Die täglichen Dramen

Artikel aus 07.2007

31.07.2007, Migreurop/AFVIC

Flüchtlinge mit Schüssen an Flucht gehindert

Das Büro der Vereinigung Freunde und Familie der Opfer der „illegalen“ Immigration (AFVIC) informiert, dass sich in der Nacht vom 30 auf den 31. Juli 37 MigrantInnen aus dem Subsaharaum, nur Männer, in Laayoune (West Sahara) einschiffen wollten. Als sie ihre Pirogen ins Wasser lassen wollten kam ein „Agent der marokkanischen Sicherheitskräfte“ und hat auf die Menge geschossen. Eine Person wurde sofort getötet. Die Menschen haben sich zurückgezogen auf ihren Ausgangspunkt und versuchten, erneut zu starten. Wieder wurde geschossen, es gab einen zweiten Toten und zwei Schwerverletzte. Diese wurden nach Laayoun ins Krankenhaus gebracht, sechs Flüchtlinge konnten fliehen, die anderen wurden in das Abschiebungshaftlager gebracht. Unter ihnen befinden sich 2 Flüchtlinge und 2 Asylsuchende.

31.07.2007, Der Standard, Wien

Europäisches Schubhaft-Roulette

Obwohl sie nichts verbrochen haben, werden Schubhäftlinge oft schlechter behandelt als Straftätige: Knappes Trinkwasser, keine Chance auf einen Richter. Der Großteil der EU-Länder verfügt über eigene "Abschiebe-Lager/detention camps", es werden aber auch Polizeistationen, Gefängnisse, Straf-Institutionen und Transit-Zonen verwendet. "Die Behandlung von ‚irregulären' Migranten ist meist schlimmer als die von Strafgefangenen", resümiert die Studie für die EU-Länder. Überfüllung, Mangel an medizinischer Versorgung und legaler Hilfe und unqualifizierte Angestellte seien weit verbreitet. Der oft nicht vorhandene Zugang zu Trinkwasser und die mangelnde Selbstmord-Prävention sind die stärksten Kritikpunkte. Schon die durchschnittliche Länge der Schubhaft differiert in den EU-Ländern gewaltig. In Dänemark sind es 72 Stunden, in Frankreich 32 Tage, in Spanien 40 Tage. In Deutschland sind es sogar 18 Monate und für Großbritannien gibt es kein Maximum.

30.07.2007, Megawelle Canarias

Mehr als 200 Immigranten erreichen Teneriffa

Mit zwei Cayucos sind insgesamt 215 afrikanische Immigranten am Wochenende auf den Kanarischen Inseln angekommen. Unter den Insassen seien 19 Minderjährige gewesen, teilten die Behörden der Nachrichtenagentur AFP mit. Ein Boot kam demnach aus dem westafrikanischen Gambia und machte im Hafen von Los Cristianos fest. Das Zweite steuerten die 35 Insassen auf den Strand von Tajao bei Arcico.

30.07.2007, Migreurop/Mugak

55 % weniger Anlandungen in Spanien

235 MigrantInnen haben letztendlich gestern Teneriffa erreicht. In den ersten 6 Monaten des Jahres 2007, haben die Ankünfte an den spanischen Küsten im Vergleich mit dem Vorjahr um 55 % abgenommen. Der spanische Innenminister führt das auf die erhöhten Kontrollen auf See und die Vermehrung der Abschiebungen zurück. Er weist auch noch einmal darauf hin, dass im Mai neue Richtlinien für die Bedingungen zur legalen Einreise aus privaten oder touristischen Motiven erlassen wurden. Artikel in spanischer Sprache

30.07.2007, Tagesspiegel

Schleuser-Unfall: Die Schrecken der Erinnerung

Potsdam - Sie hat ein wenig zugenommen, aber das Stechen im Brustkorb ist immer gegenwärtig. Nachts wacht sie oft auf, wegen der Schmerzen, oder weil sie im Traum den Unfall wieder und wieder erlebt: die rasende Fahrt durch die Nacht, die hektischen Befehle des Fahrers, der die im Auto zusammengepferchten Menschen anbrüllt, der schreckliche Knall, das Splittern der Scheiben, die Schreie.

29.07.2007, Der Standard

Boot mit 179 Flüchtlingen erreicht Teneriffa

Madrid - Ein Boot mit 179 afrikanischen Flüchtlingen an Bord ist auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa gelandet. Unter den Insassen seien 19 Minderjährige gewesen, teilten die Behörden am Sonntag mit. Das Boot kam demnach aus dem westafrikanischen Gambia und machte im Hafen von Los Cristianos fest. Die Rettungskräfte hätten die Flüchtlinge übernommen, die den Angaben zufolge bei guter Gesundheit waren.

28.07.2007, Radio Vatikan

USA/Mexiko: Mehr Grenzschutz - mehr Tote

Die amerikanischen und mexikanischen Bischöfe haben ihre Sorge über die zunehmende Gewalt an der Grenze zu Mexiko bekundet. Der US-Senat hatte gestern drei Milliarden Dollar für die Sicherung der Grenzen genehmigt. Mit dem Geld sollen 23.000 weitere Grenzschützer eingestellt und ausgebildet werden. Allein in diesem Jahr sind bis Anfang Juli bereits 210 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, die Grenze Mexikos zu den USA illegal zu überqueren.

27.07.2007, Hamburger Abendblatt

Ertrunken zwischen Türkei und Europa

MYTILINI - Rahim Sarvaris Grab auf dem Friedhof von Mytilini trägt keinen Namen. Nur die Nummer 1 und 21.10.2006 sind auf einem kleinen Stück Marmor zu lesen. Der 30-jährige Afghane ertrank im Oktober vergangenen Jahres im Ägäischen Meer. Mit anderen Flüchtlingen hatte er versucht, von der Türkei aus in die Europäische Union zu gelangen. Ihr Boot sank vor der griechischen Insel Lesbos. Nun ruht Sarvaris Leichnam auf einem Friedhof außerhalb der Inselhauptstadt Mytilini. In einer verlassenen Ecke. Ein weiterer Artikel zu dem Thema erschien auch in der Turkish Daily News am 18.7.2007, zu finden unter: http://www.turkishdailynews.com.tr/article.php?enewsid=78597

27.07.2007, Spiegel Online

Flüchtlingskinder werden misshandelt

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen spanische Aufnahmezentren für Flüchtlinge: Sie sollen minderjährige afrikanische Bootsflüchtlinge systematisch misshandeln, auch sexuell.

