen vor der Küste befand. Kurze zeit später war ein Patroulienboot des Salvamento Marítimo (Seerettung) vor Ort, um die Patera an den Haken zu nehmen und in den Hafen von Arrecife zu schleppen.
21.01.2007, NETWORLD.at
Afrika, Südamerika und Teile Asiens drohen Dürren, Versteppung und Überflutungen mit dramatischen Konsequenzen. Steigen die Treibhausgasemissionen ungehemmt weiter, so werden sich bis zum Jahr 2050 rund 200 Millionen Menschen auf die Flucht vor einer immer lebensfeindlicheren Umwelt begeben - in Zentralafrika wegen der Ausdehnung der Wüsten, an der indischen Küste wegen des steigenden Meeresspiegels, der zu Überflutungen im Indus-und Gangesdelta führt. Das wird die sozialen Spannungen und nicht zuletzt die Verteidigungskosten der um ihren Wohlstand ringenden Festung Europa drastisch erhöhen. Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb: "Wo sollen denn die Menschen hin? Ich erwarte durch den Klimawandel neue Kriege".
20.01.2007, Berner Rundschau
80 000 Globalisierungskritiker haben sich zum Weltsozialforum (WSF) in Nairobi getroffen. Motto der fünftägigen Grossveranstaltung ist «eine gerechtere Welt ist möglich». Zum Auftakt nahmen über 10 000 Menschen an einem bunten Protestzug teil. Das WSF steht im Zeichen von Entwicklungsthemen, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Afrika als ärmster Kontinent der Welt. So wollen die Teilnehmer über die Bekämpfung der dort besonders stark grassierenden Aids-Epidemie, die Lösung regionaler Konflikte, die Verschuldungsproblematik und Wanderungsbewegungen diskutieren.
20.01.2007, NZZ Online
Der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, hat die italienischen Medien für ihre Hexenjagd auf einen Tunesier gerügt, dem die führenden Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen im letzten Dezember zuerst fälschlicherweise die grausame Ermordung seiner italienischen Frau, eines Kindes und der Schwiegermutter sowie einer Nachbarin unterstellt hatten. In einem Schreiben an die führenden italienischen Verleger regte das Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) auch die Ausarbeitung eines Kodexes für Journalisten an, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern.
19.01.2007, Vorarlberg Online
Wegen Menschenschmuggels und Mitschuld am Tod von 19 illegalen Einwanderern ist ein Jamaikaner von einem Gericht in Houston (Texas) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Jury befand den 36 Jahre alten Tyrone Williams nach einem Bericht der Zeitung „Houston Chronicle“ vom Freitag für schuldig, im Mai 2003 rund 100 lateinamerikanische Immigranten mit seinem Lastwagen von der amerikanisch-mexikanischen Grenze nach Houston gebracht zu haben.
19.01.2007, Kölnische Rundschau
Mit dem Einsatz einer Gruppe afrikanischer Bootsflüchtlinge bei einem Defilee in Barcelona hat der spanische Modeschöpfer Antonio Miró in seinem Land für Wirbel gesorgt. Der 59-Jährige ließ einen Teil seiner in Pastellfarben gehaltenen Kollektion von acht Senegalesen vorführen, die an Bord kleiner Boote illegal nach Spanien gelangt waren. Als Kulisse auf der Modewoche in Barcelona nutzte Miró ein echtes gestrandetes Flüchtlingsboot und einige Holzkisten. Er habe mit der Inszenierung seine Solidarität mit den Einwanderern bekunden wollen, sagte der renommierte Modedesigner. Von dem Verband senegalesischer Immigranten erntete Miró jedoch Kritik.
19.01.2007, Evangelischer Pressedienst
Der Niedersächsische Flüchtlingsrat begrüßt die Wahl des Begriffs "Freiwillige Ausreise" zum Unwort des Jahres 2006. Er werte die Auswahl "als eine Kritik nicht nur am Begriff, sondern auch an der zugehörigen Praxis deutscher Ausländer- und Flüchtlingspolitik", sagte Geschäftsführer Kai Weber am Freitag in Hildesheim.
