3.12.2011, Salzburger Nachrichten
Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wäre der Blick aus Elias Bierdels Westberliner Kinderzimmerfenster nicht ausgerechnet auf ein Stück Eisernen Vorhang gefallen. Die Allgegenwart von Wachturm und Stacheldraht hinterließ ihre Spuren, die Abneigung gegen undurchlässige Grenzen prägt Bierdels Leben. Heute dokumentiert er mit dem Verein borderline-europe die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer und arbeitet als Experte für Border Management auf der Friedensburg Schlaining im Burgenland.
23.03.2011, Märkische Allgemeine
Lampedusa und Italien in Zeiten der Migration. Von Francesca Bertin und Elena Fontanari, borderline-europe
23.03.2011, Märkische Allgemeine
Die ehemalige Geschäftsführerin des Brandenburger Flüchtlingsrats Judith Gleitze (45) leitet das Büro Süditalien der Organisation Borderline-Europe. Mit ihr sprach Marina Mai über die Situation der Flüchtlinge auf der italienischen Insel Lampedusa.
15.02.2011, Deutschlandfunk
"Mit der alten Politik der Abschottung und der Heuchelei wird es so nicht weitergehen." Europa sei langfristig auf Zuwanderung angewiesen, so Elias Bierdel, Gründer der Organisation "borderline europe". Dafür bedürfe es einer gemeinsamen Einwanderungspolitik. Elias Bierdel im Gespräch mit Jasper Barenberg
14.02.2011, tagesschau.de
Das Flüchtlingsdrama auf der italienischen Insel Lampedusa ist als Abschreckung politisch gewollt, wie der Vorsitzende des Menschenrechtsvereins borderline-europe, Bierdel, meint. Im Interview mit tagesschau.de prangert er das Vorgehen der EU an und fordert ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik.
15.10.2010, Presseecho.de
Im Rahmen der diesjährigen ethecon Tagung am 20. November in Berlin erhält der Flüchtlings- und Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel/Österreich den Internationalen ethecon Blue Planet Award 2010. Die Laudatio hält die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.
Oktober 2010, ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie
ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie zeichnet Elias Bierdel für sein anhaltendes Engagement aus, das er erst bei Cap Anamur gezeigt hat und nun - trotz der Schwierigkeiten, die ihm das persönlich gebracht hat - bei borderline-europe und dem ÖSFK weiterhin zeigt.
30.05.2010, derStandard.at
Vergangenen Freitag wurde endgültig bestätigt, dass die Rettung von 37 afrikanischen Bootsflüchtlingen aus akuter Lebensgefahr durch das Schiff „Cap Anamamur" 2004 keine „Beihilfe zur illegalen Einreise" nach Italien - und somit in die EU - war. [...] Bierdel, der inzwischen am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining angehende UNO-Mitarbeiter für ihre Einsätze ausbildet, ist erleichtert. Aber er freut sich nicht.
Denn leider stellt dieser rechtsgültige Freispruch überhaupt nicht klar, dass Schiffsbesatzungen, die auf hoher See Flüchtlinge aus Schlauch- oder kleinen Fischerbooten an Deck holen, von nun an straffrei bleiben.
17.02.2010, Hannoversche Allgemeine
Früher war Stefan Schmidt der Kapitän eines Handelsschiffes. Dann heuerte er auf der „Cap Anamur“ an – und wurde so zu einem politischen Menschen. Jetzt war er zu Gast in Hannover.
15.01.2010, FM4 - ORF.at
Den Ute Bock Preis bekommt Elias Bierdel für seine Organisation Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen, mit der er auf das Massensterben an den europäischen Außengrenzen aufmerksam macht.
13.01.2010, Der Standard
Elias Bierdel: "Ich finde es etwa unglaublich, dass im Burgenland als einziger Region in der EU zur Abwehr von Flüchtlingen das Militär auf den Straßen patrouilliert." Am Freitag wird Elias Bierdel, der vor Gericht stand, weil er Flüchtlinge aus dem Meer rettete, der Ute-Bock-Preis verliehen. Mit Irene Brickner sprach der Wahlburgenländer über Eberau und die EU-Grenzabschottung.
11.12.2009, Deutschlandradio Kultur
Der ehemalige Kapitän des Rettungsschiffes Cap Anamur, Stefan Schmidt, wird mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille für besondere Zivilcourage ausgezeichnet. Zuvor stand er für die Rettung afrikanischer Bootsflüchtlinge vor Gericht.
19.11.2009, Deutsche Welle
Zweieinhalb Jahre Haft - so lautet das Urteil gegen zwei tunesische Fischer-Kapitäne. Gemeinsam mit ihren Besatzungen retteten die
beiden Seeleute vor mehr als zwei Jahren 44 Migranten vor dem
Ertrinken. Ein Urteil, das auf viel Unverständnis stößt: "Sie haben
das einzig Mögliche getan", sagt Elias Bierdel, Mitbegründer der
Organisation "borderline europe", die versucht, die zahlreichen
Todesfälle an den EU-Außengrenzen zu dokumentieren.
07.10.2009, taz.de
Freispruch für Elias Bierdel und Stefan Schmidt: So endet ein Prozess, der niemals hätte beginnen dürfen. Völlig abstrus war die Konstruktion der Anklage, die aus humanitären Helfern gewerbsmäßige Schlepper machte, um sie überhaupt verfolgen zu können, und peinlich dünn war die "Beweislage". Die meisten der Zeugen aus den italienischen Behörden mochten sich vor Gericht nicht erinnern - und wenn sie sich doch einmal erinnerten, bestätigten sie fast immer die Version Bierdels und Schmidts. Kommentar von Michael Braun.
07.10.2009, bmz.de
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul begrüßt den Freispruch für Elias Bierdel und den damaligen Kapitän der Cap Anamur:
"Das ist ein guter Tag für Elias Bierdel, für seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter und für alle, die sich in humanitären Fragen engagieren ..."
07.10.2009, tagesschau.de
Fünf Jahre nach der Rettung von 37 Bootsflüchtlingen im Mittelmeer ist der Ex-Chef der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, von einem italienischen Gericht freigesprochen worden. Die Richter im sizilianischen Agrigent sprachen auch den Kapitän des Schiffs "Cap Anamur II", Stefan Schmidt, frei. Die Männer waren wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung angeklagt worden. Die Urteilsbegründung wird erst in drei Wochen veröffentlicht.
07.10.2009, sueddeutsche.de
Freiheit statt vier Jahre Gefängnis: Ein sizilianisches Gericht spricht den ehemaligen Cap-Anamur-Vorsitzenden Elias Bierdel und seinen damaligen Kapitän Stefan Schmidt frei. Sie hatten 2004 vor der Italiens Küste 37 Flüchtlinge aus Seenot gerettet - der Grund für die Anklage wegen illegaler Einwanderung.