26.07.2007, Migreurop

5200 Flüchtlinge dieses Jahr in Italien gelandet

Parlament, dass die Anlandungen in der ersten Hälfte des Jahres 2007 in Sizilien um 50% zurück gegangen seien. Es seien 5200 Menschen im Gegensatz zu 9389 Flüchtlingen im gleichen Zeitraum 2006 angelandet. Dahingegen seien die Anladungen auf Sardinien in diesem Jahr angestiegen: von der algerischen Küste zwischen Annaba und Tunesien hätten 472 Flüchtlinge Sardinien erreicht. Artikel in italienischer Sprache

26.07.2007, Spanien Bilder

Flüchtlinge auf den Kanaren

Heute waren es wieder 149 Flüchtlinge aus Afrika, die auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln landeten. Wie die Meeresrettung mitteilte, landeten die Neuankömmlinge auf El Hierro, die kleinste Insel der sieben Hauptinseln der Kanaren. Unter den Immigranten sollen sich auch zwei Frauen und mehrere Minderjährige befinden. Alle befinden sich in guter Verfassung. Jährlich kommen tausende von Immigranten auf den Kanaren an. Sie hoffen so nach Europa einwandern zu können und versprechen sich so ein besseres Leben. Dabei nehmen sie in meist sehr unsicheren Booten eine gefährliche Überfahrt in Kauf. Und ihre Bemühungen sind häufig vergeblich, Spanien schiebt regelmäßig Flüchtlinge in ihre Heimatländer ab. Waren es 2006 noch über 31.000 Flüchtlinge, die auf den Kanaren ankamen, steuern die Flüchtlingszahlen in diesem Jahr wohl keinen Rekord an. Seit Beginn des Jahres waren es erst 4700 Flüchtlinge, die die Überfahrt überlebten. Wie viele die Überfahrt antreten und nicht überleben, darüber gibt es keine genauen Statistiken.

26.07.2007, Die Presse, Wien

Irak: Mehr als vier Millionen Flüchtlinge

Eine internationale Konferenz über Hilfsprogramme für die geschätzten 2,2 Millionen Flüchtlinge aus dem Irak hat am Donnerstag in der jordanischen Hauptstadt Amman begonnen. Jordanien lud dazu das besonders stark betroffene Nachbarland Syrien ein, wo sich 1,4 Millionen Irak-Flüchtlinge aufhalten, sowie Ägypten, den Irak und die Vereinten Nationen. Die Türkei, der Iran, Russland, Japan, Großbritannien und die Europäische Union nehmen als Beobachter teil.

25.07.2007, Migreurop

Europäische Union verstärkt Kooperation mit Libyen

Die Europäische Kommission hat ein Memorandum zwischen der Kommission und dem libyschen Minister für Europaangelegenheiten veröffentlicht, dass die zukünftige Kooperation der 27 EU-Staaten mit Libyen festlegt. Neben der Auslieferung der bulgarischen Krankenschwestern und dem Arzt sowie medizinischer Hilfe für AIDS-erkrankte Kinder wurden Maßnahmen zur Bekämpfung der „illegalen“ Migration festgelegt. Weiterhin soll es einen vereinfachten Zugang für libysche Landwirtschaftsprodukte und für Fisch auf dem europäischen Markt geben. Unterstützung in archäologischen Projekten und Stipendien für libysche StudentInnen sind auch vorgesehen. Artikel in französischer Sprache

25.07.2007, Migreurop/Liberte-Algerie

Flüchtlings »flotte » von Algerien nach Sardinien

Eine « Flotte » von circa 30 Fischerbooten hat am 23.7.07 versucht, Sardinien zu erreichen. Die Boote waren von Sidi-Salem und Seybouse in Algerien losgefahren und hatten im Schnitt wahrscheinlich jeweils 2-4 Flüchtlinge an Bord. Anwohner berichten, dass das nicht die erste „kollektive“ Fahrt von den genannten Stränden ist, so seien z.B. auch am 31.12.2006 25 Boote von dort losgefahren. Die Hoffnungslosigkeit und die Unmöglichkeit einer Zukunft scheint auch dort immer mehr junge Menschen dazu zu treiben, das Aland zu verlassen. Im Januar 2007 wurden einige aufgehalten, doch ist festzustellen, dass sich diese Art der Flucht“welle“ nun auch im Osten des Landes fortsetzt. Artikel in französischer Sprache.

25.07.2007, associated press

Irakische Einwanderer auf der Autobahn ausgesetzt

München (AP) Auf der Autobahn München - Augsburg hat die Polizei am Mittwochmorgen sieben Fußgänger festgenommen. Die Männer seien wahrscheinlich illegal aus dem Irak eingeschleust und auf der A8 bei Adelzhausen ausgesetzt worden. Weil es auf diesem Abschnitt keinen Standstreifen gibt, seien sie auf dem Fahrstreifen dicht an der Leitplanke entlang marschiert, teilte die Polizei mit. Als eine Verkehrsstreife anhielt, seien sie froh gewesen. Die Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren hätten weder Pässe noch Gepäck bei sich gehabt.

25.07.2007, indymedia.org

Arabische Staaten kriminalisieren Migration

Dieser bisher nur auf arabisch erschienene Artikel beschreibt, wie ein Gremium der arabischen Innenministerkonferenz Maßnahmen zur Institutionalisierung der Abwehr und der Kriminalisierung von "illegalen" MigrantInnen konzipiert. Die Abhandlung des Phänomens Migration unter der Überschrift "Verbrechensbekämpfung" erinnert an die Politik der EU. Inwieweit diese Druck auf die arabischen Länder ausgeübt hat, damit sie Einrichtungen zur MigrantInnenabwehr schaffen, wäre ein Gegenstand für weitere Recherchen.

24.07.2007, Migreurop/Le Matin

Lampedusa überfüllt, aber weniger Anlandungen

Am 19.7.2007 sind 303 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet, 259 in ihren eigenen Booten, der Rest wurde von der Küstenwache auf die Insel gebracht. Schon kurz davor waren über 400 Flüchtlinge auf der kleinen Mittelmeerinsel gelandet. 12 Menschen werden nach zwei Schiffbrüchen vermisst. Das Aufnahmelager auf Lampedusa mit 190 Plätzen ist derzeit mit über 800 Menschen hoffnungslos überfüllt. Eine Luftbrücke soll die Flüchtlinge schnellstmöglich in Zentren wir Crotone (Kalabrien) ausfliegen, das über 1000 Plätze verfügt. Das neue Zentrum auf Lampedusa mit 400 Plätzen ist aufgrund der örtlichen Proteste dagegen immer noch nicht eröffnet worden. Aufgrund der Überfüllung des Lagers kommt es zu ansteckenden Krankheiten, wie der Direktor des Italienischen Flüchtlingsrats und die VertreterInnen des MSF (Ärzte ohne Grenzen) berichten. MSF betont jedoch auch, dass es sich nicht um eine ungewöhnliche Situation handelt, das sei seit einigen Sommern immer so. Laut UNHCR ist die Zahl der Ankommenden in den ersten sechs Monaten 2007 um 50 % im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr gesunken. Doch die letzten Wochen sind vor allem durch Schiffsbrüche und – untergänge gezeichnet, so seien laut UNHCR im Juni 2007 210 Menschen ertrunken oder verschwunden. Der UNCHR ist außerdem besorgt über das Schicksal der 24 Flüchtlinge, die von einem tunesischen Fischerboot gerettet und dann nach Tunesien zurückgeschoben wurden. Die Flüchtlinge, die sich der Rückschiebung zuerst widersetzten riskieren eine Haftstrafe von 10 Jahren. Laut der Sprecherin des UNHCR seien die Mediendarstellungen, die Flüchtlinge hätten das tunesische Fischerboot gekapert, nicht richtig. Die 24 Flüchtlinge kommen aus Eritrea, Äthiopien und Sudan und wurden bei der Rettungsaktion von ihren Verwandten, die von einem italienischen Militärboot aufgenommen und nach Lampedusa gebracht wurden, getrennt. Artikel in französischer Sprache

24.07.2007, Radio MegaWelle

Spanien - 87 Millionen Euro für Flüchtlingsproblem

Spanien wird bis 2013 über 87 Millionen Euro aus dem Europäischen Fond "Solidarität und Migration" bekommen. Das beschloss die Europäische Kommission jetzt. Damit ist Spanien das erste Land, das von diesem Fond profitiert. Das Programm "Solidarität und Migration" besteht aus vier verschiedenen europäischen Fonds: dem Schutz der Außen-Grenzen, der Rückführung von Flüchtlingen, der Integration der Dritte Weltländer und die Finanzierung der Flüchtlinge. Wofür das Geld genau genutzt wird, ist noch nicht klar.