19.01.2007, Kölner Stadtanzeiger
"Freiwillige Ausreise" bedeute, dass abgelehnte Asylbewerber "freiwillig" in ihre Heimat zurückkehren, um der Abschiebung mit Zwangsmitteln zu entgehen, sagte der Jury-Sprecher, Professor Horst Dieter Schlosser, im Ratssaal von Köthen (Sachsen-Anhalt). "Die Freiwilligkeit einer solchen Ausreise darf in vielen Fällen bezweifelt werden." Die "Freiwillige Ausreise" setzte sich gegen 1129 andere eingereichte "Unwort"-Vorschläge durch.
Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl und die Linksfraktion im Bundestag begrüßten die Entscheidung.
19.01.2007, Kanaren Nachrichten
Drei Pateras mit insgesamt 33 Immigranten an Bord erreichten in der Nacht zum gestrigen Donnerstag (18.Januar) die Inseln Lanzarote, Gran Canaria und La Graciosa. Premiere für die Kanaren-Nebeninsel La Graciosa- auf der von der Gemeinde Teguise (Lanzarote) verwalteten Kanaren Insel kamen am gestrigen Donnerstag 8 afrikanische Immigranten an (darunter 4 Minderjährige).
18.01.2007, no-racism.net
Marokkanische Sicherheitskräfte haben das Uni-Gelände von Oujda gestürmt, wohin sich zahlreiche Opfer der Razzien vom Dezember 2006 zurückgezogen hatten. AugenzeugInnen, die erneut entkommen waren, berichteten, dass ca. um fünf Uhr morgens Polizisten, Militärs und Hilfskräfte das Gelände umstellten und begannen, die eingekesselten MigrantInnen zu misshandeln, brutal, gewaltsam mit Gürteln und Hartgummiknüppeln zu schlagen, bevor sie sie zwangen, in ihre Fahrzeuge zu steigen.
18.01.2007, Der Standard, Wien
Nairobi - Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat hat an die kenianische Regierung appelliert, die Grenzen für somalische Kriegsflüchtlinge zu öffnen. "Wir sind besorgt über das Schicksal der Menschen, die derzeit keine humanitäre Hilfe bekommen können", sagte ein Sprecher des UNHCR am Donnerstag in Nairobi.
18.01.2007, Tagesanzeiger Zürich
Die afrikanische Misere wird uns für gewöhnlich von alten weissen Männern erklärt. Nichts gegen Joseph Stiglitz oder Bono, aber Abderrahmane Sissakos Film «Bamako» ist schon deshalb bedeutsam, weil er Afrikanern eine Stimme gibt. Zu diesem Zweck lässt Sissako («En attendant le bonheur») die afrikanische Gesellschaft einen fiktiven Prozess gegen die Weltbank und den IWF anstrengen, denen sie ihre fortschreitende Verarmung zur Last legt.
18.01.2007, Oberösterreich Nachrichten
WELS. Ein Abschiebehäftling hat gestern Mittag in seiner Zelle im Welser Polizeianhaltezentrum mit einem Feuerzeug Kleidungsstücke und die Matratze in Brand gesteckt. Er wurde von einem Beamten, der auch ausgebildeter Rettungssanitäter ist, mit leichten Brandverletzungen und leichter Rauchgasvergiftung geborgen. Der 33-jährige Häftling wollte sich freipressen.
18.01.2007, Allgemeine Zeitung
Dreihundert Flüchtlinge aus aller Welt, zumeist aus dem Irak und Afghanistan, leben derzeit in sieben Gemeinschaftsunterkünften, sagt Behrouz Asadi vom Malteser-Hilfsdienst. Die Organisation ist von der Stadt mit der Flüchtlingsbetreuung beauftragt. Für die große Zahl sind aber lediglich zwei hauptamtliche Mitarbeiter vorhanden. Ohne die Hilfe vieler Ehrenamtlicher sei die Arbeit nicht zu leisten, meint Asadi, der bereits auf einige Helfer zurückgreifen kann - aber längst nicht genug.
17.01.2007, N24
In fünf Gefängnissen in den USA haben Aufseher grundlegende Rechte inhaftierter illegaler Einwanderer missachtet, wie aus einem Bericht der Regierung hervorgeht. Kritiker wenden ein, in dem Bericht würden die Zustände in den Gefängnissen noch verharmlost. Die schwerwiegendsten Vorwürfen würden überhaupt nicht erwähnt, hieß es. So seien Häftlinge beispielsweise auch geschlagen worden und hätten nicht ausreichend zu essen bekommen.