07.10.2009, tagesschau.de
Im Jahr 2004 rettete die Crew der Cap Anamur vor Italiens Küste afrikanische Flüchtlinge von einem sinkenden Boot. Im Hafen auf Sizilien wurden der Kapitän und der frühere Cap-Anamur-Chef verhaftet. Der Vorwurf: Beihilfe zur illegalen Einreise. Heute wird das Urteil gesprochen. Nach jahrelanger Verhandlung fällt nun heute das Urteil - Bierdel ist pessimistisch und rechnet damit, schuldig gesprochen zu werden: "Wir wissen, hier geht es noch um etwas ganz anderes: Hier ist auch einen politische Motivation dahinter", sagt er.
07.10.2009, Deutschlandfunk
Ex-"Cap Anamur"-Chef Bierdel rechnet mit Verurteilung wegen Rettung von Flüchtlingen - Vor fünf Jahren hatte die "Cap Anamur" 37 Afrikaner von einem überfüllten Schlauchboot gerettet und in Italien an Land gebracht. Heute soll das Urteil gegen Elias Bierdel und seinen damaligen Kapitän fallen: wegen Begünstigung illegaler Einwanderung. Bierdel steht bis heute zu seiner Entscheidung.
07.10.2009, ksta.de
Dass die italienische Justiz humanitäres Handeln, die Rettung von Schiffbrüchigen, als „Menschenhandel“ kriminalisiert, ist der eigentliche Skandal des Gerichtsverfahrens. Ein Kommentar von Peter Seidel.
07.10.2009, sueddeutsche.de
Der frühere Chef der Hilfsorganisation Cap Anamur und sein Kapitän haben Flüchtlinge vor Italien gerettet. Jetzt droht ihnen Haft - wegen Beihilfe zur illegalen Einreise.
06.10.2009,
Saarländische Online-Zeitung
Kundgebung und Mahnwache vor dem italienischen Generalkonsulat in Frankfurt - Anlässlich der erwarteten Urteilsverkündung im Cap Anamur Prozess rufen PRO ASYL und der Hessische Flüchtlingsrat heute um 11.00 Uhr zu einer Kundgebung und Mahnwache vor dem italienischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main auf. Unter dem Motto „Humanitäre Hilfe ist kein Verbrechen!“ werden symbolisch 37 Rettungsringe für die 37 Menschenleben ausgelegt, die die in Italien angeklagten Elias Bierdel und Stefan Schmidt gerettet haben. Das Urteil wird für kommenden Mittwoch, den 07. Oktober 2009, erwartet. Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre Haft und eine Strafe von jeweils 400.000 Euro.
06.10.2009,
Domradio
Elias Bierdel und zwei Mitangeklagte müssen sich wegen Begünstigung illegaler Einwanderung verantworten. Als erschwerenden Umstand sah die Staatsanwaltschaft an, dass die Rettungsaktion als Medienspektakel inszeniert worden sei. „Die Besatzung der Cap Anamur hat mit einer Reihe von Lügen versucht, den maximalen Werbeeffekt zu erreichen“, erklärte Italiens damaliger Innenminister Giuseppe Pisanu. Bierdel habe versucht, „das internationale Einwanderungsrecht zu brechen“. Er habe einen Präzedenzfall schaffen wollen, „der den Transport illegaler Einwanderer nach Europa erleichtert“.
29.09.2009, Zeit Online
Ein deutscher Kapitän steht in Italien vor Gericht. Er hat Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet und gilt nun als Schleuser. Das Urteil könnte andere Retter abschrecken. Stefan Schmidt fuhr 20 Jahre lang zur See. Der 67-jährige deutscher Kapitän kennt die große weite Welt: Westafrika, Südamerika, den Nahen Osten und den Orient. Nur Europa, das scheint er nicht zu kennen, das versteht er nicht. "Europa, was ist das überhaupt?", fragt er. Die EU, die existiere nur auf dem Papier, sie sei keine Solidargemeinschaft. Für den früheren Seemann ist Solidarität ein hohes Gut, gerade auf See. Seine Solidarität kann ihn nun für einige Jahre ins Gefängnis bringen.
25.09.2009, LN-online.de
Lübeck - Günter Grass hat im Rathaus seine Solidarität mit „Cap Anamur“- Kapitän Stefan Schmidt betont. Der wartet noch immer auf sein Urteil. Kapitän Stefan Schmidt hat einen schweren Gang vor sich. In knapp zwei Wochen, am 7. Oktober, soll ein Gericht im italienischen Agrigent das Urteil gegen ihn sprechen. Wenn es zum Schlimmsten kommt, die Richter den Forderungen der Staatsanwaltschaft folgen, wird Schmidt den Gerichtssaal nicht mehr als freier Mann verlassen, wird wegen „der bandenmäßigen Beihilfe zur illegaler Einreise“ vier Jahre in einem italienischen Gefängnis verbringen und 400 000 Euro Geldstrafe zahlen – weil er als Kapitän des Hilfsfrachters „Cap Anamur“ im Jahre 2004 37 afrikanische Flüchtlinge aus Seenot rettete.
25.09.2009, shz.de
"Cap Anamur"-Kapitän Stefan Schmidt rettete 37 Afrikaner vor dem Ertrinken und soll ins Gefängnis. Beobachter sprechen von einem "Skandal". Jetzt hat sich auch Nobelpreisträger Günter Grass eingeschaltet. Beinahe drei Jahre hat der Prozess um die Rettung von 37 schiffbrüchigen Afrikanern gedauert - in knapp zwei Wochen nun soll auf Sizilien das Urteil im Prozess gegen den Lübecker Kapitän Stefan Schmidt (67) und Elias Bierdel, den ehemaligen Chef der Hilfsorganisation Cap Anamur, gesprochen werden. In Italien drohen Schmidt und Bierdel Haft und vernichtende Geldstrafen.
Zu Hause wächst indessen die Solidarität: Günter Grass hat von der Bundesregierung eine "schützende Begleitung" für den deutschen Kapitän Schmidt gefordert.
20.07.2009, Deutschlandradio Kultur
Zum bevorstehenden Urteil gegen den Lübecker Kapitän der "Cap Anamur" - Die Hanseaten in der Ostseestadt Lübeck proben den Aufstand. Grund ist ein politischer Schauprozess gegen den Lübecker Kapitän Stefan Schmidt und seinen Kollegen Elias Bierdel. Schmidt hatte als Kapitän der "Kap Anamur" vor fünf Jahren 37 schwarzafrikanische Bootsflüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet.