24.07.2007, ansa.it

28 Flüchtlinge vor Lampedusa gerettet

Gestern sind in sieben nacheinander folgenden Anlandungen 350 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet. 26 Seemeilen südliche von Lampedusa konnte ein Boot mit 28 Menschen von der Küstenwache gerettet werden. Gegen Mitternacht fuhr auch das Fischerboot "Salvatore Catarina" in den Hafen des sizilianischen Mazzara del Vallo ein, an Bord 23 vor 2 Tagen gerettete Flüchtlinge sowie die Leichen zweier vor der libyschen Küste ertrunkener Flüchtlinge. Artikel in italienischer Sprache

23.07.2007, Ostthüringer Zeitung

Fluchtdrama vor der Tür Europas

Seit Europa seine südlichen Wassergrenzen mit Küstenwachtschiffen und Aufklärungs-Flugzeugen abschotte, sei die Flucht für die afrikanischen Migranten noch gefährlicher geworden, sagt Luc Andre Diouf. Und das Risiko, unterwegs zu sterben, noch viel größer. Der gebürtige Senegalese ist Einwanderungsbeauftragter der Gewerkschaft CCOO auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln und kennt unzählige Flüchtlingstragödien. Diese "Abschreckungsmission" der EU-Grenzschutzagentur Frontex, kritisiert er, verlängere lediglich den ohnehin schon langen und riskanten Weg der illegalen Immigranten. Sie müssten nun nicht nur mit dem Meer kämpfen. Sondern auch versuchen, in einem Katz- und Mausspiel den Grenzschützern auszuweichen.

22.07.2007, stern.de

90 Tote vor Teneriffa: "Sie sanken wie Blei"

Immer wieder fragt John: "Haben Sie etwas von ihnen gehört?" Doch die Mitarbeiter des Roten Kreuzes auf Teneriffa schütteln den Kopf, versuchen, dem 24-Jährigen irgendwie Mut zu machen. Der junge Ghanaer ist einer der 48 Afrikaner, die das jüngste Flüchtlingsdrama vor den Kanarischen Inseln überlebt haben. Doch von seinen fünf Brüdern und acht Freunden weiß er seither nichts. "Ich suche sie", wiederholt er mit Tränen erstickter Stimme. Sie alle saßen in dem Boot, das am Donnerstag bei schwerer See rund 170 Kilometer südlich von Teneriffa kenterte. Erst nach und nach wird das ganze Ausmaß der Tragödie deutlich: Nach Aussage der 48 Geretteten waren mindestens 135 Menschen aus Ghana, Gambia oder Liberia an Bord, fast 90 von ihnen ertranken demnach. Es ist das schlimmste Flüchtlingsdrama, das sich je vor den Kanaren ereignet hat.

22.07.2007, Welt am Sonntag

Afrikanische Flüchtlinge vermutlich tot

Spanische Seenotrettungskräfte haben die Suche nach rund fünfzig vermissten afrikanischen Flüchtlingen aufgegeben. Wie die Behörden der Insel Teneriffa mitteilten, gaben die Schiffe im Laufe des Tages ihre Bemühungen auf, in der Nacht sei die Suche aus der Luft bereits eingestellt worden. Ein Fischerboot mit rund hundert Flüchtlingen an Bord war am Donnerstag vor den Kanarischen Inseln gekentert. 48 Menschen konnten gerettet werden, drei Leichen wurden geborgen.

21.07.2007, Lausitzer Rundschau

Schleuser-Prozess in Neuruppin

Wegen bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern müssen sich seit gestern vier Männer vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Die 29 bis 41 Jahre alten Angeklagten sollen von Juni 2006 an in neun Fällen Vietnamesen bei der illegalen Einreise und beim unerlaubtem Aufenthalt gegen Entgelt unterstützt haben, wie Gerichtssprecherin Iris le Claire sagte. Zwei der Beschuldigten hätten im Auftrag einer international agierenden Schleuserorganisation für die über Russland, Polen oder Tschechien nach Deutschland illegal eingereisten Vietnamesen den Weitertransport nach Frankreich oder England ermöglicht.

21.07.2007, Der Standard, Wien

Spanien: "Humanitäre Katastrophe"

Santa Cruz/Mindelo - Das Ausmaß der jüngsten Flüchtlingstragödie vor den Kanarischen Inseln ist vermutlich größer als zunächst befürchtet. Die 48 Überlebenden berichteten nach Rundfunkangaben vom Samstag, an Bord des in der Nacht zum Donnerstag gekenterten Bootes seien rund 135 Menschen gewesen, darunter mindestens auch zwei Frauen und ein Kind. Die spanischen Behörden befürchten deshalb, dass bei dem Unglück fast 90 afrikanische Flüchtlinge im Atlantik ertrunken sind. Vorerst konnten nur drei Leichen geborgen werden. Es gebe praktisch keine Hoffnung mehr, weitere Überlebende zu finden, teilte der Seenotrettungsdienst mit.

20.07.2007, Tagesspiegel

Ertrunken auf dem Weg ins bessere Leben

Santa Cruz - Seit Europa seine südlichen Seegrenzen mit Küstenwachtschiffen und Aufklärungsflugzeugen abschotte, sei die Flucht für die afrikanischen Migranten noch gefährlicher geworden, sagt Luc Andre Diouf. Und das Risiko, unterwegs zu sterben, noch viel größer. Der gebürtige Senegalese ist Einwanderungsbeauftragter der Gewerkschaft CCOO auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln und kennt durch seinen Job unzählige Flüchtlingstragödien. Diese „Abschreckungsmission“ der EU-Grenzschutzagentur Frontex, kritisiert er, verlängere lediglich den ohnehin schon langen und riskanten Weg der illegalen Immigranten. Sie müssten nun nicht nur mit dem Meer kämpfen, sondern auch versuchen, in einem Katz-und- Maus-Spiel den Grenzschützern auszuweichen.

