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30.09.2008, FOCUS Online
Vor den Kanarischen Inseln wurde ein Fischerboot mit 230 afrikanischen Flüchtlingen entdeckt. Angaben zufolge handelt es sich um die größte Zahl von Flüchtlingen in nur einem Boot, die bisher gefunden worden sind. Wie die Präfektur der Kanaren mitteilte, wurde die Gruppe am Dienstag etwa 90 Kilometer südlich von Gran Canaria entdeckt und danach zum Hafen von Los Cristianos auf Teneriffa gebracht. Die allesamt männlichen Flüchtlinge waren den Angaben zufolge bei relativ guter Gesundheit. Unter ihnen befanden sich auch mindestens 20 Minderjährige, von denen fünf wegen „leichter Unterkühlung“ ins Krankenhaus gebracht wurden.
29.09.2008, BaZ online
Wie Tausende anderer Afrikaner riskierte Abraham auf seiner Flucht durch die Wüste und im Boot über das Mittelmeer sein Leben. Er entschied sich für die Freiheit oder den Tod. Abraham* sitzt im Aufenthaltsraum eines Zürcher Durchgangszentrums und scherzt mit einer Mitarbeiterin in gebrochenem Deutsch. Solch eine Situation hätte sich der 25-jährige Mann aus Eritrea noch vor wenigen Monaten nicht zu erträumen gewagt. Dafür hatte er sein Leben aufs Spiel gesetzt. Für Hunderte anderer Afrikaner jedes Jahr endet die Reise nach Europa mit dem Tod in der Wüste oder in den Fluten des Mittelmeers.
28.09.2008, Spiegel Online
Flüchtlingsdrama vor der Küste des Jemen: Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mindestens 52 Somalier im Meer ertrunken. Ihr völlig überladenes Schiff war nach einem Motorschaden mehr als 18 Tage umhergeirrt.
26.09.2008, Der Standard, Wien
Vier Georgier sind an der griechisch-türkischen Grenze von Landminen getötet worden. Sie wollten aus der Türkei kommend am Freitag vor Tagesanbruch illegal ins EU-Land Griechenland einwandern. Dabei traten die vier jungen Männer auf der griechischen Seite nahe dem Ort Orestiada auf Landminen, wie die Polizei mitteilte. Den Angaben zufolge war das Minenfeld mit einem Zaun abgegrenzt und es gab Warnschilder. Nach Angaben der in Genf ansässigen Kampagne für ein Verbot von Landminen sind seit 1994 bereits 82 Flüchtlinge in dem Grenzgebiet durch Minen getötet worden, 71 weitere wurden verletzt.
26.09.2008, Financial Times Deutschland
Die Innenminister der Europäischen Union haben dem "Pakt zur Einwanderung" von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy zugestimmt. Kern des Dokuments ist, dass die Staaten künftig bei der legalen Einwanderung verstärkt zusammenarbeiten und gleichzeitig verschärft gegen illegale Einwanderer vorgehen wollen. "Wir wollen keine Festung Europa aufbauen, aber zugleich uns auch nicht zurücklehnen und der illegalen Einwanderung Tür und Tor öffnen", sagte der französische Minister für Einwanderung und nationale Identität, Brice Hortefeux.
25.09.2008, Nachrichten.ch
Nach dem Flüchtlingsunglück vor der Mittelmeerinsel Malta ist die Suche nach weiteren Vermissten wegen schlechten Wetters unterbrochen worden. Am Mittwoch hatte die Küstenwache etwa zehn leblose Körper im Meer entdeckt.
25.09.2008, Gießener Anzeiger
Der Flüchtlingspfarrer des Evangelischen Dekanates Gießen, Hermann Wilhelmy, erinnerte daran, dass sich im Oktober das Flüchtlingsdrama in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika jährt. Bei ihrem Versuch, in die spanischen Exklaven einzureisen, wurden hunderte afrikanische Flüchtlinge und Migranten verletzt. Die militärische Grenzabschottung der Europäischen Union habe sich als brutal und menschenverachtend gezeigt. "Auch heute noch sterben viele Menschen, die versuchen Europa zu erreichen, weil ein Leben in der Heimat nicht möglich ist", kritisiert Flüchtlingspfarrer Hermann Wilhelmy.
25.09.2008, Basler Zeitung
Gute Neuigkeiten für schutzbedürftige Personen im Irak. Die EU bereitet sich auf die Aufnahme von Tausenden Flüchtlingen vor. «5000 bis 10'000 ist eine wahrscheinliche Zahl», sagte der französische Einwanderungsminister Brice Hortefeux auf einer EU-Innenministerkonferenz in Brüssel. Endgültig entschieden wird voraussichtlich Ende November, nach einer Erkundungsreise von EU-Vertretern in Flüchtlingslager der Region. Es wird erwartet, dass allein Deutschland bis zu 5000 Iraker aufnehmen könnte.