Nach einem halben Jahrzehnt fordert die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent vier Jahre Haft ohne Bewährung und eine Geldstrafe von 400.000 Euro wegen Schlepperei. Der Vorwurf lautet: "Beihilfe zur illegalen Einreise in einem besonders schweren Fall". Am 21. Juli, also morgen, sollte das Urteil gesprochen werden, nun hat das Strafgericht die Verkündung auf den 7. Oktober verschoben.
18.07.2009, Lübecker Nachrichten
Lübeck - Der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt, der im Juli 2004 mit dem Schiff „Cap Anamur“ 37 Afrikaner aus einem überfüllten Schlauchboot rettete, erhält die Carl-von-Ossietzky-Medaille 2009 der Internationalen Liga für Menschenrechte. Er habe „außerordentliche Zivilcourage bewiesen und einen besonderen Beitrag zur Verwirklichung der Menschenrechte in Deutschland und der Europäischen Union geleistet“, begründete die Liga gestern in Berlin ihre Entscheidung. Die Ossietzky-Medaille wird seit 1962 vergeben. Die Verleihung ist für den 13. Dezember im Berliner Haus der Kulturen der Welt vorgesehen.
30.06.2009, Telepolis
Die Staatsanwaltschaft in Sizilien fordert drakonische Strafen für Elias Bierdel und Stefan Schmidt, Kritiker fürchten einen Präzedenzfall. Elias Bierdel und Stefan Schmidt retteten 2004 mit der Cap Anamur 37 afrikanische Flüchtlinge aus dem Meer – und vor dem sicheren Tod. Die Bilder gingen damals um die Welt. 22 Tage lang ließen die griechischen und italienischen Behörden das Schiff nicht anlanden, man verweigerte den Menschen die Aufnahme. Bierdel holte Pressevertreter an Bord, um die Geschehnisse zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 2007 wurde ihm der Georg-Elser-Preis für Zivilcourage verliehen. Seit der Aktion stehen Bierdel und Schmidt in Sizilien vor Gericht. Der Prozess scheint im Juli zu einem Ende zu kommen…
03.06.2009, ksta.de
Das ursprünglich für Mittwoch erwartete Urteil zur umstrittenen Rettungsaktion der „Cap Anamur“ vor fünf Jahren ist nach italienischen Medienberichten verschoben worden. Es geht um Beihilfe zur illegalen Einwanderung in einem besonders schweren Fall.
03.06.2009, FR-online.de
Als Santo Fornasier die Strafforderung verkünden soll, steht er auf und verlässt den Gerichtssaal. Dem Staatsanwalt im Prozess um das Flüchtlingsdrama auf der Cap Anamur geht die Sache zu sehr ans Gemüt. Draußen auf den Fluren im sizilianischen Agrigent soll der Chefankläger in Tränen ausgebrochen sein. Drinnen fordert derweil seine Kollegin vier Jahre Haft und 400 000 Euro Geldstrafe für den früheren Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel und Kapitän Stefan Schmidt. Ihr "Verbrechen": Sie hatten im Juli vor fünf Jahren 37 afrikanische Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer gefischt und nach einer Odyssee gegen den Willen Roms auf Sizilien abgesetzt. Der Vorwurf wiegt schwer: Beihilfe zur illegalen Einreise.
03.06.2009, ksta.de
Vor fünf Jahren fischte das Schiff Cap Anamur 37 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer - die Helfer stehen vor Gericht. Der Prozess in Italien stellt einen Präzedenzfall dar. Menschenrechtler fürchten eine Kriminalisierung der Flüchtlingshilfe.
03.06.2009, Deutschlandfunk
Karl Kopp, Europareferent der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl, hält die Anklage gegen den früheren Cap-Anamur-Chefs Elias Bierdel in Italien für abwegig. Bierdel habe das Leben von 37 afrikanischen Flüchtlingen gerettet. Der Prozess zeige, dass sich Europa auch weiterhin wie eine Festung verhalte und man die Augen vor dem Schicksal der Bootsflüchtlinge verschließe.
03.06.2009, FinanzNachrichten.de
Wo die Freizügigkeit endet, zeigt Europa sein hässliches Gesicht. Zu sehen bekommen es die Hunderte, die jedes Jahr bei dem Versuch sterben, ein EU-Land zu erreichen, die Tausende, die jedes Jahr abgeschoben werden; und zu sehen bekommen es auch Menschen wie Elias Bierdel, ehemaliger Vorsitzender der Hilfsorganisation "Cap Anamur", und Stefan Schmidt, der Kapitän, der mit dem Schiff "Cap Anamur II" vor fünf Jahren im Mittelmeer 37 Menschen aus Seenot rettete. Diesen beiden Männern drohen in Italien nicht weniger als vier Jahre Gefängnis und 400 000 Euro Geldstrafe - wegen "Beihilfe zur illegalen Einwanderung".
31.05.2009, Der Tagesspiegel
Ex-Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel hat 2004 Flüchtlinge aus Seenot gerettet und musste in Italien vor Gericht. Das Urteil könnte bereits am kommenden Mittwoch fallen. Und sollten die Angeklagten schuldig gesprochen werden, dann wird das nicht nur die europäische Welt beschäftigen. Es geht um eine entscheidende Frage: Wo liegen die Grenzen der humanitären Hilfe?
31.05.2009, Lübecker Nachrichten
Lübeck - Der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt rettete das Leben von 37 Bootsflüchtlingen. Jetzt entscheidet ein Gericht in Italien, ob er ein illegaler Schleuser ist.
21.05.2009, Österreichischer Rundfunk
Der Journalist Elias Bierdel hat in Oberpullendorf über die verzweifelten Fluchtversuche von Menschen aus Afrika nach Europa berichtet. Der Berliner lebt nun in Pinkafeld, er wurde selbst zum Lebensretter von Flüchtlingen.
25.04.2009, shz.de
"Absurd" findet der Lübecker Ex-Kapitän der "Cap Anamur" den Prozess gegen ihn. Dass er 37 Flüchtlinge vor dem Ertrinken rettete, droht ihm in Italien zum Verhängnis zu werden. Je vier Jahre Haft und 400.000 Euro Geldstrafe - das fordert die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen den Ex-Kapitän der "Cap Anamur", den Lübecker Stefan Schmidt, und den damaligen Chef der Hilfsorganisation, Andreas Bierdel. "Wir sind wie vor den Kopf gestoßen", sagte Schmidt gestern und meinte damit neben dem Strafmaß auch den Verlauf der Verhandlung im italienischen Agrigent. Beobachter sprechen von einem Skandal.