20.07.2007, ansa.it

Flüchtlinge werden zurück nach Tunesien geschafft

Das „Problem“ mit dem „umgeleiteten“ tunesischen Fischerboot hat sich schön einfach gelöst: die Flüchtlinge wurden nach Afrika zurück gebracht. Die 24 Flüchtlinge, unter ihnen 4 Frauen und 2 Kinder, waren nach langen Beratungen bereit, auf ein tunesisches Militärboot umzusteigen. Das Fischerboot lag die ganze Nacht in internationalen Gewässern zwischen Lampedusa und Malta und wartete auf das Ende der Verhandlungen. Die Flüchtlinge gehörten zu einer Gruppe von Familienmitgliedern, die bei der Rettung getrennt wurden. Die Männer waren auf dem Schlauchboot geblieben, weil sie sich geweigert hatten auf das Fischerboot umzusteigen, sie hielten sich an ein italienisches Zollboot. Als der Rest der Gruppe erfuhr, dass er nach Tunesien zurück gebracht werden sollten, gerieten die Flüchtlinge auf dem Fischerboot in Panik und bedrohten die Besatzung, sie solle sie nach Lampedusa bringen, damit sie dort wieder mit ihren Familienangehörigen vereint werden. Artikel in italienischer Sprache

20.07.2007, Migreurop

Sudan prepares to return refugees to Eritrea

Hundreds of Eritrean refugees may be forcibly returned to Eritrea following a series of arrests last week in the Sudanese capital, Khartoum. According to local sources, the Sudanese authorities have been conducting daily house to house arrests of Eritreans since Thursday 12 July 2007. In an indication of the scale of these arrests, reports received by an Eritrean website contend that the government may already have “finalised the necessary preparations to deport 500 Eritrean refugees to Eritrea”. Artikel in englischer Sprache

19.07.2007, meltingpot.org

Lampedusa: 260 gelandet. 5 Tote bei Schiffsbruch

Auch 2 Schiffsbrüche in den letzten Stunden halten die Flüchtlinge nicht auf. 259 Flüchtlinge, unter ihnen 16 Frauen, sind heute morgen in Lampedusa angekommen. Gestern waren 2 Boote untergegangen. 5 Menschen haben sicher ihr Leben verloren, unter ihnen ein Kind, 11 werden noch vermisst. Gestern hatten schon über 100 Menschen die Insel erreicht. Derzeit sind 640 Flüchtlinge in dem viel zu kleinen Zentrum auf Lampedusa untergebracht. Mittels einer Luftbrücke sollen sie nun zügig verteilt werden. Auf dem Marinschiff „Sfinge“ befinden sich die Überlebenden der gestrigen Schiffbrüche. 14 wurden in libyschen Gewässern vom italienischen Fischerboot „Monastir“ gerettet, 11 werden noch vermisst. Bei einem anderen Schiffbruch 40 Seemeilen vor Lampedusa sterben 4 Flüchtlinge, unter ihnen ein Kind, 22 werden gerettet. Die „Sfinge“ ist in Richtung Sizilien unterwegs. Artikel in italienischer Sprache

19.07.2007, AFP

Spanien: 50 Flüchtlinge verschwunden

In der Höhe der Kanarischen Inseln ist ein Boot mit Flüchtlingen an Bord nach einem Schiffbruch untergegangen. 50 Menschen werden vermisst, 49 haben konnten gerettet werden. Nach Zeugenaussagen waren 150 Menschen an Bord. Ein Sprecher der Präfektur auf Teneriffa spricht von circa 100 Menschen an Bord und von 48 Geretteten. Das Boot geriet am frühen Donnerstag morgen circa 90 Seemeilen süd-westlich von Teneriffa aufgrund der schweren See in Seenot. Aus einer weiteren Quelle wird berichtet, dass das Boot während der Rettungsmaßnahmen durch die „Salvamento Maritimo“, die Seenotrettung, sank. Es wurde eine Suchaktion mit 4 Schiffen der Seerettung, einem Flugzeug, einem Hubschrauber und 2 Handelsschiffen, die sich in dem Gebiet befanden, eingeleitet. Ein französisches Schiff mit Helikoptern könnte auch an der Suchaktion beteiligt werden. Artikel in französischer Sprache

18.07.2007, ansa.it

Tunesischer Fischer mit Flüchtlingen nach Lampedusa

Das tunesische Fischerboot, dass von einigen Flüchtlingen “gekapert” worden war, befindet sich auf der Fahrt nach Lampedusa. Die Flüchtlinge hatten das Boot 42 Seemeilen südlich der Insel in ihre Gewalt gebracht. Angeblich seien sie mit Messern bewaffnet gewesen. Die tunesische Küstenwache eskortiert das Boot, die italienische Küstenwache sowie die Guardia di Finanza fahren den Booten entgegen. Artikel in italienischer Sprache

18.07.2007, repubblica.it

Flüchtlingsankünfte in Lampedusa reißen nicht ab

Es spielen sich täglich neue Dramen im Kanal von Sizilien ab. In der Nähe der libyschen Küste ist ein Flüchtlingsboot gesunken. Mehr Glück hatte ein anderes Boot, dass in der Nähe von Lampedusa von der Guardia di Finanza gerettet wurden. In weiteren Booten sind 120 Menschen auf Lampedusa gelandet. Derzeit beherbergt das geschlossene Aufnahmezentrum (190 Plätze) circa 600 Flüchtlinge. 187 Seemeilen südlich von Lampedusa ist ein Boot im libyschen Seerettungsgebiet gesunken. Die „Monastir“, ein italienisches Motorboot, hat 14 Flüchtlinge und eine Leiche geborgen. 11 Menschen seien in den Fluten versunken, so die Geretteten. Die Flüchtlinge befanden sich auf einem Schlauchboot, das sich überschlagen hat, als sich das italienische Boot näherte. Die „Monastir“ wird heute Abend auf Lampedusa erwartet. Ein tunesisches Fischerboot wurde von einer Gruppe Flüchtlinge in internationalen Gewässern „gekapert“ und gezwungen, Richtung Lampesdusa zu fahren, eine tunesische Marineeinheit befand sich in der Nähe. 20 Seemeilen südlich von Lampedusa wurde ein weiteres Schlauchboot gerettet, die Guardia di Finanza nahm 25 Flüchtlinge an Bord, unter ihnen auch 2 Frauen, sie haben heute morgen den Hafen von Lampedusa erreicht. Weitere fünf Boote mit einer nicht zu beziffernden Zahl von Flüchtlingen befinden sich Im Kanal von Sizilien, wie der Einsatzzentrale in Palermo mitgeteilt wurde, die Rettungsaktionen wurden eingeleitet. Die Boote sollen sich 35-50 Meilen südlich von Lampedusa befinden, eines ist havariert und es läuft Wasser ins Boot. Artikel in italienischer Sprache

18.07.2007, Kleine Zeitung, Graz

Über 500 Flüchtlinge in drei Tagen nach Lampedusa

In Italien herrscht Alarmstufe Rot wegen des anhaltenden Immigrationsstroms auf Lampedusa. In drei Tagen erreichten über 500 Flüchtlinge die Mittelmeerinsel zwischen Sizilien und Tunesien. Am Mittwoch brachte die Küstenwache drei Fischerboote in Sicherheit, auf denen sich insgesamt 102 Menschen befanden. Die Flüchtlinge wurden in das Auffanglager auf Lampedusa gebracht.