25.09.2008, dpa
Die Innenminister der 27 EU-Staaten kommen heute zu Beratungen über die Lage der Irak-Flüchtlinge und die Einwanderung nach Europa zusammen. Beschlüsse zur gezielten Aufnahme irakischer Flüchtlinge in Europa stehen bei dem Brüsseler Treffen nicht an. Die Minister wollen indes den EU-Pakt zu Einwanderung und Asyl verabschieden.
24.09.2008, swissinfo.ch
Die Schweiz kann der EU bei der Sicherung der Schengen-Aussengrenzen mit Grenzwächtern aushelfen. Nach dem Ständerat hat am Mittwoch der Nationalrat mit 82 zu 52 Stimmen eine Anpassung des Zollgesetzes gutgeheissen. Eine Kommissionsminderheit von Grünen- und SVP-Vertretern wollte auf die Vorlage nicht eintreten. Die Fortentwicklung von Schengen zur Festung Europa sei eine hässliche Antwort auf die Flüchtlingsproblematik, sagte Geri Müller (Grüne/AG).
24.09.2008, Der Standard, Wien
Wahrscheinlich sei die Tragödie am Freitag oder Samstag passiert: Kurz zuvor hatte ein deutscher Hubschrauber der EU-Grenzagentur Frontex ein voll besetztes Flüchtlingsboot in der Gegend gesichtet, dieses aber wegen der hohen See aus den Augen verloren. Die Suche eines Militärflugzeugs und eines Schiffes der maltesischen Marine war erfolglos geblieben. Wegen des schlechten Wetters war die Suchaktion am Sonntag und Montag unterbrochen worden, hieß es.
24.09.2008, Südtirol Online
Ein französisches Schiff hat am Donnerstag 300 Migranten an Bord eines Fischerbootes gerettet, das unweit der Insel Lampedusa in Schwierigkeiten geraten war. Die Menschen wurden in ein Auffanglager auf der Insel untergebracht. Am Mittwochvormittag hatte das selbe französische Schiff weitere 65 Migranten aufgenommen. Die Zahl der Migranten, die nach langen Bootsfahrten die süditalienischen Küsten erreichten, hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 auf 14.000 verdoppelt.
24.09.2008, BaZ
Bei einem schweren Flüchtlingsunglück vor der Küste der Mittelmeerinsel Malta sind vermutlich zahlreiche Menschen gestorben. Die Küstenwache entdeckte bis am Mittwochmittag etwa zehn leblose Körper im Meer. Wahrscheinlich sei die Tragödie am Freitag oder Samstag passiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Kurz zuvor hatte ein Helikopter der EU-Grenzagentur Frontex ein voll besetztes Flüchtlingsboot in der Gegend gesichtet, dieses aber wegen der hohen See aus den Augen verloren.
23.09.2008, Domradio
Nachdem bereits der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, die Aufnahme irakischer Flüchtlinge in die EU verlangt hat, schließt sich jetzt auch die Evangelische Kirche in Deutschland der Forderung an. Sie appelliert an die Innen- und Justizminister der EU, ihre Entscheidung über die Aufnahme irakischer Flüchtlinge nicht erneut zu vertagen.
22.09.2008, Radio MegaWelle
Auch an diesem Wochenende haben afrikanische Immigranten die Kanarischen Inseln erreicht. Allerdings nicht aus eigener Kraft. Ein Boot der Küstenwache hat das Cayuco 170 Meilen vom Archipel entfernt entdeckt. Ab Oktober soll ein Satellit in 37.000 Meter Höhe dafür sorgen, daß auf den Kanarischen Inseln kein Flüchtlingsboot mehr unbemerkt die Küste erreicht.
22.09.2008, Österreichischer Rundfunk
Im Zuge einer Polizei-Kontrolle sind Montagfrüh in Gersdorf im Bezirk Leibnitz zwei illegale Einwanderer festgenommen worden. Die beiden waren in einem slowenischen Taxi unterwegs. Der Taxifahrer wurde wegen Verdachtes der Schlepperei angezeigt. Die beiden Serben werden nach Slowenien zurückgeschoben.