17.01.2007, Polizeipräsidium Mittelfranken
Feucht/Nürnberg (ots) - Gestern Nacht, 16.01.2007, gegen 22.30
Uhr, kontrollierten Beamte der VPI Feucht auf der Rastanlage Feucht
einen Renault Clio mit spanischer Zulassung. Die 24-jährige deutsche
Fahrerin mit Wohnsitz in Barcelona wollte nach eigenen Angaben ihre
vier indischen Mitfahrer im Alter zwischen 20 und 36 Jahren als
Anhalter in Italien mitgenommen haben. Da der Verdacht einer Schleusung vorlag, übernahm das Fachkommissariat in Nürnberg die Ermittlungen.
17.01.2007, Radio MegaWelle
In den ersten 15 Tagen des neuen Jahres zeichnet sich kein Anhalten der Flüchtlingswelle auf die Kanarischen Inseln ab. Bereits mehr als 400 Immigranten haben im neuen Jahr den Archipel erreicht. In vier Cayucos, zwei Pateras und zwei Fischkuttern kamen die Immigranten an den Küsten der Inseln an. 117 Flüchtlinge erreichten von Mauretanien aus die Kanarischen Inseln - trotz patroullierender Hubschrauber und Booten der FRONTEX Einheiten.
16.01.2007, mdr
Beim Versuch, über das Meer nach Spanien zu gelangen, sind im vergangenen Jahr mehr als 1.100 Afrikaner ums Leben gekommen. Das teilte eine spanische Menschenrechtsorganisation mit. Die Dunkelziffer liege noch weit höher. Möglicherweise seien mehrere tausend Bootsflüchtlinge ertrunken.
16.01.2007, Kanaren Nachrichten
Kanaren - Erst 15 Tage ist das neue Jahr alt, dennoch sahen sich die Kanarischen Inseln in den vergangenen Tagen bereits wieder mit 'alten' Problemen konfrontiert. Vier Cayucos, zwei Pateras und zwei Fischkutter sorgten bislang für mehr als 400 Immigranten in 2007. Allein 167 sogenannte 'sin papeles' erreichten mit dem Schrott-Fischkutter 'Taibio Stari' in der vergangenen Woche die Kanaren Insel El Hierro, dabei handelte es sich in der Hauptsache um Flüchtlinge aus Pakistan. Die beiden vorgenannten Cayucos, welche trotz des Absperrnetzes der FRONTEX in Mauretanien gestartet waren vor der Kanaren Insel Teneriffa abgefangen wurden, brachten zusammen 117 Immigranten nach Europa.
16.01.2007, Radio Megawelle
Als 'Tiger ohne Zähne' hat Franco Frattini, Vizepräsident der Europäischen Union, die Frontex Einheiten vor der afrikanischen Küste bezeichnet. Frattini fordert von seinen Kollegen Vorschläge für eine bessere Lösung des Immigrationsproblems. Seit Januar 2006 sind mehr als 31.000 Flüchtlinge allein auf den Kanarischen Inseln angekommen. Wegen des rauhen Atlantiks überlebt vermutlich jeder sechste Immigrant die Überfahrt nicht. Mit einem Bittschreiben an alle 27 EU-Regierungen erhofft sich der Kommissar jetzt Beiträge für weitere Grenzschutz-Aktionen.
16.01.2007, Businessportal24
Dresden (dpa) - Die 27 EU-Staaten streben eine rasche Öffnung ihrer Grenzen für legale Zuwanderer an. Damit wollen sie dem Einwanderungsdruck vor allem aus Afrika ein Ventil geben.
EU-Justizkommissar Franco Frattini sprach von einem «sehr strikten Zeitplan», den der EU-Gipfel im Dezember vorgegeben habe. Er wolle «ohne vorheriges volles Mandat des Rates» mit ein oder zwei Ländern in Afrika über Partnerschaftsabkommen verhandeln. Zugleich wollen die EU-Staaten den Kampf gegen illegale Einwanderer verstärken. Schäuble bot an, Grenzschützer zu entsenden, sobald die notwendigen Regelungen getroffen seien.
