Die täglichen Dramen

Artikel aus 08.2007

31.08.2007, Agence France Presse

Über 400 Flüchtlinge vor Italien aufgegriffen

Rom (AFP) — Die italienische Küstenwache hat nach eigenen Angaben vor den Inseln Sizilien und Sardinien insgesamt mehr als 400 Flüchtlinge aufgegriffen. Ein Schiff mit 208 Menschen an Bord, darunter 57 Frauen und 19 Kinder, sei am frühen Morgen etwa 20 Kilometer vor der sizilianischen Küste von einem Schiff des Zolls entdeckt worden. Ebenfalls vor Sizilien seien am Morgen zwei weitere Boote entdeckt worden, eines mit 29 Flüchtlingen an Bord und eines mit 36 Flüchtlingen. Auf einem der Boote habe sich ein Neugeborenes befunden.

30.08.2007, Die Zeit

25 Flüchtlinge ertrinken vor Malta

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der Küste von Malta sind wahrscheinlich 25 illegale Einwanderer ertrunken. Die Besatzung eines griechischen Schiffes informierte die maltesischen Streitkräfte, sie habe ein Boot mit 28 Flüchtlingen etwa 72 Meilen südlich des Inselstaates gesichtet. Da die Menschen gleichzeitig auf einer Seite des Bootes auf sich hätten aufmerksam machen wollen, sei ihr Boot gekentert. 21 Männer und vier Frauen seien in den Fluten untergegangen, während die Griechen drei Flüchtlinge hätten an Bord nehmen können.

30.08.2007, El Correo

Frankreich will Migration mit Afrika regeln

Frankreich, das schon 2 Abkommen gegen die « Migrationsflüsse » mit Gabun und Senegal abgeschlossen hat, bereitet weitere Verhandlungen mit 2 anderen afrikanischen Staaten vor. Es möchte die Anzahl der Abkommen bis Ende 2009 auf ungefähr 20 erhöhen. „Der Moment ist gekommen“, um Kooperationen mit den weniger entwickelten Ländern, vor allem in Afrika, abzuschließen, um „gemeinsam und im Interesse beider Partner die Migrationsflüsse zu regeln“, so der französische Minister für Einwanderung, Integration, Nationale Identität und Entwicklung, Brice Hortefeux bei der XV Konferenz der Botschafter. Artikel in spanischer Sprache

30.08.2007, taz

Afrikanische Flüchtlinge: Vor der Festung Europa

RABAT / TANGER taz Das hier ist nicht Berlin. Das hier ist nicht der Europaausschuss und das ist auch keine Diskussion über illegale Flüchtlinge. Das hier ist Marokko, und das hier sind illegale Flüchtlinge, zwei an der Zahl. Sie werden - "Gott helfe uns" - in Kürze illegal in die EU einreisen. Ihnen gegenüber, in diesem Café in Rabat, sitzt der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour. Mary stammt aus Sierra Leone, Apolonio aus dem Kongo. Mary, eine schlanke junge Frau in enger Jeans und ärmelloser Bluse, hat vor acht Jahren ihr Land verlassen. Damals war sie 20, ohne Ausbildung. Sie fand einen Job in Gambia, verlor ihn, zog weiter Richtung Senegal. "Unterwegs sagten Leute zu mir, komm mit nach Marokko, von dort aus geht es nach Europa."

29.08.2007, Le Monde

Inhalte des Abkommens Frankreich-Libyen enthüllt

Es wurde widerrufen, dass es für die Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern in Libyen einen militärischen oder sonstigen Austausch gegeben habe. Aber die Zeitung Le Canard hat nun die Inhalte der 2 Abkommen mit Libyen nach dem Besuch Sarkozys am 25.7. in Tripolis enthüllt. Es handelt sich sehr wohl um Abkommen im Bereich der militärischen Kooperation. Das erste Dokument, vom Diplomatenchef Kouchner und seinem libyschen Kollegen Chalgam unterzeichnet, listet auf, was die beiden Länder für die "nächsten 10 Jahre" gemeinsam vorhaben. Das Krankenhaus in Benghazi soll saniert und Ärzte ausgebildet werden. Aber man will Libyen auch im Kampf gegen Terrorismus und der organisierten Kriminalität unterstützen. Es soll auch eine Kooperation im Rahmen der Atomenergie geben. Das 2. Abkommen listet 12 Punkte der gemeinsamen Kooperation auf, vor allem im Bereich der militärischen Verteidigung. Libyen soll „Materialien zur Grenzsicherung“ erhalten, aber auch militärische Fahrzeuge für Boden und Luft sowie wahrscheinlich Satelliten. Artikel in französischer Sprache

29.08.2007, Associated Press

Mehr als 12.000 Flüchtlinge erreichten Italien

Rom (AP) In diesem Jahr haben mehr als 12.000 Menschen und damit etwas weniger als im vergangenen Jahr in Booten Italien erreicht. Wie das Innenministerium in Rom am Dienstag mitteilte, wurden in diesem Jahr bis zum 27. August 12.419 Migranten gezählt, 2006 waren es 14.511. Viele kamen nach Lampedusa, eine kleine Insel, die näher an Afrika als an Sizilien liegt, 960 Menschen wurden in Sardinien registriert. Wenn die Flüchtlinge nicht die notwendigen Papiere haben und auch keine Arbeitsstelle nachweisen können, wird ihre Abschiebung angeordnet. Die meisten bleiben aber in Italien. Wegen des ruhigeren Wetters kommen die meisten Bootsflüchtlinge im Sommer.

29.08.2007, Österreichischer Rundfunk

Wien: Geschäftige Schlepperbande zerschlagen

Österreichische und slowakische Behörden haben einer geschäftigen Schlepperbande das Handwerk gelegt. Sie soll zumindest 250 Menschen geschleppt haben. Zehn Personen wurden in Österreich festgenommen. Fünf Monate lang beobachtete die Wiener Polizei in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und den slowakischen Behörden. Dann zerschlug sie die 17-köpfige Bande. Die Schlepper sollen zumindest 250 Inder und Pakistani von der Slowakei nach Österreich und dann weiter nach Italien gebracht haben. Es wird vermutet, dass die Bande aber eine noch weit größere Zahl von Menschen geschmuggelt hat.

28.08.2007, Ria Novosti

Italienischer Innenminister verlangt nach FRONTEX

Rom – Ria Novosti. Der italienische Innenminister Giuliano Amato hat am Mittwoch den EU-Justiz-, Freiheits- und Sicherheitskommissar Frattini eingeladen, sich an der FRONTEX Mission zu beteiligen. FRONTEX soll der illegalen Migration in die EU Einhalt gebieten. Der italienische Minister ist besorgt über die vielen Anlandungen von illegalen MigrantInnen auf italienischen Inseln. In den letzten 2 Tagen sind 250 Algerier auf Sardinien gelandet. In den meisten Fällen fahren Algerier nach Italien, um von dort nach Frankreich weiter zu reisen. Letzte Woche traf Amato den algerischen Botschafter in Rom, um mit ihm Rückführungsmodalitäten zu besprechen.(…) Laut Amato sind im Jahr 2007 12.419 illegale MigrantInnen in Italien angekommen. Artikel in französischer Sprache

28.08.2007, Le Monde

408 MigrantInnen abgeschoben aus Spanien

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch sind 408 MigrantInnen in 8 Flügen abgeschoben worden, 7 Flüge gingen nach Senegal. Ungefähr 150 MigrantInnen ohne Papiere aus afrikanischen Ländern erreichten die Kanaren im Morgengrauen des 28.August. Unter ihnen waren auch Minderjährige. Nachdem es einige Zeit kaum Anlandungen gab, haben die Ankünfte auf den cayucos, den überladenen Fischerbooten seit zehn Tagen wieder zugenommen. Artikel in französischer Sprache

28.08.2007, Le Magazine

Boat People in Gefahr

Odile Harvey - Dem Internationalen Zentrum für migrationspolitische Entwicklung zufolge überqueren jedes Jahr circa 120.000 Menschen das Mittelmeer. Um die 10.000 starben auf dem Weg an die „goldene Küste“ der Europäischen Union. Aus diesem Grunde ist eine bessere Kooperation der Mitgliedstaaten immer dringlicher. Die Verantwortlichen müssen in Fragen der Seenotrettung auch die Rolle von FRONTEX präzisieren. (…) Nach Aussagen von Paolo Artini vom UNHCR sind allein im Juli 210 Menschen im Kanal von Sizilien verschwunden oder belegbar ertrunken. Artikel in französischer Sprache

28.08.2007, Radio Megawelle

Kanaren - Flüchtlingswelle geht leicht zurück

Santa Cruz: Obwohl viele Cayuco- und Patera-Ankünfte die Schlagzeilen der letzten Tage gefüllt haben, verzeichnen die Kanarischen Inseln im August einen Rückgang illegaler Immigranten von mehr als 85% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Waren es im August 2006 noch mehr als 7.000 Immigranten, sind es in diesem Monat lediglich 1.033 Afrikaner gewesen die die Küsten des Archipels erreicht haben. Innerhalb der ersten 7 Monate kamen im letzten Jahr noch mehr als 20.000 Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln an. In diesem Jahr waren es knapp 6.500 Menschen.