17.07.2007, ansa.it

Marine rettet 80 Flüchtlinge vor Lampedusa

Drei Schlauchboote mit circa 80 Flüchtlingen, unter ihnen 19 Frauen und ein Kind, wurden heute 40 Seemeilen südlich von Lampedusa von der Marine gerettet. Die Korvette „Sfinge“ hat die Flüchtlinge an Bord genommen und befindet sich auf dem Rückweg nach Lampedusa. Erst gestern wurden 219 Flüchtlinge in einem sehr alten Boot kurz vor Lampedusa aufgehalten. Derzeit sind im Flüchtlingslager mit einer Kapazität von 190 Plätzen 293 Flüchtlinge untergebracht.

17.07.2007, ansa.it

Lampedusa: 66 Flüchtlinge angekommen

Wieder wurden 2 Boote von der Küstenwache circa 10 Seemeilen vor Lampedusa gestoppt. Im ersten Boot befanden sich 31, im zweiten 35 Flüchtlinge, unter ihnen 9 Frauen. Damit sind jetzt nach den drei Schlauchbooten, die heute morgen von der Militärmarine gerettet wurden, insgesamt 5 Boote in wenigen Stunden in der Nähe von Lampedusa aufgebracht worden. Auch die Guardia di Finanza, der Zoll, ist ausgelaufen, um einem Hinweis über ein weiteres Bootes zu folgen. Die Meldung in italienischer Sprache

17.07.2007, Megawelle Canarias

Teneriffa - 202 neue Flüchtlinge

In Los Cristianos sind gestern 202 afrikanische Immigranten angekommen. Das erste Cayuco wurde bereits am Sonntag von einem Flugzeug der Luftrettung gesichtet. Mittags erreichte es den Hafen. Am Abend gegen 20 Uhr kam das zweite Boot an. Unter den Flüchtlingen waren 15 Kinder und zwei Frauen.

16.07.2007, Voralberg Online

200 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet

Die Flüchtlingswelle nach Italien scheint kein Ende zu nehmen. Die italienische Küstenwache hat am Montag 200 Immigranten aufgegriffen, die sich an Bord eines Bootes vor den Küsten Lampedusas befanden. Das Boot drohte wegen eines Schadens zu sinken, teilte die Polizei mit.

15.07.2007, Migreurop

20 Flüchtlinge von der marokkanischen Marine gerettet

20 Flüchtlinge sind von der königlichen marokkanischen Marine in der Höhe von El Ayoun aufgehalten worden. Die aus dem Subsaharaum kommenden Flüchtlinge waren auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln. Ihr „patera“, ein kleines Boot, hatte eine Havarie. Das Boot befand sich 14 Seemeilen nördlich von El Ayoun. Artikel in französischer Sprache

14.07.2007, SF Tagesschau - meltingpot.org

Flüchtlinge in Kühllaster erfroren

In Venedig hat die Polizei drei tote illegale Einwanderer in einem Kühllaster an einer Autobahn entdeckt. Die Flüchtlinge stammen mit aller Wahrscheinlichkeit aus dem Irak. Der mit Wassermelonen beladene Kühlwagen mit tschechischer Zulassung war nach Angaben der Behörden auf dem Weg nach Deutschland gewesen. Ein weiterer Flüchtling habe überlebt und wurde in kritischem Zustand in ein Spital gebracht. weitere Artikel in italienischer Sprache auch unter: www.meltingpot.org: Morti asfissiati nel tir delle angurie - Mestre, tre clandestini morti in tir frigorifero

13.07.2007, Migreurop

Libyen: mehr als 500 Eritreer in Haft

entschieden haben, alle MigrantInnen abzuschieben, die sich irregulär in Libyen aufhalten. Das bezieht sich auch auf die Eritreer im Land, die bei einer Abschiebung mit Folter und Tod zu rechnen haben. Mehr als 500 Eritreer sind derzeit in Libyen inhaftiert. Man geht davon aus, dass sich die meisten in den Zentren von Misratha, Al Marj und Al Kufrah befinden, 200 km westlich, 1000 km östlich und 1800 km süd-östlich der Hautpstadt Tripolis. Die meisten der Eritreer waren bei Razzien auf der Jagd nach Irregulären verhaftet worden, einige von ihnen wurden verhaftet, bevor sie die Boote nach Europa besteigen konnten. 53 Menschen wurden auf dem Meer gerettet. In den letzten Monaten wurden eritreische Flüchtlinge immer wieder an die Grenze zum Tschad zurückgeschoben. Amnesty international fürchtet, dass die Eritreer bei ihrer Rückkehr schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sein werden. Der Hohe Flüchtlingskommissar sprach sich gegen die Abschiebungen nach Eritrea aus. Amnesty international ist sehr besorgt aufgrund von Informationen, die über die Misshandlung von eritreischen Staatsbürgern berichten. Einige der Inhaftierten scheinen Folter erlitten zu haben, die hygienischen Bedingungen sowie die medizinische Versorgung und auch die Nahrung sind absolut unzureichend. Es scheint auch einige Schwangere unter den Inhaftierten zu befinden, es gibt Tuberkulose Fälle und Selbstmorde.

13.07.2007, Die Presse, Wien

Malta: „Werden riesiges Auffanglager“

In Malta hat es im Juli durchschnittlich 29 Grad. Das ist aber nicht der Grund, warum es in dem kleinen Inselstaat zunehmend kocht und brodelt. Das liegt eher daran, dass Malta mit seinem Beitritt zur EU 2004 zu einem der beliebtesten Ziele für illegale Einwanderer wurde, die es von der nordafrikanischen Küste her ansteuern. Die Regierung schickt bereits seit längerem Hilferufe, Warnschreie und Protestnoten an die EU-Partner.

12.07.2007, El Razòn/Migreurop

500 Flüchtlinge in Ceuta

Das Flüchtlingszentrum „CETI“ in Ceuta beherbergt derzeit ca. 500 Menschen, die Migration habe in den letzten Tagen stark zugenommen. Das CETI hat 512 Plätze zur Vefügung, die meisten Flüchtlinge kommen derzeit aus dem Subsahararaum und aus Ländern wie Bangladesh und Pakistan. Die Guardìa Civil berichtet, dass immer mehr Menschen mit Booten oder in Lastwagn versteckt bis Marokko kommen. Auch steige die Zahl der Flüchtlinge aus dem Subsahara-Raum wieder mehr an, nachdem in 2005 und 2006 vor allem asiatische Flüchtlinge angekommen seien. In spanischer Sprache

12.07.2007, Der Spiegel

Zahl der Flüchtlinge weltweit dramatisch gestiegen

14 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr weltweit auf der Flucht vor Krieg und Elend: Zwei Millionen mehr als im Jahr davor. Ein dramatischer Zuwachs. Hauptursache dafür ist die katastrophale Lage im Irak.

11.07.2007, AFP

Türkei stoppt mehr als 400 Migranten

Die türkische Polizei hat nach Berichten der Nachrichtenagentur "Anatolia" am Mittwoch mehr als 400 illegale Migranten festgehalten, die offensichtlich vorhatten, von der türkischen Westküste heimlich nach Griechenland zu gelangen. Die verhinderten Einwanderer - darunter Türken, Iraker, Palästinenser und Mauretanier - wurden auf fünf Lkw entdeckt, die in der Nähe der Stadt Urla von der Polizei gestoppt worden waren. (Meldung in englischer Sprache)

11.07.2007, Die Zeit

Air-France-Personal protestiert gegen Abschiebungen

Immer mehr Ausländer werden auf Linienflügen der Air France in ihre Heimatländer abgeschoben. "Was soll man denken, wenn die Betroffenen versichern, dass sie direkt in den Tod geflogen werden?", fragen sich Mitarbeiter und protestieren gegen die Praxis.