15.01.2007, Junge Welt
Mit Schreckensszenarien von »neuen Dramen« an Europas Küsten hat EU-Justizkommissar Franco Frattini auf dem informellen Treffen der EU-Innen- und Justizminister in Dresden Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht. »Das Treffen der Innen- und Justizminister der EU in Dresden muß ein starkes Signal aussenden für eine gemeinsame europäische Migrationspolitik, die auf dem ausnahmslosen Respekt der Menschenrechte und Grundfreiheiten von Migranten gegründet ist«, forderte daher der Asylexperte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Wolfgang Grenz. Statt dessen aber will die EU-Innenministerkonferenz die Abwehrmaßnahmen noch verschärfen.
15.01.2007, PRO ASYL
Heute wird die "deutsch-französische Initiative für eine neue europäische Einwanderungspolitik" im Kreis der 27 EU-Innenminister diskutiert. Nach Auffassung von PRO ASYL darf dieses Papier nicht Grundlage der künftigen EU-Asyl- und Migrationspolitik werden. "Es ist rückwärtsgewandt und repressiv. Grenzschutz statt Flüchtlingsschutz ist die Essenz dieser Initiative", so Karl Kopp, Europareferent von PRO ASYL.
15.01.2007, tagesschau.de
Eine EU-Außengrenze hat Deutschland seit der EU-Osterweiterung nicht mehr. Aber ein Interesse, dass illegale Einwanderer schon an den EU-Grenzen aufgehalten werden. Die EU-Innenminister beraten derzeit in Dresden darüber, wie. Helfen soll die EU-Grenzschutzagentur Frontex. Silke Hasselmann stellt sie vor.
15.01.2007, Der Standard
Einen eindringlichen Hilferuf wollte die europäische Grenzschutz-Agentur Frontex am Montag an die EU-Innenminister in Dresden richten. Sie wirbt um die Unterstützung der Mitgliedstaaten, da sie im Frühjahr und Sommer erneut einen "Strom von Flüchtlingen" fürchtet. Flüchtlingsorganisationen ziehen eine negative Bilanz der Arbeit von Frontex. Laut Pro Asyl war 2006 "das Jahr mit der höchsten Todesrate an den europäischen Außengrenzen".
15.01.2007, InfoRadio, rbb online
Im vergangenen Jahr haben sich fast jede Woche Flüchtlingsdramen im Atlantik und im Mittelmeer abgespielt. Italien und Spanien haben vier mal mehr illegale Einwanderer gezählt als in den Jahren zuvor. Mit diesem Problem beschäftigen sich seit Sonntag die Innen- und Justizminister der Europäischen Union. Es geht darum, die europäischen Grenzen noch undurchlässiger zu machen, aber auch um einen besseren Datenaustausch zwischen den Ländern, der illegale Einwanderung verhindert. Dazu ein Gespräch mit Dr. Michael Bommes. Er ist Direktor des Instituts für Migrationsforschung und interkulturelle Studien.
15.01.2007, Reuters Deutschland
"Wir haben keine Flotte, keine Hubschrauber, keine Flugzeuge", kritisierte Frattini mit Blick auf Frontex. Mehr finanzielle Unterstützung sei dagegen nicht nötig, eher die Rekrutierung weiteren Personals. Frontex koordiniert unter anderem Patrouillen im Mittelmeer, um Flüchtlinge abzufangen. Deutschland hat die Behörde in der Vergangenheit mit Beratern unterstützt und 2006 zwei Hubschrauber der Bundespolizei nach Lampedusa geschickt. Allein auf den Kanaren kamen 2006 mehr als 31.000 Flüchtlinge an, sechs Mal so viele wie im Vorjahr. Jeder sechste Flüchtling kam bei der Überfahrt ums Leben.
15.01.2007, Thüringer Allgemeine
EU-Justizkommissar Franco Frattini hat vor neuen Flüchtlingsdramen an Europas Küsten gewarnt. Der portugiesische Innenminister Antonio Costa sagte, dramatische Situationen wie an der Südgrenze Europas seien auch im Osten und Norden möglich. Frattini pflichtete bei, auch der Osten müsse sich auf ein solches Krisenmanagement einstellen. Der Ratsvorsitzende, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), rief wie Frattini und Costa zur Stärkung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auf.