22.09.2008, Zenith
Von den Medien unbeachtet, spielt sich an den Küsten Jemens seit Jahren ein Flüchtlingsdrama ab. Jährlich riskieren tausende Somalier und Äthiopier ihr Leben bei der Überfahrt der Meerenge Bab al-Mandab (Tor der Tränen). Im Juni ertranken 40 von ihnen beim Versuch, in Küstennähe an Land zu schwimmen. Ingesamt kamen nach Angaben der UN-Nachrichtenagentur IRIN vergangenes Jahr 28.000 Flüchtlinge in den Jemen. Mehr als 1400 starben auf See, 400 werden noch immer vermisst.
20.09.2008, Fortress Europe
Mehr Landungen, mehr Unglücke. Die Opfer der Immigration verdoppeln sich im Kanal von Sizilien proportional zum Anstieg der Ankünfte. Von den europäischen Grenzen erreichen uns immer besorgniserregendere Berichte. Laut den ausgewerteten Pressenachrichten sind im August vor den Toren Europas mindestens 270 Migranten und Flüchtlinge gestorben, davon 179 zwischen Libyen, Malta und Italien. Das ist die negativste Bilanz seit Anfang des Jahres. Opfer gab es auch zwischen Algerien und Sardinien (14), in Spanien (45) und im Iran (30), wo ein Lastwagen mit afghanischen Flüchtlingen auf dem Weg in die Türkei umgekippt ist. Ein Opfer gab es auch in der Ägäis, vor der türkischen Stadt Didimi; ein weiteres Opfer gab es an der Grenze zwischen Ägypten und Israel, es wurde von der ägyptischen Polizei getötet.
20.09.2008, Focus online
Um dem Flüchtlingsstrom aus Afrika Herr zu werden, will Italien künftig libysch-italienische Patrouillen direkt vor der afrikanischen Küste organisieren. Flüchtlinge, die dort abgefangen werden, sollen direkt nach Libyen zurückgeschickt werden. Sechs italienische Schiffe liegen bereits im Hafen von Formia südlich von Rom für den Einsatz bereit. Erst Ende August hatte Regierungschef Silvio Berlusconi versprochen: „Mehr Öl und Gas und weniger Einwanderer.“
20.09.2008, Spaniens Allgemeine Zeitung
Insgesamt 129 Immigranten konnten in der Nacht zum Freitag ihrem Traum von einem besseren Leben ein Stückchen näher kommen. Zumindest haben sie eines der gefährlichsten Unterfangen überlebt, das man verstärkt in den letzten zwei Jahren fast täglich in Spanien erlebt. Die “Papierlosen” kommen auf kleinen Booten, oft auf engsten Raum zusammengepfercht, auf den Kanaren an. Viele von ihnen sterben während der Überfahrt, einige sind so geschwächt, dass sie ärztliche Versorgung benötigen. Auch unter den neu eingetroffenen Flüchtlingen wurden zwei Personen in ein Krankenhaus gebracht.
19.09.2008, Nordbayrischer Kurier
Um 11.30 Uhr fiel den Beamten der Fahndungskontrollgruppe ein Renault Espace auf, der Richtung Berlin unterwegs war. Sie stoppten das Fahrzeug für eine Kontrolle an der Rastanlage Fränkische Schweiz. Neben dem Fahrer zählten die Beamten neun Personen, eine davon sogar im Kofferraum. Wie sich schnell herausstellte, waren alle neun bosnischer Herkunft und waren illegal ins Bundesgebiet eingereist. Die Beamten nahmen die Personen vorläufig fest und brachten sie zur Polizeiwache. Die neun Personen waren bereits seit Tagen unterwegs, ohne etwas zu Essen bekommen zu haben.
19.09.2008, NiederÖsterreich Nachrichten
Beamte der Grenzpolizeiinspektion Drasenhofen haben zwei Polen als mutmaßliche Schlepper festgenommen. In von den Männern (43 und 58 Jahre alt) gelenkten Taxis befanden sich sechs russische und zwei georgische Staatsbürger ohne gültige Reisedokumente. Die Verdächtigen wurden in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.
19.09.2008, Der Tagesspiegel
Er floh aus dem Irak, ohne Pass, ohne Plan. Abbas Khider saß in einem bayrischen Regionalzug, er kam aus Italien und wollte nach Schweden – das Leben sei besser dort, hieß es. Zwei Polizisten stiegen zu, sie sagten: „Pass!“ Khider tat sich schwer mit der Antwort, er kannte nur zwei deutsche Wörter, „Hitler“ und „Scheiße“, keins wollte passen. „No“, sagte Khider. „No pass.“ Da nahmen sie ihn fest – da war Abbas Khider gestrandet im Hitler-Scheiße-Land, im Jahr 2000.