27.08.2007, ARD

VIDEO: Bootsflüchtlinge vor den Kanaren

Kurzer TV-Bericht aus der ARD-"Tagesschau" mit Bildern von einem Schiff der spanischen Marine, das gerettete Flüchtlinge in den Hafen von Los Cristianos bringt: "Insgesamt haben in diesem Jahr rund 5000 Flüchtlinge die Kanaren erreicht", heißt es im Kommentar. Unerwähnt bleibt, wieviele Menschen die Inseln möglicherweise NICHT erreicht haben.

26.08.2007, New York Times

Europa rückt in immer weitere Ferne

Agrigento (Sizilien), 22.August 2007 – Die Ankunft von maroden Booten über das Mittelmeer hat diesen Sommer massiv abgenommen. Nach Jahren einer Vielzahl von Ankünften in Italien und Spanien, den Hauptankunftsorten Tausender von aus Afrika Fliehender, sei es aus Sicherheits- oder Arbeitsgründen, haben im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel abgenommen. Die Regierungen beider Seiten des Meeres tönen, das liege an den Seekontrollen und der besseren Kooperation mit afrikanischen Mittelmeeranrainerstaaten…Artikel in englischer Sprache. Siehe dazu auch den Kommentar von Fulvio Vassallo Paleologo vom 26.8.2007 unter „Hintergrundinformationen“

24.08.2007, RIA Novosti

Italien: Ägypter flüchten vor Abschiebung

ROM, 24. August (RIA Novosti). Eine Gruppe von Ägyptern ist in der Nacht zum Freitag aus einem Aufenthaltszentrum für illegale Immigranten in Bari (Süditalien) geflohen, wo sie auf die Abschiebung in ihr Heimatland warteten. Das meldeten lokale Medien.Vor einigen Wochen wurden die Ägypter aus einem überfüllten Asyl-Zentrum auf der italienischen Insel Lampedusa überführt. Die illegalen Immigranten, größtenteils aus Afrika und Asien, streben Lampedusa an, von wo aus die in europäischen Länder auswandern wollen.

24.08.2007, Wiener Zeitung

Wer, bitte, ist "die EU"?

Würde es Sie stören, wenn im Hotel-Swimmigpool neben Ihnen eine verweste Leiche treibt? Wenn ja, so sollten Sie sich ihren nächsten Mittelmeer-Urlaub nochmal überlegen. Der deutsche Historiker und Publizist Ulrich Speck hat nämlich unlängst ausgerechnet, dass in den vergangenen acht Jahren 9425 Menschen beim Versuch ums Leben gekommen sind, illegal in die EU einzureisen; die meisten sind beim Versuch, das Mittelmeer zu queren, ertrunken. Europas Badewanne, ein grosses Leichenbecken. (Nur so nebenbei: am Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko, für unsere sogenannte Zivilgesellschaft ein Schandmal des Bush-Regimes, starben im gleichen Zeitraum 3000 Menschen). Das Drama am Mittelmeer wurde von vielen Kommentatoren der EU zum Vorwurf gemacht. Deren Grenzschutzagentur "Frontex" hätte ja im Auftrag der EU-Kommission die Aussengrenze der Union sichern und das Massensterben zumindest lindern sollen.

24.08.2007, Junge Welt

Schäuble als Retter

Bundesinnenminister antwortet auf Anfrage der Linksfraktion. Gemeinsame EU-Seepatrouillen sollen angeblich vor allem Flüchtlingen in Seenot helfen. Genau 24 Hubschrauber, 19 Flugzeuge und 107 Boote hat die Bundesregierung der »Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedsstaaten der EU« (Frontex) zur Verfügung gestellt. Dies geht aus einer am Mittwoch vorgelegten Antwort auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor (Bundestags-Drucksache 16/6202).

23.08.2007, ABC

Spanien: 30 Migranten fliehen aus Lager

„Es war aus Angst vor den Abschiebungen“, erklärte Agustín Brito, Regionalsekretär der Spanischen Polizeikonföderation CEP auf den Kanaren der ABC. 30 Personen waren zwischen Montag und Dienstag aus dem Haftzentrum El Matorral auf Fuerteventura geflüchtet. Artikel in spanischer Sprache

23.08.2007, associated press

Griechische Polizei entdeckt Flüchtlinge in Laster

Athen – Die griechischen Behörden haben 87 illegal eingereiste Iraker in einem verlassenen Lastwagen eingesperrt in der Nähe von Athen gefunden, wie am Donnerstag bekannt wurde. Laut dem TV-Kanal NET sind die Männer zwischen 14 und 25 Jahre und waren seit 2 Tagen in dem Laster eingesperrt, nachdem sie über die Türkei nach Griechenland gekommen waren. Der Fahrer wird noch gesucht. Die Iraker wurden in einer Turnhalle 60 km nördlich von Athen untergebracht. Die Handelsmarine ist immer noch auf der Suche nach Überlebenden vor Chios, wo ein Überlebender einen Schiffbruch mit 15 Personen an Bord bekannt gegeben hatte. Er selbst hatte sich schwimmend auf die Insel gerettet. Kein Link!

23.08.2007, dolomiten.it

Mittelmeer ist voll von Toten

Innenminister Giuliano Amato fordert angesichts der zunehmenden Immigrationsströme über das Mittelmeer eine europäische Aktion gegen Menschenhändler. „Das Mittelmeer ist voller Tote, nur Kriminelle können derart gefährliche Seefahrten organisieren“, betonte Amato am Donnerstag. „Die europäischen Regierungen sind verantwortlich, wenn wir nicht sofort effiziente Kontrollen und Patrouillen an jenen Küsten in die Wege leiten, von denen die Immigranten abfahren“, betonte Amato.

23.08.2007, FAZ

Sommerpause in der Hochsaison

Auch in diesem Sommer spielt sich vor den Südküsten Europas ein Flüchtlingsdrama ab. Fast täglich melden die Küstenwachen in Spanien und Italien, dass sie Boote mit illegalen Einwanderern aufgebracht haben; gehen die meist nicht hochseetüchtigen Motorboote der Schleuserbanden unter, dann kommen Statistiken über die Zahl der geborgenen Leichen hinzu.

22.08.2007, Le Monde

Gambia : 188 Flüchtlinge von Frontex aufgehalten

Am Dienstag Abend wurden 188 Flüchtlinge in einer langen Pirogge in der Höhe von Gambia von einer Frontex-Einheit aufgehalten, wie die senegalesische Polizei bekannt gab. Unter ihnen waren 118 Senegalesen, 61 Menschen aus Guniea-Bissau und 9 Guineer. Sie waren aus dem Süden Senegals gestartet. (…) Dakar und Madrid haben die Verlängerung der Frontex-Operation bis zum Juli 2008 angekündigt. (…) 2007 seien 55 % weniger Flüchtlinge auf den Kanaren angekommen.