14.01.2007, migrationsrecht.net
Rund zwei Monate nach in Kraft treten der neuen Bleiberechtsregelung für geduldete Ausländer ist ein Ansturm bei den Behörden bislang ausgeblieben. Für die meisten Innenminister der Länder ist eine Beurteilung der neuen Regelung deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Voraussetzung für einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland ist demnach ein dauerhafter Arbeitsplatz.
14.01.2007, Radio Vatikan
Auf die schwierige Situation der rund 200 Millionen Flüchtlinge weltweit hat heute Papst Benedikt XVI. hingewiesen. Aus Anlass des Weltflüchtlingstags forderte er konkrete Schritte, um die Migrationsflüsse zu steuern und die Familienzusammenführung zu fördern. „Nur der Respekt der Menschenwürde der Migranten einerseits und – auf Seiten der Migranten – die Anerkennung der Werte der Länder, die sie aufnehmen, andererseits ermöglichen die gerechte Integration der Familien in die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Systeme der Aufnahmeländer.“
14.01.2007, tagesschau.de
Rund 12 Millionen Immigranten leben in den USA. Die meisten von ihnen kommen aus Lateinamerika, viele illegal. Zum Teil leben sie bereits seit Jahrzehnten im Land. Als Arbeitskräfte sind sie billig und damit auf den US-Platagen willkommen. Dennoch sind die Illegalen vielen ein Dorn im Auge - zum Beispiel den "Minuteman" im kalifornischen Escondido.
(Beitrag läuft heute um 19.20 Uhr im "Weltspiegel" im Ersten)
13.01.2007, Hamburger Abendblatt
In seinem Roman "Verlassen" schildert Tahar Ben Jelloun das Schicksal illegaler Einwanderer. Im Interview äußert sich der marokkanische Autor über das Elend der Flüchtlinge und die Rolle Europas: "Es gibt Leute bei uns, die regelrecht besessen sind von der Idee, das Land zu verlassen. Sie wissen um die Erniedrigungen, die Gefahr, die Gewalt der spanischen und der marokkanischen Polizei, aber das entmutigt sie überhaupt nicht. Es hat etwas Selbstmörderisches."
12.01.2007, tagesschau.de
Hilfsorganisationen zufolge wird die Lage der Bevölkerung in Somalia durch die Kämpfe von Tag zu Tag katastrophaler. Flüchten, aber wohin? Kenia hält seine Grenzen nach wie vor dicht, hat Panzer und Hubschrauber an der Grenze aufgefahren. Hunderte somalischer Flüchtlinge wurden rechtswidrig zurück ins Kriegsgebiet geschickt, auch Frauen und Kinder.
12.01.2007, Reutlinger Generalanzeiger
Valverde (dpa) - Erneut hat ein Flüchtlingsschiff die Kanaren erreicht. Das Schiff mit rund 190 Immigranten an Bord gelangte zur Insel El Hierro. Die meisten der illegalen Zuwanderer mussten wegen Erschöpfung behandelt werden. Sie stammen vermutlich aus Pakistan und sollen in einem Hafen in Westafrika an Bord gegangen sein. Auf dem Schiff waren auch etwa 40 Afrikaner unterwegs. Sie sollen bei der Ankunft geflüchtet sein. Im September 2006 war erstmals ein Schiff mit rund 200 Asiaten nach Teneriffa gelangt.
12.01.2007, Hamburger Morgenpost
Die Debatte um Billiglöhne tobt in Deutschland. Doch in Hamburg gibt es Tausende, für die drei Euro die Stunde ein guter Lohn sind. Wir sehen sie jeden Tag. Sie laufen an uns vorbei, sie arbeiten für uns. Gleichzeitig verstecken sie sich vor uns. Rund 50000 illegale Einwanderer gibt es in Hamburg, eine Million in ganz Deutschland.