24.04.2009, taz.de
Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft für die früheren Chefs der Cap Anamur, weil sie bei der Rettung Schiffbrüchiger angeblich finanzielle Interessen gehabt hätten. VON MICHAEL BRAUN
17.04.2009, shz.de
Der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt, einst Chef der "Cap Anamur", muss sich seit zwei Jahren vor Gericht rechtfertigen. Nächster Termin: Der 22. April. Menschen in Seenot werden gerettet - für Stefan Schmidt, den ehemaligen Kapitän des Lübecker Frachters "Cap Anamur", ist das eine klare Sache. Er selbst hat vor knapp fünf Jahren 37 afrikanische Flüchtlinge vor dem sicheren Tod gerettet. Dafür steht er in Italien seit zwei Jahren wegen "Schlepperei" in einem Prozess vor Gericht, der wenig Substanz hat, aber viel Geld kostet.
01.04.2009, Kölner Stadt-Anzeiger, Seite 2
Interview mit Elias Bierdel von "borderline europe": "Regierungen neigen dazu, die tödlichen Folgen der Abschottungspolitik eher nicht öffentlich werden zu lassen (...) Umso wichtiger ist es, daß sich die Medien verstärkt dieser dramatischen Entwicklung zuwenden. Die Antwort kann ja nicht auf Dauer darin liegen, dass EU-Grenzschützer die Flüchtlingsboote auf hoher See `zur Umkehr bewegen`, wie das verharmlosend heißt."
01.04.2009, Deutschlandfunk
Jedes Jahr sterben tausende Menschen beim Versuch, in die Europäische Union zu gelangen. Man könne diesen "gewaltigen Menschenrechtsskandal" nicht weiterhin ignorieren, sagte der Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation "Borderline Europe", Elias Bierdel.
26.3.2009, Vorwärts
Stefan Schmidt war Kapitän der »Cap Anamur«, als das Hilfsgüter-Schiff 2004 im Mittelmeer afrikanische Flüchtlinge vor dem Ertrinken rettete. Zwei Wochen schipperte es vor Sizilien, bis die italienischen Behörden die Flüchtlinge an Land ließen. Sie verhafteten Schmidt und klagten ihn der Schlepperei an. In diesem Jahr soll der Prozess endlich zu Ende gehen. Ausgang ungewiss.
26.03.2009, gea.de, Reutlinger General-Anzeiger
München, Aachen und Kiel haben sich entschieden. Ihre Gemeinderäte sind darin übereingekommen, sich im Rahmen der Aktion »Save Me - eine Stadt sagt ja« für die Belange von Flüchtlingen stark zu machen. Im Blick haben sie dabei derzeit speziell die Angehörigen religiöser Minderheiten aus dem Irak, die in syrischen oder jordanischen Auffanglagern unter widrigsten Bedingungen festsitzen und nun auf Geheiß der EU-Innenminister in die Sicherheit Europas gebracht werden sollen.
14.02.2009, Hamburger Abendblatt
Er war Kapitän des deutschen Rettungsschiffs "Cap Anamur" und ist seit zwei Jahren ein Fall für die italienische Justiz: Stefan Schmidt (67), angeklagt der "Beihilfe zur illegalen Einreise in einem besonders schweren Fall". Auslöser war die Rettung von 37 afrikanischen Bootsflüchtlingen vor dem Tod - eine Aktion, die mit ihren Folgen 2004 für weltweites Aufsehen sorgte.
03.02.2009, Bayerischer Rundfunk
Judith Gleitze von der NGO Borderline Europe war im Sommer 2008 auf der italienischen Insel, um zu prüfen, ob die Flüchtlinge korrekt behandelt werden. "Schon damals gab es nicht genügend Betten, viele mussten unter freiem Himmel schlafen", sagt sie.
18.01.2009, Schleswig Holstein am Sonntag
Der Lübecker Stefan Schmidt rettete 37 afrikanische Flüchtlinge vor dem sicheren Tod: Aus diesem Grund ist der damalige Kapitän des Rettungsschiffes "Cap Anamur" auf Sizilien der Schlepperei angeklagt. Wird Schmidt verurteilt, drohen ihm zwölf Jahre Haft.
01.01.2009, KN-Online, Kieler Nachrichten
Weil er vor vier Jahren afrikanische Flüchtlinge an Bord nahm, wurde Stefan Schmidt, Kapitän der "Cap Anamur", in Italien wegen Schleuserei angeklagt. Der Prozess gegen den Lübecker läuft noch immer.
Von Nathalie Klüver
30.10.2008, AZ, Ahlener Zeitung
Lüdinghausen. „Was können wir denn nur machen?“, fragte eine verzweifelte Zuhörerin Andreas Bierdel. Der Journalist und frühere Vorsitzende der Hilfsorganisation Cap Anamur hatte aufgerüttelt. Fast zwei Stunden hatte er im Evangelischen Gemeindezentrum über erschütternde Flüchtlingsschicksale an den Grenzen Europas berichtet. Von Josef Kersting
04/05.10.2008, MAZ
Der gestrige "Tag der Deutschen Einheit" war auch der diesjährige "Tag des Flüchtlings". Ausdiesem Anlass brannten ander Glienicker Brücke insgesamt 1861 Kerzen.
Von Marina Mai
04.10.2008, Potsdamer Neueste Nachrichten
Am gestrigen "Tag des Flüchtlings" versammelten sich 100 Potsdamer an der Glienicker Brücke. 1861 Kerzen für 1861 Tote: So viele Menschen sind laut der Zählung des Internet-Blogs "Fortress-europe" - Festung Europa - im vergangenen Jahr auf dem Weg in die Europäische Union umgekommen: in Containern von Lastschiffen, unter Zügen im Ärmelkanal-Tunnel, in Schlauchbooten auf dem Mittelmeer oder in den Gebirgen im Grenzgebiet zwischen Griechenland und Türkei. Für jeden der gestorbenen Flüchtlinge wurde gestern Abend an der Glienicker Brücke eine Kerze entzündet. Am Ende leuchtete dort der Schriftzug "Stoppt das Sterben".
Von Jana Haase
28.08.2008, Radio Vatikan
Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer hält an. Vor Malta sind gestern mindestens 70 Afrikaner ertrunken, als ihr Schlauchboot mit Wasser vollief. Auch auf Lampedusa, der kleinen Mittelmeerinsel zwischen Tunesien und Sizilien, stranden jeden Tag weitere Migranten .unter ihnen immer mehr Frauen und Kinder. Radio Vatikan sprach mit dem italienische Journalisten und Menschenrechtler Gabriele del Grande, Autor des Buches "Mamadous Fahrt in den Tod".