22.08.2007, Migreurop/Presse Canadien

Spanien schiebt 409 Flüchtlinge ab

Spanien hat am Dienstag, den 21.8.07 409 marokkanische und senegalesische MigrantInnen in ihre Herkunftsländer abgeschoben, wie das Innenministerium am Mittwoch bekannt gab. Seit Beginn des Jahres wurden in 123 Flügen 4630 Personen abgeschoben. Weitere 3000 Menschen wurden mit Handelsflügen abgeschoben. In der Nacht zu Mittwoch haben die senegalesischen Behörden ein Boot mit 192 Flüchtlingen aufgehalten. Nach Aussagen des Sprechers des senegalesischen Polizei Alioune Ndiaye waren die meisten Passagiere Senegalesen, aber einige wären sicher auch aus Guinea und Guinea-Bissau. Einigen Flüchtlingen zufolge hatte das Bott am Sonntag den Süden Senegals verlassen. Am Wochenende hatten die senegalesischen Behörden schon zwei weitere Boote mit circa 100 Passagieren mit Flüchtlingen aufgehalten, die auf dem Weg nach Europa waren. Artikel in französischer Sprache

22.08.2007, adnkronos

Ein Flüchtling von 45 gerettet

Palermo (Adnkronos) Eine neue Seetragödie überschattet nach Aussagen eines heute morgen 70 Meilen vor Lampedusa aus dem Meer gefischten Flüchtlings das Mittelmeer. Das Fischerboot „Ofelia“ aus Mazara del Vallo (Trapani) hatte die Menschen gerettet. Ein Flüchtling aus Mauretanien erzählte der Küstenwache, dass er mit 45 weiteren Personen unterwegs war, unter ihnen auch eine Frau. Artikel in italienischer Sprache

22.08.2007, Basler Zeitung

Schweizer beim EU-Grenzschutz

Bern. kh. Vor mehr als zwei Jahren hat die Schweizer Bevölkerung dem Schengen-Abkommen zugestimmt. (...) Vorgesehen ist auch, sich bei den sogenannten Rabits zu beteiligen. Diese Rapid Border Intervention Teams der EU sollen, ausgerüstet mit Schnellbooten, Helikoptern und Nachtsichtgeräten, die Aussengrenze der EU besser absichern. «Es liegt im Interesse der Schweiz, dass die Grenzen geschützt sind», sagt Monique Jametti Greiner, Vizedirektorin im Bundesamt für Justiz und Schengen-Delegationsleiterin im baz-Interview. SVP-Widerstand ist programmiert.

22.08.2007, Die Zeit

Griechenland: Krawalle nach Tod eines Migranten

In Thessaloniki ist es in der vierten Nacht in Folge zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Autonomen gekommen. Hintergrund ist der umstrittene Tod eines aus Nigeria stammenden Migranten. Rund 200 Autonome warfen Steine gegen die Polizei und steckten Mülleimer an. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein und nahm 21 Personen fest. Die Lage hatte sich am Mittwochmorgen beruhigt, berichtete das griechische Fernsehen (NET) weiter. Nach Darstellung der Polizei war der Nigerianer, der illegal kopierte CD verkaufte, auf der Flucht vor einer Kontrolle aus dem ersten Stockwerk einer Cafeteria auf die Straße gesprungen. Dabei habe er tödliche Verletzungen erlitten. Migranten sagten, Einwanderer würden von der Polizei in Thessaloniki "systematisch" misshandelt.

22.08.2007, Österreichischer Rundfunk

Burgenland: Grenzsoldaten stoppten Schlepper

Einen mutmaßlichen Schlepper haben Assistenzsoldaten Dienstagabend bei Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) gestellt. Der 32-jährige Slowake hatte versucht, vier Männer zu Fuß über die Grenze nach Österreich zu bringen. Bei dem Versuch wurde der Mann von Soldaten beobachtet, die die Gruppe anhielten.Der 32-Jährige wurde der Polizei übergeben, die gegen ihn Anzeige erstattete.

21.08.2007, Migreurop/africatime

12 Tote auf dem Weg zu den Kanaren

12 Flüchtlinge aus dem Subsahararaum sind bei dem Versuch zu Tode gekommen, von der afrikanischen Westküste die Kanarischen Inseln in einer Piroge zu erreichen. Die 28 Überlebenden der Katastrophe berichteten, dass sie elf Menschen im Meer zurücklassen mussten. (…) Die zwölfte Leiche befand sich an Bord des Bootes. Artikel in französischer Sprache

21.08.2007, Times of Malta

Malta und Libyen sprechen über Seenotrettung

Maltesische Armeeoffiziere sind heute morgen in Libyen eingetroffen, um die Länderverantwortung in den Seerettungszonen im Mittelmeer zu klären. Die maltesische Regierung hofft, dass das 2-tätige Treffen dazu beitragen wird, das Gerangel um die Zuständigkeiten der Seenotrettung endlich zu klären. Ein Schiff der AFM (Armed Force of Malta) verließ Tripolis gestern, um einer der seltenen Einladungen zu folgen, gemeinsame Operationen zu unternehmen. Malta bittet Libyen um Verständnis für die besondere Situation des Inselstaates in Fragen der Migration. Artikel in englischer Sprache

21.08.2007, ansa.it

FRONTEX geht weiter

Der maltesische Premier- und Innenmininister Tonio Borg erklärt, dass die Frontex-Operationen am 10.September, gemeinsam mit Italien wieder, aufgenommen werden. Italien wird Schiffe und Flugzeuge stellen.

21.08.2007, Basler Zeitung

Piloten entdecken mehrere Leichen im Mittelmeer

Palermo. DPA/baz. Italienische Militärpiloten haben am Dienstag südlich der Insel Lampedusa erneut mehrere Leichen im Mittelmeer entdeckt. Die Leichen von sechs mutmaßlichen Bootsflüchtlingen aus Nordafrika seien etwa 60 Seemeilen südlich von Lampedusa im Meer getrieben. Marineschiffe seien dabei, die Leichen an Bord zu nehmen, berichteten die Militärs am Abend. Die Hintergründe des erneuten Flüchtlingsdramas auf hoher See waren zunächst unklar, vermutlich hätten sich die Leichen schon seit mehreren Tagen im Meer befunden, hieß es weiter.

21.08.2007, Kanaren Nachrichten

Flüchtlingsdrama auf den Kanaren geht weiter

Gran Canaria - Weitere 67 Bootsflüchtlinge erreichen den Süden der Kanareninsel Gran Canaria - Seerettung rettet 28 Afrikaner etwa 200 Seemeilen vor den Kanaren - Einer der Immigranten vom Wochenende erliegt seinen schweren Verbrennungen im Krankenhaus - Nach Aussagen von anderen Bootsinsassen sind während der Überfahrt weitere 11 Menschen ertrunken -

20.08.2007, Basler Zeitung

101 Flüchtlinge an einem Tag in Lampedusa

Rom. SDA/baz. Die italienische Küstenwache hat am Montag 101 Flüchtlinge unweit der Insel Lampedusa südlich von Sizilien aufgegriffen. Die Immigranten befanden sich an Bord von drei überfüllten Booten, denen die Küstenwache zur Hilfe eilte. Am Sonntag war ein 18 Meter langes Boot mit 249 Personen an Bord, darunter zwei Neugeborene, vor Lampedusa aufgegriffen worden. Über 1000 Menschen sind in den vergangenen Tagen unweit der Insel aufgegriffen worden.

20.08.2007, St. Galler Tagblatt

Das Meer als Massengrab

Afrikas verlorene Kinder: Immer mehr Jugendliche werden übers Meer nach Europa geschickt. Viele erreichen das gelobte Land, das ihnen versprochen wird, gar nicht, sondern ertrinken in den Fluten oder werden als «nicht identifizierbarer Leichnam» auf eine spanische Karteikarte notiert.

20.08.2007, Basler Zeitung

Wieder 250 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet

Auf der süditalienischen Insel Lampedusa sind erneut rund 250 Bootsflüchtlinge gelandet, darunter zwei Neugeborene. Angesichts des guten Wetters und der ruhigen See landen derzeit fast täglich Flüchtlingsboote in Süditalien.

17.08.2007, Die Presse.com

Der Friedhof der namenlosen Afrikaner

Immer mehr Jugendliche werden von ihren Familien auf eine gefährliche Reise übers Meer nach Europa geschickt. Für viele wird das Meer zum Grab. Wer es nach Europa schafft, blickt in eine ungewisse Zukunft.