11.07.2007, Deutschlandfunk

Gaddafi als Europas Grenzschützer

Libyen ist ein wichtiges Transitland für illegale Migranten, die sich nach Europa aufmachen. Vor diesem Hintergrund, aber auch mit Blick auf die reichen Ölvorkommen des Wüstenstaates, ist das politische Gewicht Libyens gewachsen. Vor allem Italien sucht den Schulterschluss mit dem Nachbarn auf der anderen Seite des Mittelmeers.

10.07.2007, HNA

Marokko überm Werratal - Melilla an DDR-Grenze

Dreharbeiten an der ehemaligen DDR-Grenze bei Sickenberg: Das Video-Projekt Avalance (Lawine) greift die erschreckenden Ereignisse an der Grenze zwischen den spanischen Exklaven und Marokko auf. Die Hafenstädte Ceuta und Melilla liegen zwar geografisch in Marokko und demnach in Afrika, aber politisch gehören sie zu Spanien und damit zu Europa. Im Bereich des Grenzmuseums Schifflersgrund habe man eine gut erhaltene Grenzanlage mit Kolonnenweg und Metallgitterzaun für den Filmdreh gefunden. Avalance wird in zwei Versionen hergestellt. Das Hauptformat besteht aus drei großflächigen Leinwänden, die drei Elemente wiedergeben: Zaun, Flucht und Wald. Zweite Version ist ein 30-minütiger Kurzfilm für die Kunstfilmbiennale in Köln.

09.07.2007, Kanaren Nachrichten

3 Flüchtlingsboote erreichen Fuerteventura und Teneriffa

Insgesamt 123 afrikanische Flüchtlinge erreichten am vergangenen Wochenende die Kanareninseln Fuerteventura und Teneriffa. Auf Fuerteventura kamen zwei kleinere Boote, sogenannte Pateras mit insgesamt 74 Nordafrikanern im Hafen von Gran Tarajal an. Die beiden Boote waren frühzeitig vom Radar des stationären S.I.V.E. Systems (Integriertes elektronisches System zur Überwachung der Aussengrenzen) erfasst worden und die Boote konnten schon vor dem Anlegen von der Guardia Civil in Empfang genommen werden. Ebenfalls am vergangenen Wochenende erreichte ein Cayuco mit 49 Insassen die Kanareninsel Teneriffa. Unter den Afrikanern befanden sich 7 Minderjährige.

09.07.2007, BBC

Malta struggles with migrants

Das Patrouillenbot P-61 durchpflügt die Wellen vor der maltesischen Küste, während ein Hubschrauber des deutschen Bundesgrenzschutzes darüberhinfliegt. (...) Zusätzliche Grenzkontrollen werden vielleicht einige Bootsflüchtlinge von der Überfahrt abhalten, aber solange Konflikte, Armut und - möglicherweise - der Klimawandel sie zum Verlassen der Heimat zwingen, wird der Strom der Migranten nicht abreissen. Und der Druck auf Malta nimmt weiter zu. (Meldung in englischer Sprache)

09.07.2007, Kanaren Nachrichten

Frauenhändlerring in Las Palmas zerschlagen

Sonderermittlern der Policia Nacional auf der Kanareninsel Gran Canaria gelang es in dieser Woche acht Mitglieder eines Frauenhändlerrings zu verhaften. Den Verhafteten wird vorgeworfen, Frauen aus Südamerika (vorwiegend aus Brasilien) nach Spanien, bzw. auf die Kanaren einzuschleusen, um diese dann als illegale Prostituierte auszubeuten. Die Ausbeutung der südamerikanischen Frauen lief immer nach demselben Schema ab- Unter Mithilfe diverser Reisebüroinhaber auf dem spanischen Festland wurden die Frauen aus Südamerika nach Spanien geholt, einmal angekommen werden die Südamerikanerinnen dann in verschiedene spanische Städte verbracht. Am Ziel angelangt wird den Frauen dann unmißverständlich klargemacht, auf welche Art sie ihre Schulden (um die 4.000 Euro) abarbeiten müssen.

08.07.2007, ansa.it

Libyen verhaftet im Juni 1500 illegalisierte Flüchtlinge

Am 8.7. gibt die libysche Regierung bekannt, dass sie im Laufe des Monats Juni 1451 Menschen verhaftet hat, die nach Europa ausreisen wollten. Des weiteren wurden 1622 Menschen abgeschoben. Libyen mit seiner ca. 1800 km langen Küste ist vor allem für Menschen aus den Ländern um das Horn von Afkrika zum Transitland geworden. Die libysche Regierung betont immer wieder wie viele Einsatzkräfte und –mittel für den Kampf gegen die illegale Migration benötigt werden. In italienischer Sprache

08.07.2007, Migreurop

Eritreeische Organisation appelliert an NGOs und Politiker wegen Verhaftungen

Seit circa 9 Monaten befinden sich ca. 600 Asylsuchende im Lager von Misratha in Haft. Die eritreische Organisation Habeshia hat einen öffentlichen Appell versendet, da die Flüchtlinge in Gefahr laufen, nach Eritrea zurückgeschoben zu werden, wo sie der Gefahr durch das eritreische Militär ausgesetzt sind. Die Mitarbeiterin der Organisation Mussie Zerai wendet sich an die EU sowie die italienische Regierung, einzugreifen und den Flüchtlingen zu helfen. Quelle: Gabriele del Grande für [Migreurop] Libye: 600 eritréens detenus depuis 9 mois à Misratah

07.07.2007, Süddeutsche Zeitung

Flucht ohne Chance - Das kalte Grauen

Aus Angst vor der Abschiebung flieht Hamidur Rahman aus Deutschland nach Norden. Seine Hoffnung ist Kanada. Die Route: von Grönland aus 200 Kilometer durch das Eis - zu Fuß. Seine Chance: gleich null.

06.07.2007, TELEPOLIS

In der Einbahnstrasse der humanitären Tragödie

Bericht über die Anhörung im Innenausschuss des Europa-Parlaments am 3.7.2007 zu den Flüchtlingstragödien im Mittelmeer, der Rolle von Frontex und möglichen Gegenstrategien

06.07.2007, ZDF "Heute"

Frontex vor Malta

Nachrichten-Beitrag zum Bundeswehr-Einsatz der Operation Frontex vor Malta zur "Rettung" und Bekämpfung von Flüchtlingen vor der Mittelmeerinsel. Ab Minute 9'48"

06.07.2007, Westfalenpost, Hagen

Mit dem Super-Puma auf Migrantensuche

Auf zwei Bierzelt-Holztischen stehen ihre fünf Laptops, auf deren Bildschirmen leuchten Reparatur-Schemata für die zwei Super-Pumas, die die Deutschen nach Malta verlegt haben für die "Operation Nautilus". Es sind schwere Hubschrauber für maximal 18 Personen, mit Wärmebildkameras und TV-Kameras zum Spähen nach Afrikanern in Nussschalen. Eine Seilwinde ist dran, falls bei einem Einsatz ein Boot kentert, Leute zu ertrinken drohen. Die Hitze macht den Technikern täglich Probleme, Computer in den Helikoptern an Bord spielen verrückt. Ulfig, Wöbecke, wohl alle in dem 20-Mann-Team, sind froh, mal rauszukommen, mal hier im Süden das Meer abzufliegen, statt daheim Nord- und Ostsee rauf und runter.