12.01.2007, Radio MegaWelle
Völlig ungewöhnlichen Besuch hat der kleine Hafen von La Restinga an der Südküste von El Hierro gestern Nacht erhalten. Ein Fischerboot mit rund 190 Immigranten an Bord hat gegen 0.00 Uhr völlig unbemerkt von Küstenwache und Guardia Civil an der Mole angelegt. Auf dem knapp 30 Meter langen Schiff wehte eine spanische Flagge. Die genaue Zahl der hauptsächlich aus Asien stammenden Immigranten konnte noch nicht festgestellt werden.
11.01.2007, Morgenwelt
Alle reden über die Integration von Ausländern. Doch wie sehen die Betroffenen selbst ihre Integrationsbemühungen und deren Wirkung? Eine Forscherin der Universität Oldenburg hat dieses Thema für ihre Doktorarbeit "Integration unter Vorbehalt" aufgegriffen. Ihr niederschmetterndes Ergebnis: Selbst Migranten, die Deutschland gern als ihr eigentliches oder ihr neues Zuhause betrachten wollen, berichten, dass sie von den "echten" Deutschen oft ausgegrenzt werden.
10.01.2007, Österreichischer Rundfunk, ORF
In Pfunds (Tirol) ist der Polizei am Montag ein mutmaßlicher Schlepper ins Netz gegangen. Der Pole wollte in seinem Pkw fünf Moldawier nach Italien bringen. Der Mann wird angezeigt, die Moldawier wurden in Schubhaft genommen.
10.01.2007, Radio MegaWelle
Neues Schmuggeldrama auf La Gomera. Dort wurden 15 Immigranten von der Küstenwache in Gewahrsam genommen nachdem ein als Fischerboot getarntes Flüchtlingsschiff von den Beamten routinemäßig kontrolliert wurde. Dabei sind die Flüchtlinge zusammengepfercht im Laderaum des kleinen Bootes entdeckt worden. Der 43-jährige Marrokaner der das Boot steuerte wurde sofort festgenommen. Auch auf der der Nachbarinsel Lanzarote sind nach Polizeiberichten gestern drei illegale Immigranten verhaftet worden.
10.01.2007, no-racism.net
Wenig mehr als ein Jahr nach den tragischen Ereignissen vom Herbst 2005 werden Menschen, die sich in Marokko aufhalten, aufgrund ihrer Hautfarbe Opfer der "Sicherheits"-Politik der EU und ihrer "Verbündeten". Sie werden einzig im Namen der Sicherung der europäischen Außengrenzen verfolgt. Polizeikräfte durchkämmten die Wohnungen und verhafteten wahllos Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe - sogar schwangere Frauen und Kinder - um sie in die Wüste an der algerische Grenze zu verfrachten.
09.01.2007, Die Zeit
Berlin - Die Asylbewerberzahlen sind auch 2006 deutlich gesunken. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, beantragten 21.029 Ausländer Asyl in Deutschland. Das waren 7885 Anträge oder 27,3 Prozent weniger als 2005. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wertete dies als Zeichen dafür, dass "Asylzugang als Zuwanderungsproblem zumindest quantitativ stark an Bedeutung verloren hat".
09.01.2007, Braunschweiger Zeitung
Frage an die niedersächsische EP-Abgeordnete Ewa Klamt (CDU): "Statt möglichst vielen zu helfen, diskutieren wir über Flüchtlingslager in Nordafrika, um uns die Menschen möglichst vom Hals zu schaffen? - Antwort: "Ich habe mir Ceuta und Melilla angesehen. Das war noch bevor wir täglich Meldungen ertrunkener afrikanischer Bootsflüchtlinge lesen mussten. Ich kann nur sagen: Ich will keine Flüchtlings-Camps, in die die Menschen abgeschoben werden."
09.01.2007, Westdeutsche Zeitung
Kempen. Die Innenminister der Bundesländer haben sich vor zwei Monaten auf ein neues Bleiberecht geeinigt. Große Hoffnungen haben rund 200 000 geduldete Flüchtlinge in Deutschland darauf gesetzt auch in der Thomasstadt. Der Kempener Ratsherr Jeyaratnam Caniceus (Grüne) stand Anfang der 90er-Jahre selbst kurz vor der Abschiebung. Die WZ hat sich mit ihm über die neue Regelung unterhalten.