16.08.2007, Täglicher Anzeiger Holzminden

Ägäis: 141 Flüchtlinge und drei Schleuser aufgegriffen

In der Ägäis vor der griechischen Insel Symi sind 141 Flüchtlinge und drei Schleuser von der Küstenwache aufgegriffen worden. Das Ministerium für die Handelsmarine teilte in Athen mit, die Flüchtlinge hätten sich als Palästinenser und Somalier ausgegeben, die Schleuser seien drei Türken gewesen. Sie hätten die Flüchtlinge auf einer 20 Meter langen Segeljacht von der türkischen Küste aus in griechische Gewässer gebracht. Die Flüchtlinge wurden zunächst auf der Insel Symi untergebracht.

16.08.2007, Deutschlandfunk

Neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

Während die Strände Süditaliens den Höhepunkt der Sommerferien erleben, sind die Rettungseinheiten im Kanal von Sizilien voll damit beschäftigt tote und überlebende Flüchtlinge zu bergen. Die Immigrationswelle reißt gerade im Sommer nicht ab, wenn das stabile Wetter die Aussichten auf eine erfolgreiche Überfahrt erhöht. Über ein Dutzend Leichen wurden 50 Seemeilen südlich von Lampedusa gefunden.

16.08.2007, Der Standard

Italien verlangt von Libyen stärkere Kontrollen

Heuer sind bereits über 8.000 Flüchtlinge an süditalienischer Küsten gelandet Rom - Rom drängt Libyen, die Küstenkontrollen gegen die illegale Auswanderung nach Italien zu verschärfen. "Ich hoffe, dass die libysche Regierung sobald wie möglich die Abkommen unterzeichnet, dank denen wir auch an den libyschen Küsten Kontrollen durchführen können. Diese Kontrollen sind notwendig, wollen wir weitere Tote auf dem Seeweg nach Europa verhindern", erklärte der italienische Innenminister Giuliano Amato. Seit Jahresbeginn haben 8.260 Flüchtlinge über das Mittelmeer die italienischen Küsten erreicht. "Es sind 30 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2006", berichtete der Minister. Am stärksten betroffen war die Insel Lampedusa zwischen Sizilien und Tunesien, auf der 5.500 Personen gelandet sind.

16.08.2007, ansa.it

Wieder Boote auf Lampedusa angekommen

4 Boote mit circa 450 Flüchtlingen wurde gestoppt. Seit gestern sind 5 Boote angekommen, insgesamt 470 Personen. Nach den 22 Flüchtlingen, die heute morgen angekommen waren, folgten weitere 4 Boote. Das Größte mit einer Länge von 15 m hatte ungefähr 300 Menschen an Bord und wurde circa 28 Seemeilen südlich von Lampedusa gestoppt. Kurz davor waren drei Boote mit 57, 49 und 56 Flüchtlingen angekommen. In italienischer Sprache

16.08.2007, ansa.it

47 Flüchtlinge von sinkendem Boot gerettet

Die Korvette “Chimera” der italienischem Marine hat 61 Seemeilen vor Lampedusa ein Boot mit 47 Flüchtlingen, unter ihnen 3 Frauen, aufgebracht. Das Boot drohte zu sinken, deshalb wurden die Flüchtlinge an Bord des Marineschiffs genommen und nach Lampedusa gebracht. In italienischer Sprache

16.08.2007, espace

Italien greift hunderte Flüchtlinge auf

Italienische Grenzsoldaten haben an der Küste des Landes binnen 24 Stunden mehr als 500 illegale Einwanderer aus Afrika aufgegriffen. Ausserdem seien in der Nähe eines aufblasbaren Gummibootes die Leichen von sechs Flüchtlingen entdeckt worden. Dies teilte der Grenzschutz mit. Es werde befürchtet, dass noch weitere Flüchtlinge gestorben seien. Die meisten der mehr als 500 aufgegriffenen Flüchtlinge wurden den Angaben zufolge vor der süditalienischen Insel Lampedusa aufgegriffen. Auf vier Schiffen hätten sich 400 Flüchtlinge gedrängelt, darunter viele Frauen und Kinder. Aus Afrika machen sich jedes Jahr viele Menschen in Booten auf den Weg, um auf dem Seeweg illegal nach Europa zu gelangen. Dabei kamen nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR allein im Juni 77 Menschen in der Meerenge von Sizilien ums Leben. Wenn die Flüchtlinge vor der Küste von italienischen Grenzbeamten aufgegriffen werden, kommen sie zunächst in ein Auffanglager, in denen ihre Personalien überprüft werden. Danach wird entschieden, ob die Flüchtlinge Asyl erhalten oder nicht.

16.08.2007, Neue Presse

Wieder 400 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet

Rom (dpa) - Vor der süditalienischen Insel Lampedusa sind erneut mehrere Flüchtlingsboote mit insgesamt 400 Immigranten entdeckt worden. Die Küstenwache brachte am Nachmittag ein 15 Meter langes Boot mit rund 300 Menschen an Bord auf, darunter auch Frauen und Kinder. Sie seien an Land gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Auf zwei weiteren Booten waren über 100 Flüchtlinge unterwegs.

16.08.2007, taz

An die eigene Nase fassen

betr.: "Befehl erhalten, Befehl verstanden" (Stasi-Spezialeinheit sollte Flucht verhindern), taz vom 13. 8. 07 Man kann ja schwerlich Äpfel mit Birnen vergleichen, oder etwa doch? Kurz gesagt, die einen durften damals nicht raus, und heute dürfen sie nicht rein. So ist doch zu bedenken, dass 2006 laut Auskunft der spanischen Regierung zum Beispiel allein vor Teneriffa 6.000 Flüchtlinge aus Afrika ertrunken sind, die Europa erreichen wollten. Erst vor drei Wochen sind dort wieder mindestens 60 Menschen ertrunken. An unserer "gestürmten Festung" (Buchtitel von Corinna Milborn) krepieren offensichtlich jährlich Zehntausende, weil Innenminister Schäuble und Co. die Aufnahme weiterer Flüchtlinge verweigern und wir nicht in der Lage sind oder kein Interesse daran haben, dort für die Menschen vernünftige politische und wirtschaftliche Lösungen zu finden. Deutschland nahm 2006 nur ganze 2.000 Flüchtlinge auf.

15.08.2007, taz

Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer

Italiens Militär entdeckt 14 Leichen. Immer mehr Boote kommen aus Nordafrika nach Ende der EU-Patrouillen. PALERMO/BRINDISI dpa/taz Im Mittelmeer hat sich ein neues Flüchtlingsdrama zugetragen. Italienische Militärpiloten entdeckten am Dienstagabend vor der Insel Lampedusa 14 tote Flüchtlinge im Meer. Die Leichen seien rund 50 Seemeilen südlich der Insel im Wasser getrieben. Die italienischen Behörden schließen nicht aus, dass die Leichen bereits seit vergangenem Freitag im Meer trieben. Möglicherweise seien die Migranten mit einem Schlauchboot aus Nordafrika gekommen, das am Freitag in maltesischen Gewässern untergegangen war. Überlebende hatten von zahlreichen Vermissten gesprochen.