18.09.2008, Kölner Stadt-Anzeiger
Die Einwanderungspolitik der EU-Staaten muss nach Expertenmeinung besser abgestimmt und vorausschauender gestaltet werden. In Europa herrsche eine unkoordinierte Ad-hoc-Politik. Das geht aus einer Analyse der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung hervor, die am Donnerstag in Berlin auf einer internationalen Konferenz zur europäischen Migrationspolitik vorgestellt wurde.
18.09.2008, Hamburger Abendblatt
Schwere Vorwürfe gegen einen von Hamburgs ranghöchsten Bundespolizisten: Georg K. (42), seit Mai Leiter der Bundespolizeiinspektion Hamburg, ist nur 15 Wochen nach seiner Amtseinführung "einer anderen Aufgabe zugewiesen worden". Der 42-jährige Top-Beamte war zuständig für den Hauptbahnhof und die Bahnhöfe Altona und Harburg. Er soll unter anderem gesagt haben, dass er dort "keine Schwarzen, Schwulen und Dealer" haben wolle.
18.09.2008, Der Standard, Wien
Die kleine griechische Insel Patmos leidet unter einem massiven Flüchtlingszustrom und schottet sich jetzt ab. Patmos werde künftig keine Bootsflüchtlinge mehr aufnehmen, beschloss der Gemeinderat der Insel nach einer stürmischen Sitzung, wie der griechische Rundfunk am Mittwoch berichtete. Seit Jahresbeginn seien auf der Insel mit ihren 3.000 Einwohnern 3.981 illegale Zuwanderer angekommen.
17.09.2008, Kanaren Nachrichten
Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba kündigte am gestrigen Dienstag (16. September) in Madrid an, dass alle 7 grossen Kanareninseln bis Ende November 2008 ein fest installiertes S.I.V.E.-System (Sistema Integral de Vigilancia Exterior) erhalten werden. SIVE, auf Deutsch: Integriertes elektronisches System zur Außenüberwachung, wird zur Früherkennung von Booten im Küstenbereich eingesetzt. Mit den Sive-Radargeräten kann ein Flüchtlingsboot mit der Grundfläche von zwei mal sechs Metern bereits auf 20 Kilometer Entfernung geortet werden.
17.09.2008, Kanaren Nachrichten
Neues Patrouillenflugzeug für die Guardia Civil. Das mit diversen Aufdeckungssystemen (Infrarotkameras mit hochauflösender Optik, Aufzeichnungssystemen, 360 Grad-Radar GPS-System) ausgestattete Flugzeug wird künftig die bislang 37 Guardia Civil Hubschrauber bei der Überwachung der Küstenbereiche unterstützen. Haupteinsatzgebiet der neuen CASA CN-235 PM wird der Kampf gegen die illegale Einwanderung, das Aufspüren von Drogenschmugglern und die Aufdeckung von Verunreinigungen des Atlantiks.
17.09.2008, NiederÖsterreich Nachrichten
Fachärzte und Politiker prangern die Methoden des Arztes Dr. Alfred Klabuschnigg zur Bestimmung des Alters von jugendlichen Flüchtlingen an. Beate Kainz, Bezirksverantwortliche der Grünen, erklärt: „Klabuschnigg versucht, das Alter von jugendlichen Asylwerbern durch die Vermessung von Organen zu bestimmen. Die tragische Folge einer Fehleinschätzung ist, dass der unbegleitete minderjährige Flüchtling dann nach Griechenland abgeschoben wird, wo es immer wieder zu Misshandlungen von Schutzsuchenden kommt.“
17.09.2008, indymedia
Weltweit nehmen gesellschaftliche Konflikte zu. Jüngste Unruhen wegen Nahrungsmittelpreisen, Proteste gegen steigende Energiepreise, die Klimakrise und eine zunehmende Sorge um Knappheit von Rohstoffen, aber auch immer weniger regulierbare und krisenhafte Finanzmärkte sorgen für ein Gefühl von Unsicherheit. Die G8-Staaten wollen diese Konflikte und die offenkundige Akkumulationskrise der globalen Weltwirtschaft durch marktorientierte Lösungen in den Griff bekommen, um das Wirtschaftswachstum wieder auf Kurs zu bringen. Unter Beschwörung der „Bekämpfung des Terrorismus“ wird eine fortschreitende Militarisierung vieler Lebensbereiche vollzogen.
16.09.2008, Radi8o MegaWelle
Wieder sind auf den Kanarischen Inseln Immigranten vom afrikanischen Kontinent angekommen. Wieder hat es Gran Canaria getroffen.Dieses Mal waren es acht Marokkaner die in einem kleinen Holzboot die Überfahrt gewagt haben. Alle Acht sind in einem guten gesundheitlichen Zustand und haben laut eigener Aussage 5 Tage für die Überfahrt benötigt.