11.08.2008, Hamburger Morgenpost, mopo.de
Ein deutsches Hilfsschiff rettet 37 afrikanische Flüchtlinge aus Seenot - und kreuzt anschließend tagelang vor der italienischen Küste, weil kein Hafen bereit ist, Retter und Gerettete an Land zu lassen. Das Drama der "Cap Anamur" spielte sich im Juni 2004 ab - vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Vier Jahre später, die Welt hat sich längst anderen Problemen zugewandt, steht der damalige Kapitän Stefan Schmidt (66) aus Lübeck immer noch als Angeklagter vor einem sizilianischen Gericht: wegen Menschenschleuserei!
21.07.2008, TELEPOLIS
Wenn Schäuble nur die Schleuser für Flüchtlingselend verantwortlich macht und mehr Frontex empfiehlt, gibt es für Pro Asyl einiges klarzustellen. [...] Karl Kopp: Die Cap-Anamur-Crew hat im Sommer 2004 durch mutiges Handeln 37 Menschen aus Seenot gerettet und ihr Überleben ermöglicht. Kapitän Schmidt sitzt wie Elias Bierdel für eine zutiefst humanitäre Tat auf der Anklagebank. Diese Anklage hätte nie erhoben werden dürfen. Der Prozess dient einzig und alleine ein politisches Exempel zu statuieren.
03.07.2008, ZEIT online
Im Rahmen des "open-school"-Projekts schilderte Stefan Schmidt, ehemaliger Kapitän der "Cap Anamur", vor Hamburger Schülern die Situation von Flüchtlingen im Mittelmeer. ZEIT-Autorin Mona Hope berichtet über den hautnahen Unterricht des Seemanns, der Mitbegründer von "borderline-europe" ist.
30.05.2008, WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN
Gronau. Unfassbares menschliches Leid spielt sich tagtäglich an den äußeren Rändern Europas ab. Griechenland, Italien, Malta, die Kanarischen Inseln sind Schauplatz von tragischen Schicksalen, die noch nicht einmal unsichtbar bleiben und dennoch weitestgehend in den Medien verschwiegen werden. Journalist und Menschenrechtler Elias Bierdel erzählte am Mittwochabend auf Einladung der Caritas-Flüchtlingsberatung, des Arbeitskreises Asyl und des Evangelischen Sozialseminars im Walter-Thiemann-Haus vom "Sterben an den EU-Außengrenzen".
12.02.2008, NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Es war eine spektakuläre Rettungsaktion. Am 20. Juni 2004 nahm die «Cap Anamur«, das Schiff der gleichnamigen Hilfsorganisation, vor der italienischen Insel Lampedusa 37 Schiffbrüchige an Bord zumeist Afrikaner, die sich mit einem Schlauchboot aufgemacht hatten und in Seenot geraten waren.
25.01.2008, Evangelischer Pressedienst
Die Europäische Union bekämpft nach Einschätzung von Experten die illegalen Flüchtlinge an ihren Grenzen immer mehr mit militärischen Mitteln. Jährlich kämen deshalb über 1.000 Menschen in den Meeren "vor der Festung Europa" zu Tode, kritisierte der italienische Journalist und Buchautor Gabriele del Grande bei der Präsentation seines Erstlings "Mamadous Fahrt in den Tod. Die Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer" in Stuttgart.
20.12.2007, Süddeutsche Zeitung
Prozess in Italien gegen Ex-Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel wegen Schlepperei dauert nun schon länger als ein Jahr.
Rom - Für Elias Bierdel steht das Urteil fest. "Es ist klar, dass am Ende ein Freispruch herauskommt", sagt der frühere Chef der Cap Anamur. Schließlich habe die italienische Justiz nichts gegen ihn in der Hand. Dennoch habe er den Eindruck, "dass die unseren Prozess auf eine unerträglich lange Bank schieben wollen. Die möchten an uns ein Exempel statuieren." Den Italienern gehe es darum, Schiffe im Mittelmeer davor abzuschrecken, Flüchtlinge aufzunehmen. DereRettung sei derart unerwünscht, "dass man lieber den Tod dieser Menschen in Kauf nimmt". VON STEFAN ULRICH
17.12.2007, taz
Nach einem Jahr hat Stefan Schmidt, Kapitän der "Cap Anamur", endlich das Wort im Schleuserprozes. Er ist als Schlepper angeklagt, weil er 37 Afrikaner vor der Küste Italiens rettete. "Gelassen?" Stefan Schmidt zuckt mit den Schultern. "Ich finde es positiv, dass ich endlich aussagen kann, nach über einem Jahr Prozessdauer. Aber gelassen kann ich einfach nicht sein, schließlich ist das kein juristischer, sondern ein politischer Prozess." VON MICHAEL BRAUN
29.11.2007, Pegnitz Zeitung
RÖTHENBACH - Noch bis zum 30. November ist in der kleinen Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Röthenbach die Ausstellung "Die Flucht nach Europa" zu sehen. Sie zeigt Fotos einer brutalen und nicht selten tödlichen Flüchtlingsabwehr an den europäischen Außengrenzen.
20.11.2007, Heidenheimer Zeitung
(auf www.georg-elser-arbeitskreis.de)
In der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg ist Elias Bierdel (47), der vor drei Jahren mit dem Hilfsschiff "Cap Anamur" 37 afrikanische Flüchtlinge in Sizilien an Land gebracht hatte, mit dem mit 5000 Euro dotierten Georg-Elser-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden.
10./11.11.2007, Süddeutsche Zeitung, S.6
(auf www.georg-elser-arbeitskreis.de)
Berlin - Für "besondere Zivilcourage und unerschrockenes Handeln gegen die herrschende Staatsgewalt" ist Elias Bierdel mit dem Georg-Elser-Preis ausgezeichnet worden. Bierdel war 2004 an einer politisch umstrittenen Rettungsaktion schiffbrüchiger afrikanischer Bootsflüchtlinge beteiligt. In Italien ist er deswegen seit einem Jahr der Beihilfe zur illegalen Einwanderung angeklagt. In einigen Medien war Bierdel zudem eine Inszenierung mit Flüchtlingen vorgeworfen worden. Der frühere Geschäftsführer der Hilfsorganisation Cap Anamur erhielt den mit 5000 Euro dotierten Preis am Donnerstagabend in Berlin. Benannt sind Preis und Initiative nach dem Hitler-Attentäter Georg Elser (1903-1945). Heribert Pranti von der Süddeutschen Zeitung sagte in seiner Laudatio, die Aktion Bierdels sei "ein Akt der Humanität" gewesen. rpr
12.11.2007, Junge Welt
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Asyl in der Kirche, Pro Asyl, borderline europe und der Migrationsbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz haben von Donnerstag bis Samstag in Berlin eine Konferenz mit 80 Teilnehmern der Kirchenasylbewegung durchgeführt. Der ehemalige Cap-Anamur-Vorsitzende Elias Bierdel erhielt den Georg-Elser-Preis für die Rettung von 37 Flüchtlingen vor der italienischen Küste im Juni 2004.