14.08.2007, Deutschlandfunk

Maltas Umgang mit Flüchtlingen aus Afrika

Regelmäßig stranden afrikanische Flüchtlinge an den Küsten Maltas. Dort leben die meisten in eigens eingerichteten Internierungslagern unter menschenunwürdigen Zuständen. Zudem wächst die Ausländerfeindlichkeit im Inselstaat. Bei der Europäische Union stößt inzwischen die Flüchtlingspolitik Maltas zunehmend auf Kritik. Das Mittelmeer wirkt an diesem Tag wie ein tiefblaues, glatt gestrichenes Tuch. Vor der Küste Maltas kreuzt das Such- und Rettungsboot Melitta 1. Mit gedrosselter Kraft gleitet das Schiff der maltesischen Marine über die ruhige See. Major Ivan Consiglio lauscht auf der Kommandobrücke dem Funkverkehr. Der Offizier und seine Männer wissen: Wenn das Mittelmeer so einladend ruhig daliegt, machen sich hinter dem Horizont, vor allem an der Küste Libyens, hunderte Flüchtlinge auf den Weg Richtung Europa. Meist sind die Boote, auf denen sie sich für mehrere 1000 Dollar einen Platz erkauft haben, kaum seetüchtig. Wenn das Wetter umschlägt, geraten die Flüchtlinge in Lebensgefahr. Erst vor kurzem hat die Besatzung der Melitta 1 mehr als zwei Dutzend Afrikaner aus Seenot gerettet

14.08.2007, Die Zeit

Italien: Tote Flüchtlinge im Mittelmeer entdeckt

Vor Italiens Südküste reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab. Bei einem neuerlichen Drama auf dem Mittelmeer wurden Leichen entdeckt, laut Marine handelt es sich um 14 Tote. Italienische Militärpiloten haben rund 50 Seemeilen südlich der Insel Lampedusa mehrere tote Flüchtlinge im Meer entdeckt. Wie viele Leichen im Mittelmeer trieben, sei unklar, teilten die Militärs in Palermo mit. Nach Angaben des staatlichen italienischen Fernsehens handelt es sich um etwa zehn Tote. Die Marine sprach am späten Abend von 14 Leichen. Militärboote sowie die Küstenwache konnten bis zum Abend zunächst lediglich drei Leichen bergen, hieß es. In der Nähe des Fundortes sei kein Boot gesichtet worden. Die Hintergründe des neuerlichen Flüchtlingsdramas auf hoher See waren zunächst unklar. Zugleich brachte die Küstenwache am Abend ein Schlauchboot mit rund 45 Migranten vor Lampedusa auf. Die Zahl der illegalen Einwanderer, die innerhalb eines Tages vermutlich von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien kamen, stieg damit offiziellen Angaben zufolge auf fast 300. Allein 230 Migranten seien innerhalb weniger Stunden auf den Inseln Sardinien, Sizilien und Lampedusa gelandet.

14.08.2007, Basler Zeitung

230 Bootsflüchtige auf Sardinien und Sizilien gelandet

Cagliari/Ragusa. DPA/baz. Die Flüchtlingswelle über das Mittelmeer nach Italien ebbt nicht ab. Am Dienstag gingen innerhalb weniger Stunden über 230 Migranten auf den Inseln Sardinien, Sizilien und Lampedusa an Land. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, brachte die Küstenwache mehrere Boote mit insgesamt 130 Insassen rund 30 Seemeilen vor Sardinien auf. Die aus Algerien stammenden Männer seien in den Hafen von Cagliari gebracht worden. Zugleich landeten 43 illegale Einwanderer, darunter viele Frauen, auf Lampedusa. Sie seien in ein neues Auffanglager gebracht worden. Bereits wenige Stunden zuvor seien 24 Flüchtlinge ebenfalls auf Lampedusa eingetroffen, hiess es. Weitere 18 Männer hätten mit ihrem Boot die sizilianische Südküste erreicht. Vermutlich seien die Boote aus Nordafrika gekommen. Vor allem das gute Wetter und die ruhige See seien der Grund, dass derzeit besonders viele Boote die Überfahrt über das Mittelmeer wagten, hiess es weiter. Erst am Wochenende hatten 260 Afrikaner Lampedusa erreicht.

14.08.2007, Radio Megawelle

Teneriffa - Patera erreicht unbemerkt Las Galletas

Las Galletas, 14.08.2007: Eine Patera hat gestern unbemerkt die Küste von Teneriffa in der Nähe von Las Galletas erreicht. Von den Insassen fehlt bisher jede Spur. Die Polizei geht davon aus das sich bis zu 12 Immigranten in dem kleinen Holzboot befanden. Bereits am Sonntag erreichte eine Patera unbemerkt Gran Canaria, erst nach einer Ringfahndung im Gebiet um Mogan konnten die Afrikaner festgenommen werden. Meldungen zum Frontex Einsatz der europäischen Union um die Kanarischen Inseln gibt es bisher nicht. Im Mittelmeerraum sind die Patroullien aus finanziellen Gründen reduziert worden. Alleine auf den Kanarischen Inseln kamen im letzten Jahr rund 31.000 Flüchtlingen an.

14.08.2007, Tagblatt

Afrikas verlorene Kinder

„Nicht identifizierbarer Leichnam“, hat der Friedhofswärter auf der Karteikarte notiert. Nische Nummer 29 im Gräberblock vier. Eine gelblich-graue Betonplatte verschließt das Fach, in das die Urne des Verstorbenen geschoben wurde. Kein Name, keine Blumen, keine Kerze, kein Kreuz. Einfach zugemauert. Endstation einer Reise aus Afrika Richtung Europa. „Da haben wir viele von“, sagt der Totengräber und zeigt nach links und rechts. An vielen Stellen wird die lange weiß gekalkte Nischenreihe von namenlosem Mauerwerk unterbrochen. „Fast jede Woche kommt ein Neuer an.“ Allein dieses Jahr sind schon die Überreste von rund 25 afrikanischen Migranten auf dem städtischen Friedhof in Teneriffas Inselhauptstadt Santa Cruz beigesetzt worden. In aller Stille. Ohne Familie, die nie erfahren wird, was aus ihrem verlorenen Sohn geworden ist.

14.08.2007, Westfälische Nachrichten

Ohne Pass, ohne Arbeit, ohne Zukunft

Sie haben oft eine haarsträubende Lebens- und Leidensgeschichte hinter sich. Und in den meisten Fällen ist diese auch hier in Deutschland noch lange nicht zu Ende. Gesetze sollen das Zusammenleben regeln, wirken aber wie unüberwindliche Barrieren. Paragrafen und Bestimmungen lassen sich nicht aus dem Weg räumen. Und: Viele Hürden bestehen in den Köpfen. Was man kennt, damit kann man anders umgehen. Zum besseren Kennen-Lernen soll auch diese Serie beitragen. Für ein besseres Miteinander von Zuwanderern und Deutschen.

13.08.2007, Kanaren Nachrichten

Angelandet, weggerannt und eingefangen

Gran Canaria, Mogan - Während die Ankunft von den größeren Flüchtlingsbooten, sogenannten Cayucos aufgrund der FRONTEX Präsenz vor den afrikanischen Küstengebieten derzeit gegenüber dem Vorjahr stark zurückgegangen ist, versuchen die kleineren Boote, sogenannte Pateras weiterhin von der marokkanischen Küste aus die Kanareninseln Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria zu erreichen. Letztgenannte Insel wird von den Immigranten dabei favorisiert angepeilt, da Lanzarote und Fuerteventura von dem elektronischen Frühwarnsystem S.I.V.E. (Integriertes elektronisches System zur Überwachung der Aussengrenzen) überwacht werden und eine Anlandung ohne die Gefahr bereits im Vorfeld entdeckt zu werden, nahezu unmöglich ist. Ergo versuchen die Nordafrikaner mit ihren Pateras die Kanareninsel Gran Canaria zu erreichen. Am gestrigen Sonntag (12.August) schafften es 15 Afrikaner, fast unbemerkt im Süden Gran Canarias, bei Balito (Gemeindegebiet Mogan) mit ihrer Patera anzulanden- aber eben nur fast…

13.08.2007, OÖNachrichten

Spanien meldet Rückgang an Mittelmeer-Immigranten

Brüssel (APA) - In Spanien sind in diesem Jahr nach Angaben der EU -Kommission in Brüssel deutlich weniger Immigranten im Mittelmeer aufgegriffen worden als in den Jahren zuvor. Heuer sei der Flüchtlingsstrom für Spanien um 50 Prozent zurückgegangen, sagte ein Kommissionssprecher am Montag in Brüssel.

12.08.2007, Spanien Bilder

Acht Pateras erreichen spanische Küste bei Murcia

Innerhalb von 24 Stunden sind acht kleine Pateras, wie die Flüchtlingsboote in Spanien genannt werden, an der Küste von Murcia gelandet. Vier der Boote wurden von der Polizei in der Nähe von Cartagena geortet, an Bord algerische Immigranten. Drei weitere Boote landeten am Strand von Cal-Blanque und ein weiteres an der Cala Reona. Vermutlich haben die kleinen Boote die Überfahrt nicht von Algerien aus unternommen, sondern sind 30 Meilen vor der Küste von einem größeren Schiff zu Wasser gelassen worden.