05.07.2007, Österreichischer Rundfunk

Flüchtlinge wie Tiere transportiert

Am Grenzübergang Berg (Bezirk Bruck/Leitha) hat die Polizei einen unmenschlichen Fall von Schlepperei aufgedeckt. Ein Slowake wollte zwölf Flüchtlinge aus Indien und Pakistan über die Grenze schmuggeln, eingepfercht in Holzkisten. Dass die Inder und Pakistani von Polizisten gefunden wurden, dürfte ihnen das Leben gerettet haben. Die Kisten waren mit Stahlbändern verschnürt, die Flüchtlinge litten bereits unter Sauerstoffmangel und Hitzestau.

05.07.2007, Basler Zeitung

Sieben Bootsflüchtlinge in der Ägäis vermisst

Athen. SDA/DPA/baz. Vor der griechischen Insel Samos sind am Donnerstag sieben Flüchtlinge vermisst worden. Ihr Boot war am Morgen beim Versuch gekentert, die Meerenge zwischen der Türkei und Samos zu durchqueren. Die griechische Küstenwache konnte 16 Menschen aus den Fluten retten. Ihre Herkunft war zunächst nicht bekannt. An der Suchaktion nach den Vermissten waren ein Helikopter, zwei Boote der Küstenwache sowie andere Schiffe beteiligt. Wie das griechische Radio weiter berichtete, wurden auch auf der weiter nördlich liegenden Ägäisinsel Lesbos 45 Flüchtlinge aufgegriffen.

05.07.2007, Basler Zeitung

Malta bittet Europa um Hilfe in Flüchtlingsfrage

Malta hat einen Hilferuf an den Rest Europas wegen der steigenden Zahl afrikanischer Flüchtlinge auf der Insel gerichtet. «Malta ist an vorderster Front auf der Grenze zwischen Afrika und Europa. Immer mehr kommen hierher, wir haben riesige Probleme», sagte der maltesische Ministerpräsident Lawrence Gonzi der «Financial Times Deutschland» (Donnerstagausgabe). Im vergangenen Jahr kamen rund 1800 Flüchtlinge in Malta. Nach maltesischen Angaben ist das so, als ob in Deutschland 280'000 Immigranten angekommen wären.

04.07.2007, Basler Zeitung

Mindestens 20 Flüchtlinge vor Tunesien umgekommen

Tunis. AP/baz. Die tunesische Küstenwache hat in den vergangenen Tagen die Leichen von mindestens 20 Bootsflüchtlingen aus Ländern südlich der Sahara geborgen. Die Männer und Frauen wurden auf dem Friedhof der Stadt Ben Guerdane beigesetzt, wie die Tageszeitung «Achourouk» am Mittwoch berichtete. Die Flüchtlinge wollten vermutlich von Libyen aus die italienische Insel Lampedusa erreichen.

04.07.2007, Financial Times

10 000 Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben

Allein im Juni seien in der Straße von Sizilien insgesamt 210 Menschen ertrunken oder als vermisst gemeldet worden, sagte Paolo Artini vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR nach Parlamentsangaben. Artini wies im EU-Innenausschuss auf offene rechtliche Fragen bei der Seenot-Rettung und eine mangelhafte Zusammenarbeit der EU-Staaten hin. Dies führe zu Fällen von unterlassener Hilfeleistung. Der UNHCR-Vertreter in Rom erinnerte an den Fall von 53 Afrikanern, die am 21. Mai von einem Flugzeug im Mittelmeer geortet worden waren: «Ihr Schicksal ist weiterhin unbekannt.»

04.07.2007, Express, Köln

Razzia in Köln: Schleuserbande zerschlagen

Fahndungserfolg der Polizei: Ermittler der Bundespolizei aus Bayern haben eine internationale Schleuserbande zerschlagen. Bei einer Razzia im Raum Köln seien mehrere Wohnungen durchsucht und insgesamt sechs Deutsche und Iraker festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Verdächtigen aus Nordrhein-Westfalen sollen seit April mindestens 85 Flüchtlinge illegal nach Deutschland gebracht haben. Die Bande hatte pro Flüchtling bis zu 10.000 Euro kassiert. Sie habe die Türken und Iraker über Tschechien oder Österreich nach Bayern gebracht. Anschließend hatten die Schlepper laut Bundespolizei die Menschen in skandinavische Länder gefahren.

04.07.2007, Kanaren Nachrichten

Afrikaner bezahlten Reise nach Europa mit dem Leben

Teneriffa, los Cristianos - Gegen 01:00 Uhr in der Nacht erreichte erneut ein Flüchtlingsboot den Hafen von los Cristianos. Das Boot, welches eine halbe Stunde zuvor etwa 5 Meilen vor der Küste lokalisiert wurde, lief im Schlepptau eines Guardia Civil Patroullienbootes in den Hafen ein, wo schon Mitarbeiter des spanischen Roten Kreuzes (Cruz Roja) auf die Immigranten warteten, um diese mit trockener Kleidung, Trinkwasser und etwas Eßbarem zu versorgen. Doch bei dieser Ankunft waren nicht alle Flüchtlinge wohlauf- Einer der Afrikaner konnte nur noch tot aus dem Cayuco geborgen werden, ein weiterer (erst 18 Jahre alter Mann) starb wenig später im Lazarettzelt des Cruz Roja.

04.07.2007, Kölnische Rundschau

10 000 Flüchtlinge im Mittelmeer verschollen

Brüssel - Mindestens 10 000 Flüchtlinge sind Fachleuten zufolge im vergangenen Jahrzehnt auf dem Seeweg nach Europa ums Leben gekommen. Bei einer Anhörung im Europa-Parlament erklärten Experten am Dienstag in Brüssel, bis zu 120 000 illegale Einwanderer überquerten jedes Jahr das Mittelmeer. Allein im Juni seien in der Straße von Sizilien insgesamt 210 Menschen ertrunken oder als vermisst gemeldet worden, sagte Paolo Artini vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR nach Parlamentsangaben.