08.01.2007, Kurier, Wien
Ein 22-Jähriger hatte acht illegale Grenzgänger in der Nähe von Drasenhofen in Empfang genommen, ein Schlepper-Kollege konnte entkommen. Die achte Flüchtlinge wurden nach Traiskirchen gebracht. Die Männer, sechs Inder und zwei Pakistani im Alter von 17 bis 27 Jahren, waren vermutlich über die grüne Grenze von Tschechien nach Österreich gelangt.
08.01.2007, Radio MegaWelle
Ein verlassenes Flüchtlingsschiff hält die Polizei auf Lanzarote in Atem. In den frühen Morgenstunden entdeckten die Beamten am Sonntag die Patera in der Nähe von Haria. Von den Immigranten fehlt bis zur Stunde jede Spur. Die Polizei geht davon aus, daß die Patera in der Nacht von Samstag auf Sonntag den Strand von Lanzarote erreichte, die Insassen sich im Schutz der Nacht Verstecke gesucht haben.
08.01.2007, Die Welt
Nach einer Party in der Neonazi-Szene wurden drei Molotow-Cocktails in die Wohnung dunkelhäutiger Asylbewerber in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) geworfen. Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehle gegen zwei Männer wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung.
08.01.2007, taz
Auch das gibt es: den Neoliberalismus in der Migrationsarbeit. Gilles Duhem (39) war fünf Jahre lang Quartiersmanager im Rollbergkiez, einem der schwierigsten Problemkieze in Berlin-Neukölln. Mit den Kiezbewohnern, meist Migranten, pflegt der gebürtige Pariser eine harte Linie. Sein Credo: Wer sich keine Mühe gibt, kann gehen. Und wer ständig motzt, auch.
07.01.2007, Basler Zeitung
Knapp 100 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern sind am Sonntag an der süditalienischen Küste angekommen. Die illegalen Einwanderer seien in einem 20 Meter langen Boot unterwegs gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Sie seien von Fischern in Sant'Ilario Ionico an der kalabrischen Küste entdeckt worden. Der süditalienischen Polizei erzählten sie, sie seien vor etwa zehn Tagen in der Türkei gestartet.
06.01.2007, Der Tagesspiegel
Moskau - Die Busfahrer kommen aus der Ukraine, die Straßen werden von Tadschiken gefegt, wer seine Wohnung renoviert, holt sich dazu Weißrussen oder Moldawier. Von den mehr als zwölf Millionen Menschen, die in der russischen Hauptstadt leben – offiziell sind es nur zehn Millionen – ist mindestens jeder Zwölfte ein Gastarbeiter aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Schamlos nutzen die Arbeitgeber aus, dass die meisten von ihnen als illegale Immigranten konkurrenzlos billig sind – nicht versichert und ohne Steuernummer.
06.01.2007, Junge Welt
»Mehr Grenzschutz, mehr Rückübernahmeabkommen und mehr gemeinsame Abschiebungen bilden die Schlüsselelemente auf Schäubles Agenda«, erklärte Karl Kopp, Europareferent von Pro Asyl. Menschenrechte und Flüchtlingsschutz würden hingegen ausgeblendet. Die Vorstellung von Schäubles Programm fiel zusammen mit der Nachricht von neuen Todesfällen afrikanischer Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrunken sind.
05.01.2007, Radio Megawelle
Einsatzkräfte der Wasserwacht haben gestern Nachmittag ein Cayuco mit 47 Flüchtlingen an Bord gerettet. Das Boot befand sich ca. 80 km südlich vor der Küste Gran Canarias. Das berichtet heute die Nachrichtenagentur Salvamento Marítimo.
05.01.2007, Junge Welt
Behörden in Marokko haben die Weihnachtsfeiertage und das islamische Opferfest zum Jahreswechsel offenbar genutzt, um zum wiederholten Male Hunderte Menschen aus dem südlicheren Afrika abzuschieben. Die Migranten wurden in freier Landschaft an der Grenze ausgesetzt und mit Schüssen nach Algerien getrieben. Hilfsorganisationen vor Ort taten ihr bestes, um die Flüchtlinge zu versorgen. Sie waren ohne ausreichende Nahrungsmittel und Kleidung ausgesetzt worden.