12.08.2007, Tagesanzeiger

Fast hundert Flüchtlinge vor Samos

Ein mit rund 260 afrikanischen Flüchtlingen besetztes Boot ist in der Nacht auf der italienischen Insel Lampedusa angekommen. Derweil wurden vor der griechischen Ostägäisinsel Samos innerhalb weniger Stunden 92 illegale Einwanderer aufgegriffen. Sie stammen mehrheitlich aus Afghanistan und seien minderjährig, teilte die Küstenwache mit. Die Ägäis ist eine der Routen durch die internationale Schlepperbanden immer wieder versuchen Migranten nach Europa zu schleusen.

12.08.2007, ORF

Erneut 260 Flüchtlinge auf Lampedusa gestrandet

Ein mit rund 260 afrikanischen Flüchtlingen besetztes Boot ist in der Nacht auf heute auf der italienischen Insel Lampedusa angekommen. Das völlig überfüllte Boot war gestern in den Gewässern vor Malta entdeckt worden und hatte dann Kurs auf Italien genommen. Obwohl das Boot in erheblichen Schwierigkeiten war, hätten die illegalen Einwanderer ihre Fahrt fortgesetzt, berichteten italienische Medien. Das Boot wurde von der Küstenwache in den Hafen von Lampedusa begleitet.

11.08.2007, Der Tagesspiegel

Flüchtlinge im Mittelmeer aufgefischt

Malta/Madrid - „Flüchtlinge in Sicht“, meldete der erste Offizier des spanischen Kreuzfahrtschiffes „Jules Verne“ und ließ die Motoren stoppen. Um zwei Uhr morgens hatte er auf dem Mittelmeer, knapp 150 Kilometer südlich von Malta, einen Kahn voller afrikanischer Migranten entdeckt: 225 Menschen, die versuchten, mit ihrem Boot die europäische Küste und ein besseres Leben zu finden. Eines der größten Fluchtboote, das sich bisher von Afrika nach Europa aufmachte. Immer öfter finden Passagierdampfer, Frachter und Fischerboote im Mittelmeer zwischen Nordafrika und Südeuropa oder auch im Atlantik zwischen der westafrikanischen Küste und den Kanarischen Inseln Flüchtlingsschiffe – davon viele in Seenot. Nicht alle Schiffsführer halten an, um zu helfen. Viele fürchten Schwierigkeiten mit den Behörden, die sich weigern, schiffbrüchige Einwanderer an Land gehen zu lassen. Was oft zu tage- oder wochenlangen Verhandlungen und diplomatischen Verwicklungen führt.

10.08.2007, Die Presse.com

Zustrom illegaler Einwanderer in Spanien gesunken

Die Zahl der illegalen Zuwanderer in Spanien ist drastisch zurückgegangen. Seit Beginn des Jahres seien nur noch 5.700 "Illegale" auf spanisches Territorium gelangt, teilte Arbeits-und Sozialminister Caldera am Freitag mit. Im vorigen Jahr seien es im entsprechenden Zeitraum fast dreimal so viele gewesen. 80 Prozent der illegalen Immigranten seien in ihre Heimatländer zurückgebracht worden. "Immer weniger Menschen versuchen, illegal nach Spanien zu gelangen, weil sie wissen, dass sie abgeschoben werden", sagte der Minister.

10.08.2007, Basler Zeitung

Kreuzfahrtschiff rettet 13 Schiffbrüchige vor Malta

Valetta. SDA/baz. Ein Kreuzfahrtschiff hat am Freitag 13 Schiffbrüchige vor der Mittelmeerinsel Malta gerettet. Die «Jules Verne» befand sich auf dem Weg nach Malta, als sie rund 60 Seemeilen vor der Insel ein kenterndes Boot und die Flüchtlinge entdeckte. Eine stark unterkühlte Frau sei mit dem Helikopter ins Spital geflogen worden, während die anderen an Bord der «Jules Verne» nach Malta reisten, wie die maltesische Armee am Freitag mitteilte. Nach zehn Vermissten werde bei schwerer See noch gesucht.

10.08.2007, Der Standard

Deutschland: Völker- und Europarecht missachtet

Berlin - Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hat die deutschen Behörden dringend aufgefordert, Flüchtlingen die freie Wahl ihres Wohnorts zu erlauben. Es unvereinbar mit dem Völker- und Europarecht, anerkannten Flüchtlingen und Personen, die aus menschenrechtlichen Gründen vor Abschiebung geschützt werden, die freie Wohnsitzwahl zu verwehren, wenn sie Sozialleistungen beziehen. In einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme betont die UN-Organisation, solche Auflagen würden gegen die Genfer Flüchtlingskonvention sowie andere Menschenrechtsverträge wie die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) und gegen EU-Recht verstoßen.

09.08.2007, Migreurop/algerie-dz.com

Algerien verhaftet irreguläre MigrantInnen

Die algerische Gendarmerie scheint den Kampf gegen die « illegale Migration » ernst zu nehmen, die Verhaftungen von irregulären MigrantInnen haben sich verdoppelt. In den letzten Jahren der Verschärfung der europäischen Aufnahmepolitik hat Algerien viele Irreguläre aufgenommen, die vor allem auf Arbeitssuche das Land gekommen waren. IM Juli wurden 638 Irreguläre verhaftet. Da die Fluchtgründe nicht abnehmen, finden sich immer mehr Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste, Liberia, dem Tschad. Die Flüchtlinge kommen trotzdem sie an die Grenzen zurück geschickt und repatriiert werden. Das kann ein Land alleine nicht schaffen, so werden bilaterale Abkommen geschlossen, vor allem für Rückführungsprojekte. Die Gendarmerie und die Armee allein können diese 7011 Kilometer lange Grenze nicht bewachen. Artikel in französischer Sprache

09.08.2007, Migreurop/ansa.it

Verhaftung wegen Rettung Schiffbrüchiger

und an Bord genommen. Dafür wurden sie von der italienischen Polizei wegen Beihilfe zur illegalen Einreise verhaftet und von der Küstenwache in Lampedusa verhört. Die Männer gehören zur Besatzung der Fischerflotte aus Monastir. Sie hatten die 43 Flüchtlinge, unter ihnen 11 Frauen und 2 Kinder, aus einem treibenden Schlauchboot gerettet. Die Flüchtlinge hatten mit einem Satellitentelefon ein SOS abgesetzt. Die italienische Küstenwache verweigerte jedoch die Einfahrt in nationale Gewässer und wollte die beiden Kommandanten der Boote zwingen, Kurs auf Nordafrika zu nehmen! Doch die Boote nahmen Kurs nach Lampedusa, wo die Besatzungen verhaftet wurden. Die Boote wurden von der Staatsanwaltschaft Agrigento konfisziert. Entgegen der Aussage der Küstenwache sagen die Flüchtlinge, dass ihr Boot sehr wohl dabei war, unter zu gehen. Inzwischen wurden zwei schwangere Frauen und ein behindertes Kind nach Palermo geflogen. Die restlichen Flüchtlinge und die tunesischen Fischer sind mit der regulären Fähre nach Porto Emepdocle auf Sizilien unterwegs, wo sie von der Staatsanwältin Maria Antonia Di Lazzaro erwartet werden, die die Ermittlungen leitet.

09.08.2007, Migreurop/Diario de Navarra Ceuta

239 MigrantInnen in Ceuta verhaftet

239 MigrantInnen wurden im Rahmen der „Operation feriante“ in Ceuta verhaftet, unter ihnen 15 Minderjährige. Die Sicherheitskräfte haben verhindert, dass sie bis nach Ceuta kommen konnten. 230 wurden sofort an die marokkanischen Behörden übergeben. 4 Algerier, 4 Inder und ein weiterer Asiate warten weiterhin auf eine Lösung. Ein Mann wurde tot auf einem Lastwagen im Hafen von Cádiz, in Algeciras entdeckt.