10.11.2007, Telepolis
Interview mit dem Menschenrechtler Elias Bierdel, der zusammen mit Pro Asyl dokumentierte, wie die EU geltendes Völkerrecht missachtet.
Der Kölner Journalist und Buchautor Elias Bierdel erhielt am 8. November den Georg-Elser-Preis für sein Engagement für Flüchtlingsrechte. Im Juni hatte Bierdel die Organisation Borderline Europe mitbegründet, die auf das Massensterben von Flüchtlingen an den europäischen Außengrenzen aufmerksam machen will. Im Sommer nahm er an einer von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl initiierten Recherchereise nach Griechenland teil. Er gehört zu den Autoren der Reisedokumentation, die Ende Oktober veröffentlicht wurde.
29.09.2007, Schwäbisches Tagblatt
Elias Bierdel berichtete im Nepomuk über Europas tödliche Grenze.
Während an Europas Grenzen tausende Menschen sterben, muss sich der ehemalige Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel in Sizilien vor Gericht verantworten.
28.09.2007, Landshuter Zeitung
Vortrag von Journalist Elias Bierdel über Menschenrechtsverletzungen.
Restlos gefüllt war das Foyer des "kleinen Theaters" am Mittwoch Abend. Elias Bierdel, Journalist und ehemaliger Chef der "Cap Anamur", äußerte sich zufrieden über das große Interesse an seinem Thema, welches dem humanitären Selbstverständnis der Staaten Europas vehement widerspreche: Es gehe um die tödlichen Konsequenzen der europäischen Abschottung nach außen.
27.09.2007, Frankfurter Rundschau online
Websites, die kontinuierlich das Thema bearbeiten und, vor allem, das kaum kontrollierbare Treiben von Frontex beobachten, sind rar. Das einige Jahre lang sehr rege noborder.network hat seine Aktivität 2004 eingestellt. Picum.org nimmt sich in englischer, französischer und niederländischer Sprache vor allem der "Sans Papiers", der rechtlosen Arbeitsmigranten ohne Papiere an. Die italienische Site meltingpot.org informiert umfassend in sieben Sprachen (nicht auf Deutsch) über Arbeitsmigration und Elendsflüchtlinge weltweit. Noch nicht lange gibt es ein deutschsprachiges Portal für das Recht der Rechtlosen: borderline-europe, betrieben vom Cap Anamur-Aktivisten Elias Bierdel, professionell redigiert, mit täglich neuen Berichten über die Unmenschlichkeit an den Grenzen Europas, mit zahlreichen Hintergrundinformationen [...]
16.08.2007, Lübecker Nachrichten
Ruhe. Ruhe ist das richtige Wort, um die Umgebung Stefan Schmidts und ihn selbst zu beschreiben. Vor drei Jahren war das alles noch anders. Turbulent war da sein Leben. "Die aufregendste Zeit überhaupt", sagt er.
Seither sitzt der ehemalige Kapitän der "Cap Anamur" auf dem Trockenen. In Lübeck wartet er noch immer auf das Ende des Prozesses im sizilianischen Agrigent.
2004 kam der Lübecker in die Schlagzeilen, nachdem er 37 afrikanische Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet, auf dem Hilfsschiff aufgenommen und nach zehntägiger Odyssee unerlaubt in Porto Emedocle an Land gebracht hatte. Eine folgenreiche Entscheidung. Die italienische Justiz wirft ihm und Elias Bierdel, damaliger Vorsitzender der Hilfsorganisation "Cap Anamur", Schlepperei vor. Noch immer stehen beide in Italien vor Gericht.
29.07.2007, TELEPOLIS
Die im Juni 2007 gegründete Organisation Borderline Europe lenkt den Blick auf die Flüchtlingsproblematik an den europäischen Grenzen. Allein im Jahr 2006 sind nach verschiedenen Schätzungen mehrere tausend Menschen bei dem Versuch, nach Europa einzuwandern, gestorben. Oftmals sind es Tote ohne Namen, deren Leichen nie geborgen werden. Für viele Flüchtlinge aus Ländern der Dritten Welt wird Europa zur unerklimmbaren Festung. Diese Problematik, die seit den späten achtziger Jahren zunehmend dramatischer wird, scheint für Politik und Medien allenfalls eine Nebenrolle zu spielen. Nicht zuletzt deshalb gründete Elias Bierdel, der seit November 2006 nach der von ihm koordinierten dramatischen Rettungsaktion der Cap Anamur in Italien vor Gericht steht, nun die Organisation Borderline Europe, die auf das Massensterben vor den europäischen Küsten aufmerksam machen will.
20.06.2007, taz
Am Mittwoch ist UNO-Weltflüchtlingstag. Der Verein "borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen" nimmt dies zum Anlass, sich erstmals öffentlich zu präsentieren. Er will zukünftig auf das Drama der Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU aufmerksam machen und aufklären. Vor allem die Fluchtwege über das Mittelmeer und den Atlantik werden für Tausende von Flüchtlingen aus Afrika und Asien zur tödlichen Falle.
19.06.2007, Deutschlandradio Kultur
Der ehemalige Vorsitzende der Hilfsorganisation "Komitee Cap Anamur", Elias Bierdel, hat die Politiker der Europäischen Union zu konkreteren Schritten gegen das Massensterben von Bootsflüchtlingen aufgefordert. Besonders die großen Mitgliedsländer der EU zeigten in dieser Flüchtlingsfrage ein Verhalten, das ihren eigenen Regeln "Hohn spreche", sagte Bierdel im Deutschlandradio Kultur.
10.05.2007, taz
Die Zahl der Flüchtlinge steigt stetig. Viele Menschen fliehen über das Meer - und geraten dabei in Seenot. In Schleswig-Holstein wurde darüber diskutiert, wie Reeder und Kapitäne helfen können.
26.04.2007, DIE FURCHE, Die österreichische Wochenzeitung
Elias Bierdel und zwei weitere Angeklagte werden der Schlepperei und organisierten Kriminalität beschuldigt, weil sie 37 Flüchtlinge aus Seenot gerettet und in einen sicheren Hafen gebracht haben. Als Strafe drohen zwölf Jahre Gefängnis, erfährt die FURCHE beim Prozess auf Sizilien.
02.04.2007, Deutschlandradio Kultur
Der Journalist und ehemalige Leiter der Flüchtlingshilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, hat die europäische Grenzschutzagentur Frontex scharf kritisiert. Bierdel bezeichnete im Deutschlandradio Kultur das Konzept zur Sicherung der EU-Außengrenzen als eine "Militarisierung der Flüchtlingsabwehr". Die Bundesregierung fungiere als Motor dieser Entwicklung, so Bierdel. Er bezog sich damit auf Äußerungen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Verteidigung Deutschlands gegen illegale Einwanderung.