04.01.2007, Wiener Zeitung
Der Krieg zwischen der von Äthiopien gestützten somalischen Übergangsregierung und den Islamisten hat sich mittlerweile bereits auf den äußersten Süden des Landes verlagert. Die kenianischen Behörden schoben darüber hinaus auch hunderte Frauen und Kinder ab, die sich vor den Kämpfen in das Nachbarland in Sicherheit gebracht hatten. Das Vorgehen ist völkerrechtswidrig.
03.01.2007, heise online
Ergänzend soll zur Absicherung der Außengrenzen die europäische Grenzschutzagentur Frontex eine "erhebliche Stärkung" erfahren. Expertenteams von Frontex sollen dabei die "exekutiven Befugnisse" der jeweiligen nationalen Grenzschutzbehörden bekommen. Bislang sind Frontex-Experten nur zusammen mit den Grenzbehörden vor Ort einsatzfähig.
03.01.2007, wienweb.at
2006 wurden rund 2.500 illegale Grenzgänger von den Assistenz-Soldaten an der Grenze im Burgenland und in Niederösterreich aufgegriffen - das ist gegenüber dem Jahr zuvor ein Rückgang von 45 Prozent.
03.01.2007, KirchenZeitung, Linz
Dramatische Flüchtlingssituation: Diplomatische Kreise in der syrischen Hauptstadt Damaskus beobachten mit Sorge den Flüchtlingsstrom, der vor allem vom krisengeschüttelten Irak nach Syrien fließt.
03.01.2007, Handelsblatt
Spaniens Wirtschaft wächst weiter kräftig. Um den anhaltenden Boom zu stemmen, wird das Land auch in diesem Jahr auf ausländische Hilfskräfte angewiesen sein und hält deshalb an seiner großzügigen Einwanderungspolitik fest. Sogar Illegale bekommen Papiere.
02.01.2007, Salzburger Nachrichten
Aus Furcht vor Sicherheitsproblemen hat Kenia tausenden Flüchtlingen aus Somalia die Aufnahme verweigert. Rund 4.000 Somalier seien offensichtlich in Dhobley angekommen und dürften dort die Grenze nach Kenia nicht überqueren, teilte das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten am Dienstag mit.
02.01.2007, Spanien Bilder
Auch im neuen Jahr ist die Flüchtlingswelle von Afrikanern zu den zu Spanien gehörenden Kanaren nicht abgerissen. Am Neujahrstag am Morgen erreichten bereits die ersten 84 illegale Einwanderer die Insel und landeten in einem Boot an der Küste von Gran Canaria. Drei Menschen sollen die Überfahrt nicht überlebt haben, zwei Leichen waren aber über Bord geworfen worden.
02.01.2007, Deutschlandfunk
Vor dem Jahr 2004 sicherten noch Deutschland und Österreich Außengrenzen der Europäischen Union. Mit der Erweiterungsrunde verlagerte sich die Grenze Richtung Osten. Rund 1500 Kilometer lang ist der Teilabschnitt, den allein Rumänien zu kontrollieren hat. Annett Müller hat an einem rumänisch-moldauischen Grenzübergang beobachtet, was das für die Menschen bedeutet.
02.01.2007, Süddeutsche
In vielen westlichen Ländern wird der Mangel an einheimischen Gesundheitsfachkräften durch afrikanische Migranten ausgeglichen. Für Afrika ist das Abwandern von Medizinern eine Katastrophe.
02.01.2007, Die Zeit
Die spanische Küstenwache hat südlich der Ferieninsel Mallorca neun Algerier von einem Flüchtlingsboot geborgen. Die Nordafrikaner waren mit dem Boot drei Tage auf dem Mittelmeer getrieben. "Wir wahren an den Küsten der Balearen höchste Wachsamkeit, um zu verhindern, dass die Inselgruppe zum Ziel eines neuen Flüchtlingsstroms wird", betonte der Präfekt Ramón Socias in Palma de Mallorca.
01.01.2007, ORF
Mit Beginn des neuen Jahres sind erneut Bootsflüchtlinge aus Afrika nach Europa gekommen: Gestern Mittag erreichten rund 120 illegale Einwanderer in einem Fischerboot die Küste der spanischen Kanareninsel Gran Canaria. Laut dem Radiosender Cadena Ser starben drei Menschen bei bei der gefährlichen Überfahrt mitten im Winter.