16.09.2008, Kanaren Nachrichten
Die Behandlung illegaler Einwanderer kostete die Gesundheitszentren auf den Kanarischen Inseln zwischen Januar und Juni 2008 fast 160.000 Euro. Die zweitkleinste Kanareninsel La Gomera nimmt hierbei vor Gran Canaria und Teneriffa die Spitzenposition ein.
16.09.2008, Wiener Zeitung
Vermutlich mehr als 50 afrikanische Bootsflüchtlinge sind am Montag vor der jemenitischen Küste ertrunken. Menschenschmuggler hätten die aus Somalia und Äthiopien stammenden Flüchtlinge im Golf von Aden gezwungen, über Bord zu springen, berichteten Überlebende der Katastrophe. Insbesondere aus dem Bürgerkriegsland Somalia fliehen immer wieder Menschen in Booten in den Jemen, allein im August zählte man 1700. Im Vorjahr wurden 113.000 Flüchtlinge registriert. 1400 davon starben bei der gefährlichen Überfahrt.
15.09.2008, Radio MegaWelle
72 Immigranten aus Afrika sind gestern Vormittag wenige Seemeilen vor Gran Canaria von einem Patroullienboot der Guardia Civil gerettet worden. Allerdings hätten diese das Ufer auch ohne Hilfe der Beamten erreicht. Laut einem Sprecher stammt das Holzboot aus Mauretanien.
14.09.2008, Kleine Zeitung
Die italienische Küstenwache hat in der Nacht auf Sonntag unweit der Insel Lampedusa ein Boot mit 341 Flüchtlingen an Bord aufgegriffen. Das Schiff wurde in den Hafen der Insel eskortiert. Unter den Flüchtlingen befanden sich auch 26 Kinder. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums hat sich seit Anfang 2008 die Zahl der Flüchtlinge auf 15.000 verdoppelt.
11.09.2008, Berner Zeitung
Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz nehme wieder drastisch zu, seit Christoph Blocher nicht mehr Bundesrat sei, sagt die SVP. Stimmt nicht, sagen sowohl die Flüchtlingshilfe als auch das Bundesamt für Migration.
Flüchtlinge, die vor Lampedusa von der Küstenwache aufgegrifen wurden.
Punkto Zuwanderung nimmt die Schweiz unter den OECD-Ländern einen Spitzenplatz ein. Dies geht aus einer Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.
10.09.2008, Agence France Presse
Vor der Küste Jemens sind bei einem Drama auf einem Flüchtlingsschiff mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Wie das UN-Flüchtlingskommissariat in Genf mitteilte, befanden sich an Bord des Flüchtlingsschiffes ursprünglich 120 Menschen. Auf hoher See seien die Flüchtlinge von den Schleppern mit vorgehaltener Waffe gezwungen worden, ins Wasser zu springen. 74 Flüchtlinge konnten an Land schwimmen, die übrigen wurden vermisst.
10.09.2008, swissinfo.ch
Eine neue Flüchtlingswelle hält die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa in Schach. Die Küstenwache hat im Laufe weniger Stunden 500 Migranten unweit der Insel zwischen Sizilien und Tunesien aufgegriffen.
Eine Massenlandung ereignete sich am Vormittag, als über 350 Personen an Bord verschiedener Boote in Sicherheit gebracht werden konnten. Weitere 150 Migranten waren in der Nacht auf Mittwoch eingetroffen. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Meeresüberfahrten die süditalienischen Küsten erreicht haben, hat sich in den letzten sieben Monaten dieses Jahres gegenüber de Vergleichszeitraums 2007 auf 15 000 mehr als verdoppelt, teilte das italienische Innenministerium mit.
10.09.2008, Financial Times
Die Erwerbsbevölkerung in der Bundesrepublik schrumpft: Doch statt Zuwanderer nach Deutschland zu holen, nimmt deren Zahl ab. Die OECD empfiehlt den Industrieländern jetzt eine langfristige Einwanderungspolitik - und Anreize für Zuwanderer.
10.09.2008, Österreichischer Rundfunk
Truppentransporte und Abschiebungen unter dem Logo von Real Madrid: Ein vom spanischen Rekordmeister gechartertes Flugzeug ist dazu benutzt worden, afrikanische Truppeneinheiten zu Friedenseinsätzen in den Sudan zu bringen. Außerdem seien mit der Maschine, die auf dem Rumpf einen Schriftzug mit dem Namen des Vereins und auf dem Heck das Wappen der "Königlichen" trug, illegale Immigranten aus Spanien in ihre Heimatländer abgeschoben worden, berichtete das Madrider Sportblatt "As" am Mittwoch.