21.03.2007, Der Standard, Wien
Der ehemalige Cap-Anamur-Leiter, Elias Bierdel, im derStandard.at- Interview - Er steht in Italien wegen der Rettung Schiffbrüchiger vor Gericht.
Januar 2007, fiftyfifty - Das Straßenmagazin
Am Sonntag, den 20. Juni 2004, sichtet die Besatzung der "Cap Anamur" in den Gewässern zwischen Tunesien, Libyen und Italien gegen Abend ein gelbes Schlauchboot. 37 erschöpfte Afrikaner sitzen darin, das Boot verliert Luft, der Motor qualmt, das Trinkwasser ist alle. Bis Lampedusa, der südlichsten italienischen Insel, sind es rund 180 Kilometer, bist Malta fast doppelt so viel. Die Schiffbrüchigen erklären, sie kämen aus dem Bürgerkriegsland Sudan, und flehen darum, an Bord genommen zu werden. So geschieht es dann auch - eine Selbstverständlichkeit für Kapitän Stefan Schmidt und seine engagierte Crew.
14.12.2006, Kanaren Nachrichten
Mehr als 30.000 Flüchtlinge sind dieses Jahr alleine auf den Kanarischen Inseln angekommen. 3.000 Menschen sollen im gleichen Zeitraum beim Fluchtversuch im Atlantik ertrunken sein. Auch im Mittelmeer riskieren bei der gefährlichen Überfahrt jedes Jahr tausende Flüchtlinge ihr Leben. Knapp eine Woche nachdem man in Tripolis zwei Tage lang über Einwanderung und Entwicklung debattiert hatte, wurde in Italien gegen Elias Bierdel, ehemaliger Vorsitzender der Hilfsorganisation Cap Anamur, ein Prozeß eröffnet.
11.12.2006, Österreichischer Rundfunk, Ö1
Vor zwei Jahren ging ein maritimes Flüchtlingsdrama um die Welt: Das humanitäre Hilfsschiff Cap Anamur birgt auf offener See 37 schiffbrüchige Flüchtlinge aus Afrika und löst damit eine europaweite politische Krise aus. Nun muss sich der Leiter der damaligen Rettungsaktion in Süditalien wegen Schlepperei verantworten.
06.12.2006, Jungle World
Es ist ruhig und sonnig im sizilianischen Hafen von Porto Empedocle. Die Saison ist zu Ende. Im Winter ist nicht damit zu rechnen, dass Migranten aus Afrika auf kleinen, motorisierten Schlauchbooten vor der Küste auftauchen. Von der Aufregung, die jeden Sommer die Inszenierung solcher »Flüchtlingstragödien« begleitet, ist nichts zu spüren. Auch der Trubel um die Cap Anamur scheint völlig vergessen.
29.11.2006, Südtirol Online
Mehr als 20 Menschenrechtsorganisationen aus Österreich, Deutschland und Italien haben in einer gemeinsamen Erklärung gegen den Prozess gegen die Crew der „Cap Anamur“ protestiert. „Humanitäre Hilfe für Menschen in Not ist keine Straftat“, heißt es in dem Schreiben, das auch von der Österreichischen NGO Asyl in Not unterzeichnet wurde.
28.11.2006, taz
Was der Cap-Anamur-Prozess über Europas Flüchtlingspolitik sagt
Früher mal hätte es dafür Auszeichnungen gegeben: Da rettet die Besatzung eines deutschen Schiffes drei Dutzend Menschen aus dem Meer und bringt sie in einen sicheren Hafen. Heute dagegen gibt es für eine solche Tat eine ganz andere Quittung: einen Strafprozess.
Ein Kommentar von Michael Braun
28.11.2006, taz
Der Ex-Cap-Anamur-Chef Bierdel rechnet mit jahrelangem Verfahren, "während tausende auf dem Meer sterben". Interview mit Elias Bierdel von Michael Braun
28.11.2006, tagesschau.de
Mehr als zwei Jahre nach einer umstrittenen Rettungsaktion im Mittelmeer hat in der sizilianischen Stadt Agrigent der Prozess gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, begonnen. Die italienischen Behörden werfen ihm und zwei Mitangeklagten Beihilfe zur illegalen Einwanderung vor.
28.11.2006, Die Welt
Ein italienische Staatsanwaltschaft wirft dem 46-Jährigen ehemaligen Cap-Ananmur-Chef Elias Bierdel Beihilfe zur illegalen Einwanderung im besonders schweren Fall vor. Bierdel drohen bis zu zwölf Jahre Gefängnis.
28.11.2006, taz
Bis zu zwölf Jahre Haft drohen dem früheren Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel in dem gestern eröffneten Prozess im sizilianischen Agrigent. Er bildet das juristische Nachspiel zu dem Flüchtlingsdrama vom Sommer 2004.
28.11.2006, Hamburger Abendblatt
Es war eine der spektakulärsten Rettungsaktionen im Mittelmeer: Tagelang trieben die 37 Afrikaner auf einem Schlauchboot vor der italienischen Insel Lampedusa, bis sie von dem deutschen Containerschiff "Cap Anamur" geborgen wurden. Doch anstatt Hoffnung befiel die Afrikaner Verzweiflung. Nach der Rettung musste die "Cap Anamur" zwei Wochen lang die sizilianische Küste auf und ab fahren. Die italienischen Behörden hatten dem Schiff die Einfahrt in den Hafen Porto Empedocle verweigert.
27.11.2006, Deutschlandfunk
Anfang der 40er Jahre arbeitete in Marseille, im damals noch unbesetzten Teil Frankreichs, eine kleine amerikanische Hilfsorganisation. Sie hatte sich zur Aufgabe gemacht, von der Verfolgung bedrohte, prominente Nazi-Gegner mit falschen Papieren über Spanien nach Portugal zu schleusen. Von dort ging es dann weiter nach Nord- und Mittelamerika.
27.11.2006, HNA.de
Die Eröffnung der Verhandlung sei ein Skandal. Mit diesen und ähnlichen Worten kommentierten rund 20 Menschenrechtsorganisationen in Deutschland sowie der italienische Flüchtlingsrat den Prozess gegen "Cap Anamur" auf Sizilien. Die Staatsanwaltschaft wirft Elias Bierdel, dem ehemaligen Vorsitzenden der Hilfsorganisation und zwei weiteren Mitangeklagten Beihilfe zur illegalen Einwanderung in einem besonders schweren Fall vor.
27.11.2006, Stern
Vor zwei Jahren hat der ehemalige Vorsitzende einer Hilfsaktion, Elias Bierdel, 37 Afrikaner aus Seenot vor Sizilien gerettet. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Bierdel hatte auf Freispruch gehofft.
