Aktivist Elias Bierdel wird ausgezeichnet
Der Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel, Mitbegründer von "borderline europe", wird in Wien mit dem "Ute-Bock-Preis für Zivilcourage" geehrt. Bierdel war 2004 angeklagt worden, nachdem er Flüchtlinge aus Seenot gerettet hatte. Die Situation der Bootsflüchtlinge und der Umgang mit ihnen seien ein Problem, dass nicht nur die Küsten- sondern alle EU-Länder betreffe, erklärte Bierdel und forderte eine innereuropäische Solidarität.
An den EU-Außengrenzen im Mittelmeerraum sterben jedes Jahr Tausende Flüchtlinge, die versuchen Europa mit Booten zu erreichen.
Auf diese Situation will der Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel mit Vorträgen hinweisen. Den aktuellsten Vortrag hielt Bierdel nun in der Grünen Bildungswerkstatt in Wulkaprodersdorf.
Bottsflüchtlinge (Bild: ORF)
Sie riskieren in Schlauchbooten und kleinen Fischerbooten ihr Leben: Die Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Ihre Motivation: der Traum von einem besseren und sicheren Leben. Aber Europa hat seine Grenzen mit Hilfe der EU-Grenzschutzagentur Frontex dicht gemacht.
Vorwurf: "Militärische Abwehrmaßnahmen"
Menschenrechtsorganisationen werfen Frontex aber "militärische Flüchtlingsabwehrmaßnahmen" vor. Eine Kritik, der sich auch der in Pinkafeld lebende Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel anschließt.
Elias Bierdel (Bild: ORF)
"Wir sehen, dass Menschen, die sich hierher auf den Weg machen, pauschal zur Bedrohung gemacht werde. Das ist sehr gefährlich. Deshalb ist dort eine Art Krieg im Gange, wo tatsächlich europäische Kriegssschiffe mit dem Auftrag auslaufen, Flüchtlingsboote abzudrängen oder sie in ihre Heimatstaaten zurückzubugsieren. Dabei sterben sehr viele Menschen", so Bierdel.
Innereuropäische Solidarität gefordert
Die Situation der Bootsflüchtlinge und der Umgang mit ihnen seien ein Problem, dass nicht nur die Küsten- sondern alle EU-Länder betreffe, erklärte Bierdel und forderte eine innereuropäische Solidarität.
2004 in den Schlagzeilen
Bierdel hatte Schlagzeilen gemacht, weil er 2004 mit dem Hilfsschiff "Cap Anamur" im Mittelmeer vor Italien Flüchtlinge aus der Seenot rettete und danach wegen Schlepperei angeklagt wurde.
Bierdel sieht in Causa Eberau zwei Seiten
Auch zur Debatte um das geplante Asyl-Erstaufnahmezentrum Eberau nahm der Menschenrechtsaktivist Stellung. "Ich bedauere immer, wenn dieser Geist um sich greift, der vorwiegend von Angst und Misstrauen bestimmt ist. Wenn Menschen mit Kriminellen pauschal gleichgesetzt werden, sträuben sich mir die Nackenhaare."
"Es geht um Menschen, die Schutz und Hilfe suchen, die wir ihnen vielleicht auch geben könnten. Ob das aber heißt, das eine Asylzentrum ausgerechnet in Eberau stehen muss - da bin ich skeptisch", sagte Bierdel.
Auszeichnung von SOS Mitmensch
SOS Mitmensch zeichnet Elias Bierdel für sein Engagement am 15. Jänner mit dem Ute-Bock-Preis für Zivilcourage aus.
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