09.09.2008, Berner Zeitung
In Südspanien kommt es nach dem Tod eines Senegalesen im Immigrantenviertel einer Kleinstadt zu massiven Ausschreitungen. «Roquetas brennt», titeln spanische Zeitungen. Sogar Polizei und Sanitäter meiden das Problemviertel, heisst es. Vielleicht dauerte es deswegen auch ziemlich lange, angeblich «mehr als eine Stunde», bis nach der Bluttat Polizei und Krankenwagen anrückten. Dem Senegalesen Usuman, der seit vier Jahren in Spanien war, Papiere hatte und sich sein Geld auf den Gemüseplantagen verdiente, war da nicht mehr zu helfen. Hunderte Schwarzafrikaner bewarfen die Polizisten darauf mit Steinen.
09.09.2008, ZEIT online
Nach der brutalen Behandlung eines Landsmanns haben sich rund 150 afghanische Flüchtlinge im griechischen Hafen Patras heftige Auseinandersetzungen mit Küstenwache und Polizei geliefert. Nach Polizeiangaben begannen die Zusammenstöße am Nachmittag, nachdem die Männer ihren Landsmann blutend auf der Hafenmole entdeckt hatten. Sie verdächtigten Vertreter der Küstenwache, den Mann misshandelt zu haben.
08.09.2008, Wiebadener Kurier
Spanien findet keine Mittel, um dem Ansturm illegaler Flüchtlinge Herr zu werden. Bei der Überwachung der Küsten fühlt sich das Land allein gelassen. Zwar geht die Zuwanderung leicht zurück, doch die Wirtschaftskrise im Land verschärft das Problem.
08.09.2008, Radio Megawelle, Teneriffa
In lediglich zwei Tagen sind auf den Kanarischen Inseln 282 afrikanische Immigranten in Holzbooten angekommen. 118 Personen erreichten La Gomera, 83 Lanzarote und 61 Gran Canaria. Das Cayuco das die Insel La Gomera erreichte, hatte 23 Minderjährige an Bord, das zweite erreichte Mogan in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Hauptstadt Lanzarote erreichten zwei kleinere Boote. Die kleine Insel La Graciosa ist auch von einem Cayuco angesteuert worden. Allerdings ist bisher nicht bekannt, wieviele Immigranten an Bord waren - das Boot hat unbemerkt die Insel erreicht, die Immigranten haben sich über die Insel verteilt.
08.09.2008, epd
Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Guterres, hat die EU-Staaten aufgefordert, mehr Opfern von Konflikten und Unterdrückung Asyl zu gewähren. Die EU könne und müsse mehr tun, sagte Guterres in Paris. Er sprach vor den Ministern der 27 EU-Staaten, die für das Asylwesen Verantwortung tragen. Guterres unterstrich, dass 80 Prozent der 11,4 Millionen Flüchtlinge weltweit in Entwicklungsländern Zuflucht gefunden hätten. Deshalb sollten die reichen Staaten mehr Asylbewerber aufnehmen.
08.09.2008, Kanaren Nachrichten
Eine grausige Entdeckung machten aussteigende Passagiere einer Armas-Fähre im Hafen von Arrecife- Zwischen Schiff und Kaimauer trieben zwei menschliche Beine und weitere Körperteile. Ersten Vermutungen zufolge handelt es sich bei den Körperteilen um die sterblichen Überreste eines Afrikaners, der sich auf dem 'Todes-Cayuco', welches am Mittwochmorgen (03. September) mit 14 toten Afrikanern an Bord vor der Südküste Gran Canarias, befunden hatte. Bereits am Donnerstag wurden zwischen den Inseln Lanzarote und Fuerteventura Leichenteile eines Afrikaners aus dem Wasser gefischt, da auch hier ein abgetrenntes Bein gefunden wurde, muss die Anzahl der bei der Flüchtlingstragödie ums Leben gekommenen Bootsflüchtlinge auf mindestens 16 nach oben korrigiert werden.