03.07.2007, redattoresociale.it

Er hatte UNCHR kritisiert - kein Asyl in Marokko

In Marokko wurde dem politischen Flüchtling Louis d’or Ngalamulume, dem Präsidenten der kongolesischen Vereinigung Rsf (Refugiés sans frontières – Flüchtlinge ohne Grenzen)und seiner Frau das Asyl verweigert. Er hatte zwei kritische Artikel über die Situation der Asylsuchenden und über die Verantwortung des UNHCR veröffentlicht. Seit vier Jahren wartet Louis d’or Ngalamulume auf die Entscheidung seines Asylantrags in Marokko. Nun wurde am 2.7. endlich entschieden – und abgelehnt. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass der Flüchtling die Wahrheit sagt, so der Leiter des UNHCR-Büros in Rabat, Yohannes Van Der Klaw. Damit ist der Betroffene jedoch nicht einverstanden. Man habe ihn und seine Frau in das Büro des UNHCRs bestellt, dort bat man ihn, aufgrund der seiner Presseberichte, den Asylantrag zurückzuziehen, als er sich weigerte, wurden die Sicherheitskräfte geholt und ihnen wurden alle Dokumente abgenommen. Dann hat man ihnen untersagt, gegen die Ablehnung zu klagen, was man ihnen jedoch nicht schriftlich bestätigte. Der Büroleiter des UNHCRs widespricht den Aussagen, man habe die beiden für ein Klageverfahren herbestellt, die Ablehnung des Antrags hätte man ihnen schriftlich gegeben, für die Klage gebe es nichts Schriftliches, es handele sich schließlich nur um eine gesamte Akte. Seit einigen Monaten schon klagte Ngalamulume über die Verfahren des UNHCR und seines Leiters in Marokko. So hatte der UNHCR z.B: nicht reagiert, als im April 2007 8 Flüchtlinge starben. Die marokkanische Menschenrechtsvereinigung AMDH hat sich des Falles angenommen. (Gabriele del Grande)

03.07.2007, Radio MegaWelle

Kanarische Inseln - Weniger Flüchtlinge unterwegs

Die Zahl der afrikanischen Immigranten geht etwas zurück. Im ersten halben Jahr sind bisher 4.514 Flüchtlinge auf den Kanaren angekommen, das sind immerhin über 6.000 Menschen weniger als im selben Zeitraum des letzten Jahres. Knapp 2.000 Einwanderer davon kamen auf Teneriffa an, 1.400 strandeten auf Gran Canaria, und 2.600 Flüchtlinge auf den anderen Inseln. Für das zweite Halbjahr wird mit noch weniger Flüchtlingen gerechnet, so dass die Zahl in diesem Jahr weit unter 10.000 liegen sollte.

02.07.2007, Der Standard, Wien

Australien: Hunderte illegal eingesperrt

"Es ist unentschuldbar, dass so häufig Fehler zur Inhaftierung von Menschen führten, die ein gesetzliches Recht hatten, unbehelligt im Staat zu leben." Mit diesen Worten verurteilte Ombudsmann John McMillan am Montag die australische Einwanderungsbehörde. Wie seine Untersuchung ergab, hat das Amt 14 Jahre lang hunderte Menschen unrechtmäßig inhaftiert. Neben Ausländern mit einem gültigen Visum oder einer Aufenthaltserlaubnis seien auch australische Bürger eingesperrt worden.

02.07.2007, Radio MegaWelle

Kanarische Inseln - Portugal unterstützt Frontex

Die portugiesischen Abgeordneten in der EU wollen die Frontexagentur verstärken. Das sagte der portugiesische Innenminister Rui Pereira. Wieviel Geld dabei fließen soll, ist allerdings nicht klar. Die Körperschaft besteht aus 82 Angestellten, die ihr jährliches Budget gerade auf 42 Millionen Euro erhöht haben. Pereira betonte, dass die illegale Einwanderung alle Grenzen der EU betrifft, und deswegen eine Verstärktung von Frontex unumgänglich ist. Brüssel hatte sich vor wenigen Wochen geweigert die Organisation zu verlängern, weil trotz der Seeüberwachung Afrikaner die Kanarischen Inseln und andere Küsten erreichen.

01.07.2007, Times of Malta

Patrouillen schrecken “Schlepper” ab

Es kommen 40 % weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer, seit dem es FRONTEX-Einsätze gebe, so der EU-Kommissar für Justiz Franco Frattini. Dennoch, die Zahlen, die der FRONTEX-Leiter Ilkka Laitinen vorlegt zeigen, dass FRONTEX wie ein Netz mit einem großen Loch ist, denn die MigrantInnen versuchen weiterhin nach Europa zu gelangen. 4 Boote mit 99 Flüchtlingen seien seit Einsatzbeginn der Operation NAUTILUS am 25.6. 07gestoppt worden, doch drei der Boote entschlossen sich, nahc Malta zu fahren, das vierte nach Lampedusa, so Laitinen zur THE TIMES. Natürlich tue FRONTEX, was in seiner Macht stehe. Frattini und einige Journalisten durften gestern einen Einsatz der maltesischen AFM (Armed Force of Malta) auf einem der Schiffe begleiten, doch aufgrund des hohen Seegangs war die Fahrt, auf der Frattini auch andere Einsatzboote und die deutschen Helikopter auf dem Displa beobacheten konnte, kurz werden. Ab Januar, so Frattini, sollen die Einsätze im Mittelmeer dauerhaft gefahren werden! Nach seinen Informationen seien die Preise für die Überfahrt von 1000 $ auf 250 § gesunken, seit NAUTILUS operiere. Die Schlepper wissen über das italienische und maltesische Fernsehen, dass der Einsatz laufe. Die meisten Boote seien auch tatsächlich neuerdings ganz dunkel gestrichen, damit man sie nicht sieht. Auf die Frage, wie er zum Verhalten Maltas letzten mai stehe, antwortete Frattini, er wolle Malta helfen, nicht blamieren. Malta könne das nicht alleine schaffen. Er habe 7 Mio € locker gemacht, um neue schnelle Einsatztruppen zu finanzieren, das Geld stünde ab Ende des Monats zur Verfügung. Die schnellen Einsatztruppen sollen ab August 2007 agieren. Frattini hoffe, dass unter der portugiesischen Ratspräsidentschaft die Politik der resettlement-Programme neu diskutiert und forciert werden. Libyen sei ein wichtiger Partner, aber es kooperiere derzeit noch nicht, Frattini wolle den afrikanischen Staaten aber helfen.

01.07.2007, Der Standard, Wien

Lesbos: Schlauchboot mit 20 Migranten aufgegriffen

Athen - Die griechische Küstenwache hat in der östlichen Ägäis insgesamt 31 Einwanderer aufgegriffen. Rund zwei Seemeilen vor der Insel Lesbos entdeckten die Beamten ein Schlauchboot mit 20 Migranten, teilte die Küstenwache am Sonntag mit. Das Boot sei von der türkischen Küste gestartet. Ein mutmaßlicher türkischer Schlepper wurde festgenommen. Die Aufnahmelager auf den Inseln der Ostägäis sind restlos überfüllt. Allein in den vergangenen zehn Tagen sind dort rund 100 illegale Migranten angekommen.

01.07.2007, Radio Vatikan

Caritasdirektor: „Asyl ist kein Verbrechen“

Wenn man sich heute damit brüste, dass die Asylwerberzahlen in Österreich rückläufig seien, betreibe man „bloße Zahlenspielerei“ und übersehe dabei, dass es „um die konkrete Not konkreter Menschen geht“. Das sagte der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. Es erfülle ihn mit Sorge, so Landau im Gespräch mit „Kathpress“, dass gleichzeitig die Zahlen der in Schubhaft befindlichen Flüchtlingen in Österreich stark angestiegen seien. Haft dürfe gerade angesichts der oft traumatisierten Flüchtlinge „immer nur letztes Mittel“ sein, so Landau. Flucht sei „kein Verbrechen“, betonte der Caritasdirektor.