27.11.2006, FAZ
Mehr als zwei Jahre nach einer umstrittenen Rettungsaktion im Mittelmeer hat am Montag in Agrigent auf Sizilien der Prozeß gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und zwei Mitangeklagten Beihilfe zur illegalen Einwanderung in einem besonders schweren Fall vor. Der Prozeß, der am 11. Dezember mit ersten Zeugenvernehmungen fortgesetzt wird, könnte mehrere Jahre dauern, hieß es nach dem ersten Verhandlungstag.
27.11.2006, Süddeutsche Zeitung
Zwei Jahre nach einer umstrittenen Rettungsaktion im steht der Ex-Chef der Hilfsorganisation, Elias Bierdel, vor Gericht. Für die einen "ein Skandal", für andere die Quittung einer medienwirksamen Inszenierung.
27.11.2006, Die Zeit
Der frühere Chef der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, muss sich vor einem Gericht im süditalienischen Agrigent wegen der angeblichen Begünstigung illegaler Einreise verantworten.
27.11.2006, Deutschlandradio
Unter der Leitung von Elias Bierdel manövrierte sich die "Cap Anamur" im Sommer 2004 in eine schwierige Lage. Das Schiff hatte 37 Afrikaner aus dem Mittelmeer geborgen und war unter Missachtung der behördlichen Auflagen in einen sizilianischen Hafen eingelaufen. Elias Bierdel und zwei Mitangeklagte müssen sich ab heute auf Sizilien vor Gericht dem Vorwurf stellen, Beihilfe zur illegalen Einwanderung geleistet zu haben. Vor dem Prozessauftakt blickt Karl Hoffmann auf die Rettungsaktion im Mittelmeer zurück.
27.11.2006, WDR 2
Über zwei Jahre nach einer umstrittenen Rettungsaktion im Mittelmeer muss sich der ehemalige Vorsitzende der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, vor einem Gericht auf Sizilien verantworten.
27.11.2006, ngo-online, Internetzeitung für Deutschland
Im italienischen Agrigento begann am Montag der Prozess gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel und zwei seiner Mitarbeiter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer vor zwei Jahren, die Behörden erpresst und Beihilfe zur illegalen Einwanderung geleistet zu haben. Im Juni 2004 rettete die Crew des Schiffes "Cap Anamur" 37 Menschen aus Seenot und steuerte mit ihnen, entgegen einem Verbot der Behörden, einen italienischen Hafen an.
27.11.2006, Neue Züricher Zeitung
Im sizilianischen Agrigent hat der Prozess gegen drei Besatzungsmitglieder des Flüchtlingsschiffs «Cap Anamur» begonnen. Der Vorwurf lautet auf Schlepperei in besonders schwerem Masse. Die Flüchtlingsorganisation bestreitet die Anschuldigungen.
26/27.11.2006, Lübecker Nachrichten
Morgen beginnt in Italien der Prozess gegen den ehemaligen Kapitän der „Cap Anamur“, den Lübecker Stefan Schmidt, sowie den Ex-Vorsitzenden der Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel. Ihnen drohen bis zu zwölf Jahre Haft. „Ich akzeptiere nur einen Freispruch.
Selbst wenn ich zu einer nur symbolischen Strafe verurteilt werden sollte, werde ich in
Berufung gehen“, sagt Stefan Schmidt. Ihm, Elias Bierdel und dem ersten Offizier der Cap Anamur, Vladimir Daschkewitsch, wird bandenmäßig betriebene illegale
Einschleusung afrikanischer Flüchtlinge nach Italien vorgeworfen.
26.11.2006, titel thesen temperamente, ARD
Ein Mann triumphiert. Elias Bierdel hat mit dem Schiff „Cap Anamur“ schiffbrüchige Afrikaner nach Sizilien gebracht. Es ist der 12. Juli 2004. Noch am selben Tag wird Bierdel verhaftet. Was ist geschehen?
25.11.2006, Nürnberger Nachrichten
"Humanitäre Hilfe auf der Anklagebank" - so beschreibt Pro Asyl den ungewöhnlichen Prozess um die Rettung von afrikanischen Flüchtlingen, der am Montag beginnt.
12/06, StadtRevue Köln Magazin
Der Kölner Journalist und Ex-Chef von Cap Anamur, Elias Bierdel, hat ein Buch geschrieben. Und steht in Sizilien vor Gericht. Wer sich die Geschichte von Elias Bierdel erzählen lässt, braucht Zeit. Zwei Jahre hat er nichts gesagt, und die Geschichte ist in den Archiven der Zeitungen und Sender nach hinten gerückt. Aber jetzt ist sie wieder da.
22.11.2006, Potsdamer Neueste Nachrichten
Kapitän der „Cap Anamur“ sprach über seine Rettungsaktion vor Sizilien.
04.07.2006, tagesschau.de
Zwei Jahre nach einer umstrittenen Rettungsaktion im Mittelmeer hat in Agrigent auf Sizilien das Verfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Kölner Hilfsorganisation Cap Anamur, Elias Bierdel, begonnen. Die italienischen Behörden werfen ihm und zwei Mitangeklagten vor, Beihilfe zur illegalen Einwanderung geleistet zu haben...
04.07.2006, taz
Ab heute berät ein Gericht im italienischen Agrigent, ob es im Fall Cap Anamur zu einem Prozess kommen wird.
Entweder ein sofortiger Freispruch für die drei Angeklagten oder ein langwieriger Prozess: Dies ist die Alternative, vor der das Gericht von Agrigent in der heutigen Voranhörung zum Fall Cap Anamur steht. Die drei Angeklagten sind Elias Bierdel, Exvorsitzender der Hilfsorganisation Cap Anamur, Stefan Schmidt, Kapitän des gleichnamigen Schiffs, und Vladimir Daschkewitsch, Erster Offizier. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft, die die Eröffnung der Hauptverhandlung beantragt hat, vor, eine kriminelle Vereinigung zum Zweck der "Beihilfe zur illegalen Einreise" gebildet zu haben...
04.07.2006, nd-online.de
In Italien steht heute der ehemalige Cap-Anamur-Chef Bierdel vor Gericht, weil er afrikanische Flüchtlinge aus Seenot rettete.
Zwei Jahre nach der Rettung von 37 Afrikanern, die beim Fluchtversuch nach Europa in einem Schlauchboot in Seenot geraten waren, muss sich Elias Bierdel vor einem Gericht auf Sizilien verantworten. Der ehemalige Chef der Hilfsorganisation Cap Anamur ist als Schlepper angeklagt und hofft auf ein rasches Ende des »schauerlichen politischen Prozesses«...