07.09.2008, Der Standard, Wien
Am Samstag sind erneut über 400 Einwanderer in Süditalien angekommen, darunter 57 Frauen, mehrere von ihnen schwanger. 208 der Flüchtlinge wurden von der italienischen Küstenwache am Badestrand von Camarina festgenommen, wo sie mit ihrem Boot aufgelaufen waren, berichtete der "Corriere della Sera" online am Sonntag. Gerade in den vom Wetter her günstigeren Sommermonaten treten Tausende Einwanderer von Nordafrikas Küsten aus mit oftmals wenig seetauglichen Booten die gefährliche Überfahrt nach Europa an. Erst vor knapp zwei Wochen waren 70 Menschen vor der Küste Maltas nach dem Sinken ihres Bootes in den Fluten ums Leben gekommen.
06.09.2008, Neues Deutschland
Marianna Tzeferakou ist Trägerin des Pro Asyl-Menschenrechtspreises 2008. Sie arbeitet als Anwältin in Griechenland: "Das Problem ist, dass die griechische Asylpolitik in den Rahmen der europäischen Asylpolitik eingebettet ist. Und die besagt, dass Flüchtlinge vom Gebiet der Europäischen Union ferngehalten werden sollen. Solange diese Politik nicht geändert wird, verändert sich auch nichts substanziell an der Situation der Flüchtlinge in Griechenland. Vielleicht werden bessere Haftlager gebaut, aber der Skandal, dass diese Menschen überhaupt inhaftiert werden und dass es an effektivem Flüchtlingsschutz fehlt, würde damit nicht beseitigt."
06.09.2008, Basler Zeitung
An einem Strand auf Sizilien nahmen Beamte 208 Einwanderer fest, die gerade aus ihrem Boot steigen wollten. Unter den Migranten waren 50 Frauen, vier von ihnen waren schwanger. Die Flüchtlinge wurden zu einem Aufnahmezentrum gebracht. Im Mittelmeer südlich von Sizilien las die italienische Küstenwache rund 80 Menschen in einem Boot auf. Ein italienisches Marineschiff fing ein Boot mit 84 Flüchtlingen ab, das auf dem Weg zur kleinen Insel Lampedusa bei Sizilien war. An der Küste Kalabriens trafen zudem im Abstand von wenigen Minuten zwei Schlauchboote mit 46 Männern aus Afghanistan ein. Zwei der Männer wurden als mutmassliche Schlepper festgenommen.
05.09.2008, Polskaweb
Die polnische Polizei hat im Nordosten Polens nahe der weissrussichen Grenze 13 illegale Einwanderer, eingepfercht in einem Dodge Pickup, festnehmen können. Nur einer der Illegalen hatte einen Pass. Keiner von den Festgenommenen sprach polnisch, russisch, deutsch oder englisch. Alle landeten letztendlich im Polizeigewahrsam, wo man nun herauszufinden hat wie und wo die Asiaten die polnische Grenze überschritten hatten.
05.09.2008, Tages Anzeiger
Immer mehr Menschen aus Afrika versuchen, über Süditalien nach Europa gelangen. Auch die Schweiz verzeichnet eine Zunahme an Asylgesuchen.
Das führe in der Schweiz aber zu keiner Krisensituation, sagte Eduard Gnesa, Direktor des Bundesamtes für Migration (BFM).
Es stimme zwar, dass es im Moment Engpässe bei der Unterbringung in einzelnen Kantonen gebe. «Es gibt aber keine Krisensituation», sagte Gnesa am Freitag im «Tagesgespräch» von Radio DRS. Es gebe Notbetten in den Empfangsstellen. Zudem werde der Bund Notschlafstellen eröffnen, «um den Kantonen den Druck wegzunehmen». Gerade im italienischen Lampedusa sei die Situation zurzeit «dramatisch», sagte Gnesa weiter.
05.09.2008, Neue Zürcher Zeitung
Immer mehr Menschen aus Afrika versuchen über Süditalien nach Europa gelangen. So verzeichnet auch die Schweiz eine Zunahme von Asylgesuchen. «Es ist ganz klar, dass der Anstieg der Zahl von Eritreern, Somaliern und Nigerianern seit Juni auf die Migrationsströme von Lampedusa zurückzuführen sind», sagte Eduard Gnesa, Direktor des Bundesamtes für Migration (BfM). Im Moment stammten 50 Prozent der Flüchtlinge aus Subsahara-Ländern.
04.09.2008, Österreichischer Rundfunk
In Windischgarsten (Oberösterreich) sind zwei fast verdurstete und verhungerte Flüchtlinge aus dem Irak in einem Lkw gefunden worden. Die jungen Männer waren bereits sechs Tage durch halb Europa unterwegs gewesen. Der ahnungslose, türkische Lkw-Fahrer hörte die Schreie der Flüchtlinge aus dem plombierten Auflieger. Die Polizei entdeckte beim Öffnen die entkräfteten Iraki.