09.08.2007, Megawelle Canarias

Auffanglager auch auf der kleinsten Kanarischen Insel

El Hierro verfügt nun auch über ein Auffanglager für Immigranten. Das gab gestern der Minister für Sicherheit auf den Kanaren, José Segura, bekannt. Im Militärgebiet von La Cancela in Valverde bieten die Räumlichkeiten Platz für bis zu 208 Personen. Segura unterstrich, das diese Einrichtung maximal 72 Stunden belegt werden sollen, wenn Immigranten die kleinste Kanaren Inseln erreichen.

08.08.2007, Rheinpfalz

201 Einwanderer über Mittelmeer nach Italien gelangt

In der Nacht zum Mittwoch sind 201 illegale Einwanderer über das Mittelmeer nach Italien gelangt. Die Flüchtlinge kamen mit drei Booten auf der Insel Lampedusa, südlich von Sizilien, und in Kalabrien an, wie die Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Bei den 110 Insassen eines Bootes, das in Roccella Jonica in Kalabrien landete, handelte es sich offenbar um irakische Kurden, die Ende vergangener Woche von der Türkei aus in See gestochen waren. Sie hatten ihren eigenen Angaben zufolge umgerechnet jeweils mehr als tausend Euro an Fluchthelfer gezahlt.

08.08.2007, Megawelle Canarias

Gran Canaria - 48 Immigranten angekommen

Die 48 Immigranten, die in der Nacht vom Montag rund 100 Seemeilen südlich von Gran Canaria in einem Cayuco entdeckt wurden, sind gestern Abend im Hafen von Arguineguín an Bord der 'Conde de Gondomar' angekommen. Unter ihnen sind nach ersten Vermutungen auch acht Minderjährige. Die aus Afrika stammenden Immigranten sind ins medizinische Zentrum nach Maspalomas gebracht worden.

08.08.2007, Kleine Zeitung

Erneut große Flüchtlingsströme nach Süditalien

Die Flüchtlingsströme an die süditalienischen Küsten reißen nicht ab. Insgesamt 201 illegale Immigranten landeten in der Nacht auf Mittwoch an verschiedenen Küstenorten. 110 Menschen erreichten an Bord eines Fischerbootes den Hafen von Roccella Jonica in der Region Kalabrien. Weitere 44 Personen wurden unweit der Insel Lampedusa aufgegriffen, 47 weitere Immigranten auf einem Boot wurden gerettet.

07.08.2007, cafebabel.com

Draußen vor der nassen Tür

Immer mehr tropfnasse Afrikaner klopfen an Europas Türen. Die EU-Grenzkontrollagentur FRONTEX will ihre Küstenkontrollen verstärken, Gelder sollen fließen und bilaterale Verträge zwischen Europa und den afrikanischen Ländern abgeschlossen werden. Aber wann? Während Europa abwartet, landen auf den kanarischen Inseln, an der andalusischen Küste, in den spanischen Enklaven Ceuta und Mellila in Marokko und auf den Mittelmeerinseln Lampedusa (Italien) und Malta weiterhin "pateras" (tiefliegende Holzboote). Nach der ersten größeren Krise, die die Massenankunft der illegalen Einwanderer auf den Kanarischen Inseln im Jahr 2002 ausgelöst hatte, ist das Fass im Jahr 2006 nahezu am überlaufen. Das Medieninteresse ist weltweit ungebrochen. Der Verlust an Menschenleben bleibt kontinuierlich hoch: 154 afrikanische Einwanderer starben allein im Juni 2007 auf ihrem Weg nach Europa in den "pateras".

07.08.2007, Wiener Zeitung

EU scheitert im Mittelmeer

Programm zum Schutz der Grenzen wurde eingestellt. Der Tod wartet auf hoher See. Jährlich sterben hunderte Afrikaner beim Versuch vom Schwarzen Kontinent aus nach Europa überzusetzen. Diejenigen, die es dennoch schaffen, landen in hoffnungslos überfüllten Auffang- und Flüchtlingslagern der EU, vorzugsweise auf den Mittelmeerinseln Malta und Lampedusa.

07.08.2007, El DÌa

Spanien will Vertrag über Umgang mit Flüchtlingen

7924 Personen sind an den spanischen Küsten in den ersten 7 Monaten angelandet. Das sind 54 % weniger als im Vorjahr zum gleichen Zeitraum. 5640 Menschen haben die Kanaren erreicht, das bedeutet 59% weniger als im Vorjahr. 2200 Menschen sind in Andalusien angekommen, ein Rückgang von 39%.Consuelo Rumi, Staatssekretärin für Ein- und Auswanderung fordert ein Protokoll: „Über die Zusammenarbeit soll im Herbst ein Protokoll zum Verfahren mit illegalen Einwanderern entstehen“. Es sei notwenig, dass die europäischen Staaten hier kooperieren! „Es wird ein Protokoll geben, hoffentlich in Kürze, das wir alle erfüllen müssen, und wir müssen hoffentlich nicht mehr solchen Szenen sehen, wie wir sie vor Malta erleben mussten, wo die Fischer, unsere Fischer, sich verhalten haben, wir man sich im Meer verhält, helfend und rettend“, so Rumi. „Dann muss man die Menschen in den nächsten sicheren Hafen bringen und dort müssen sie aufgenommen werden, um dann zu sehen, wie man mit jedem und jeder von ihnen weiter verfährt. Wenn sie nicht sofort repatriiert werden können, dann muss sehr klar festgehalten werden, wie man mit wem warum verfährt und wie man sie verteilt.“ Dieses Protokoll muss auch die Pflichten der Staaten festhalten, in denen die MigrantInnen angekommen sind und die Möglichkeit, ob dort gearbeitet werden kann. In diesem Zusammenhang erinnert sie daran, dass bei einem der letzten Schiffbrüche die MigrantInnen nach Libyen gebracht worden sind, von wo sie dann repatriiert wurden. „Wenn wir so eine Zusammenarbeit mit Transitländern erreichen können, würden wir viel erreichen und es wäre auch eine wichtige Nachricht an die Schleusermafia.“ Die Regierung müsse weiter daran arbeiten, um die illegale Einreise immer schwerer werden zu lassen. Sie erwähnt auch, dass es paradox ist, dass die steigenden Kontrollen zu gefährlicheren Routen führen. Rumi behauptet, es gab keine Zurückschiebungen, während sie gleichzeitig die derzeit aktuellen Routen der Flüchtlinge aufzählt: Seegrenze zu Marokko, Landgrenze zu Ceuta und Melilla, Routen über Mauretanien und Senegal, die sich weiter nach Gambia und Guinea Conakry verlagern.

04.08.2007, Westfalenpost

Milliardenkosten für EU-Grenzschutz befürchtet

Brüssel. Das Dichtmachen der europäischen Südgrenzen gegen Flüchtlinge aus Afrika könnte für die Bürger der Europäischen Union (EU) schon bald mit Milliardenkosten zu Buche schlagen. Diese Sorge herrscht im Bundesinnenministerium (BMI) in Berlin, wenige Tage nachdem die erste Phase der EU-Grenzschutzoperation "Nautilus" im Mittelmeer zwischen Malta, Tunesien und Libyen beendet wurde. Wie die EU-Grenzschutz-Agentur Frontex gestern bestätigte, plant sie für diesen Sommer eine zweite Nautilus-Operationsphase. Dafür werden voraussichtlich wieder Schiffe, Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt. Sie sollen Flüchtlingsboote und Migranten aus Nordafrika im Mittelmeer aufspüren und zur Umkehr bewegen.

04.08.2007, Deutsche Welle

Zwangspause für Nautilus II

Ende Juli nahmen sechs EU-Staaten gemeinsame Patrouillenfahrten im Mittelmeer auf. Die sollten Menschen von der gefährlichen Überfahrt aus Afrika abhalten. Doch nun hat die EU eine Pause eingelegt. Eine Zwangspause. Nach nur vier Wochen ist Operation "Nautilus II" unterbrochen worden - aus Geld- und Personalmangel.