04.09.2008, Die Wochenzeitung, Zürich
Die Agentur Frontex in Warschau koordiniert seit drei Jahren die Bewachung der EU-Aussengrenzen. Auch die Schweiz will sich beteiligen. Was wären die praktischen Folgen? Die Kritiker melden sich zu Wort.
04.09.2008, Die Wochenzeitung, Zürich
Das Schicksal zweier Kontinente wird sich darin entscheiden, ob der europäischen Politik etwas anderes einfällt als die Mobilmachung gegen Flüchtlinge, schreibt Heribert Prantl.
03.09.2008, Bieler Tagblatt
Eine neue Flüchtlingstragödie hat sich vor den Kanarischen Inseln ereignet: Mindestens 14 Menschen kamen bei der Überfahrt von der westafrikanischen Küste nach Gran Canaria ums Leben. Das Schiff trieb nach Angaben von Überlebenden mehr als eine Woche lang im Meer. Dabei gingen den Flüchtlinge die Nahrungsmittel und das Trinkwasser aus. Vor der Mittelmeerinsel Malta sind vermutlich erneut fünf Flüchtlinge ertrunken. Ein Schiff rettete 85 Menschen, die auf einem Schlauchboot 97 Meilen südlich von Malta gesichtet wurden.
03.09.2008, FOCUS Online
Vor Gran Canaria hat die spanische Küstenwacht 13 tote Flüchtlinge in einem überfüllten Boot entdeckt. Das Innenministerium in Madrid erklärte am Mittwoch, 46 Überlebende seien an Bord gewesen, darunter zwei Frauen.
03.09.2008, Der Falter, Wien
Lampedusa ist eine schöne Insel im Süden des europäischen Kontinents. Das Fernsehen übertrug in den vergangenen Wochen immer wieder Bilder von überfüllten Booten, die an den Ufern dieser Insel landen. Ein dunkle Masse Mensch war zu sehen, die von Polizisten in weißen Handschuhen empfangen wurde. Die Tageszeitung der Lega Nord bildete eines dieser brechend vollen Boote auf ihrer Titelseite ab. Darüber stand „Die Horde“, ganz so, als handle es sich um eine Invasionsarmee der Mongolen.
02.09.2008, Südtirol Online
Die Küstenwache hat am Dienstag vor der Insel Lampedusa zwei Boote mit insgesamt 150 Migranten aufgegriffen. Die Menschen an Bord des ersten Schlauchbootes sind in einem Auffanglager auf Lampedusa untergebracht worden, jene des zweiten Wassergefährts wurden von der Küstenwache auf Sizilien in Sicherheit gebracht, berichteten italienische Medien am Dienstag.
02.09.2008, Kanaren Nachrichten
Das Patroullienboot "Salvamar Alphard" der Seerettung hat am Sonntagnachmittag 95 afrikanische Immigranten aus Seenot gerettet. Das Holzboot der Flüchtlinge wurde gegen 12:30 Uhr, etwa 37 Seemeilen vor la Gomera von einem Segelboot entdeckt. Die Seerettung erreichte das Flüchtlingsboot etwa 1 Stunde später. Aufgrund der schweren See war es nicht möglich, das Holzboot samt Insassen ins Schlepptau zu nehmen, es begann eine spektakuläre Rettungsaktion bei meterhohem Wellengang, in deren Verlauf einer der Afrikaner gar in den Atlantik stürzte, jedoch dann auch sicher an Bord der "Salvamar Alphard" gebracht werden konnte.
01.09.2008, Vienna Online
Beamte der Küstenwache aus drei EU-Staaten haben das Leben von 36 illegalen Einwanderern in der Ägäis gerettet. Die Flüchtlinge waren von türkischen Schleusern auf einer Felseninsel nahe der griechischen Insel Lesbos vor zwei Tagen an Land gelassen worden und hatten kein Wasser mehr, berichtete das griechische Staatsradio am Montag. Griechische Fischer entdeckten die Zuwanderer und alarmierten die Küstenwache. An der umfangreichen Rettungsaktion nahmen ein Hubschrauber aus Finnland, ein italienisches Schnellboot und drei griechische Patrouillenboote teil.
01.09.2008, Neue Westfälische
Der Verein "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft" hat gegen verantwortliche Beamte von zwölf Bundespolizeiinspektionen an verschiedenen Flughäfen Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung und Vollstreckung gegen Unschuldige gestellt. Es bestehe der Verdacht, dass Flüchtlinge ohne richterlichen Beschluss eingesperrt wurden, sagte der Vorsitzende und Aachener Friedenspreisträger Frank Gockel.