04.08.2007, freenet

250 illegale Einwanderer bei Lampedusa aufgegriffen

Vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 250 illegale Einwanderer aufgegriffen worden. Die Flüchtlinge befanden sich in insgesamt sechs Booten, wie die Polizei mitteilte. Lampedusa liegt 200 Kilometer südlich von Sizilien und 300 Kilometer nördlich von Libyen. Die Insel wird ähnlich wie die zu Spanien gehörenden Kanaren zunehmend von Flüchtlingsschiffen aus Afrika angesteuert. Häufig enden die Versuche zum Überqueren des Meeres in Dramen.

03.08.2007, Basler Zeitung

27 Zuwanderer aus der Ägäis gerettet

Athen. DPA/baz. Die griechische Küstenwache hat am Freitag vor der Ostägäisinsel Samos 27 illegale Einwanderer aus dem Meer gerettet. Das Boot der aus Afghanistan stammenden Menschen war vor der Küste von Samos gekentert. Vier Menschen wurden von einem Hubschrauber aufgenommen, weitere 23 von einem Patrouillenboot der Küstenwache, wie der staatliche griechische Rundfunk (NET) weiter meldete. Die Zuwanderer seien von der gegenüberliegenden türkischen Ägäisküste gekommen.

03.08.2007, taz

EU spart Seepatrouillen ein

Die EU stoppt Seekontrollen im Mittelmeer gegen afrikanische Boat People. Nicht aus Mitgefühl, sondern aus Geldmangel. Das macht illegale Einwanderung weniger gefährlich. Weiterer Artikel dazu in spanischer Sprache unter: http://medios.mugak.eu/noticias/noticia/108081 "El Frontex deja de patrullar en Malta por falta de medios"

03.08.2007, Westfalenpost

Frontex gescheitert - neue geheime Missionen

Brüssel. Das Dichtmachen der europäischen Südgrenzen gegen Flüchtlinge aus Afrika könnte für die Bürger der Europäischen Union (EU) schon bald mit Milliardenkosten zu Buche schlagen. Diese Sorge herrscht im Bundesinnenministerium (BMI) in Berlin, wenige Tage nachdem die erste Phase der EU-Grenzschutzoperation "Nautilus" im Mittelmeer zwischen Malta, Tunesien und Libyen beendet wurde. Wie die EU-Grenzschutz-Agentur Frontex gestern bestätigte, plant sie für diesen Sommer eine zweite Nautilus-Operationsphase.

03.08.2007, Stuttgarter Nachrichten

Lynchmord an der Grenze

Tel Aviv - Die Szenen, die ein israelischer Soldat im Privat-Sender Channel 10 schilderte, jagte den Zuschauern am Donnerstagabend eine Gänsehaut über den Rücken. Vier sudanesische Flüchtlinge, erzählte der unkenntlich gemachte Augenzeuge, wollten am Tag zuvor illegal über die Grenze von Ägypten nach Israel gelangen. Als sie sich dem Grenzzaun näherten, eröffneten die Ägypter das Feuer auf die Gruppe. Was dann geschah, wurde von einem Trupp israelischer Grenzsoldaten beobachtet.

03.08.2007, Der Standard, Wien

Portugal: Bleiberecht für bisher Illegalisierte

Lissabon - In Portugal sollen Zehntausende von illegalisierten Immigranten ein Bleiberecht erhalten. Dies sieht ein neues Ausländergesetz vor, das am Freitag in Kraft getreten ist. Nach Angaben der Zeitung "Jornal de Noticias" dürften etwa 40.000 Ausländer die gewünschten Papiere erhalten. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen in Portugal geboren wurden oder einen Arbeitsplatz nachweisen können.

02.08.2007, BaslerZeitung

Migrantin vor Ostägäisinsel Samos ertrunken

Eine 25-jährige illegale Einwanderin ist am Donnerstag vor der griechischen Ostägäisinsel Samos ums Leben gekommen. Weitere zwölf illegale Migranten, darunter zwei Kinder, konnte die Küstenwache aus den Fluten retten. Die Frau ertrank, als das Boot mit dem illegalen Zuwanderern rund 300 Meter vor der Küste von Samos kenterte, berichtete der staatliche griechische Rundfunk (NET) unter Berufung auf die Küstenwache. Die aus Sri Lanka stammenden Migranten sagten örtlichen Medien, sie hätten pro Kopf 500 Euro an eine Schleuserbande in der Türkei für die Überfahrt nach Griechenland gezahlt.

02.08.2007, Berliner Morgenpost

EU-Grenzschützer legen «Pause» ein

Brüssel (dpa) - Die EU hat die gemeinsame Überwachung ihrer Seegrenzen im Mittelmeer und Atlantik vorübergehend eingestellt. Die von der EU-Grenzschutzbehörde Frontex koordinierten Einsatzkräfte hätten eine «Pause» eingelegt, sagte ein Sprecher von EU- Justizkommissar Franco Frattini in Brüssel. Die Patrouillen hätten Menschen von der gefährlichen und illegalen Überfahrt aus Afrika abgeschreckt. Weiterer Artikel dazu auch im Kurier (Österreich): http://www.kurier.at/nachrichten/ausland/101078.php

02.08.2007, Westfälische Nachrichten

Schleusung von sechs Iranern aufgedeckt

Die Bundespolizei hat am Mittwoch sechs iranische Flüchtlinge im Intercity-Zug, der aus Amsterdam kam, im Bahnhof Bad Bentheim festgenommen. Die sechs Personen wiesen sich mit gefälschten Reisepässen aus, die trotz ihrer guten Qualität das Misstrauen der Polizisten weckten. Die Ermittlungen ergaben, dass die Iraner zum Teil bis zu 15 000 Euro in ihrem Heimatland für eine sogenannte „Garantie-Schleusung“ nach Europa bezahlt hatten, heißt es im Polizeibericht.

02.08.2007, Wiener Zeitung

Ungarn: Die unerwünschten Fremden

Budapest. Im Schatten der politischen Unsicherheit und der wachsenden Kampfbereitschaft der Opposition blüht in Ungarn die Ablehnung gegenüber Fremden. Darauf deutet eine Untersuchung des ungarischen Forschungsinstituts Tarki hin. Von zehn befragten Ungarn wollen drei "überhaupt keine Flüchtlinge" ins Land lassen. Nur zehn Prozent wären bereit, "schutzsuchende und verfolgte Ausländer" aufzunehmen. Die Mehrheit (61 Prozent) will es allerdings genau abwägen, wer in Ungarn Asyl erhalten sollte und wer nicht. Dieser Prozentsatz der Menschen, die abwägen, wächst laut Soziologen von Jahr zu Jahr.

02.08.2007, Deutschlandradio Kultur

"Die Illegalen bleiben nicht in Malta oder in Spanien"

Der österreichische Europaabgeordnete Hubert Pirker hat die EU-Länder zu mehr Solidarität angesichts der Flüchtlingsströme aus Afrika gemahnt. "Es ist mehr Unterstützung notwendig im Interesse der betroffenen Staaten Europas", sagte der ÖVP-Politiker. Leonie March: Zehntausende Afrikaner machen sich jedes Jahr auf den gefährlichen Weg in ein vermeintlich besseres Leben in Europa. Monate, manchmal jahrelang sind sie unterwegs, Kriminellen und der Willkür der Behörden in Transitstaaten wie Libyen ausgesetzt, die sie zum Beispiel aufgreifen und in der Wüste absetzen. Die, denen es gelingt, die nordafrikanische Küste zu erreichen, sind auf Schlepperbanden angewiesen. Sie nehmen ihnen das letzte Geld ab, verfrachten sie in Schlauch- und Holzboote, viele davon erreichen Europa nie.

01.08.2007, Der Standard

EU: "Rückkehrfonds" für Abschiebungsflüge

Mit koordinierten Flügen zwischen den EU-Mitgliedsländern werden immer öfter Abschiebungen von Einwanderern oder Flüchtlingen mit negativem Aufenthaltsbeschluss durchgeführt. Ein Sprecher der EU-Grenzschutzagentur "Frontex" in Warschau erklärte am Mittwoch, dass die Vorgangsweise, bei einem von einem oder zwei EU-Staaten organisierten Abschiebungsflügen auch Abzuschiebende aus anderen EU-Staaten unterwegs an Bord zu nehmen, bereits seit über einem Jahr Praxis ist.